Ein langer und teilweise etwas stressiger Tag… Aber immerhin fast komplett ohne Regen, was für Irland höchst ungewöhnlich ist. Wir waren erst so gegen halb 11 wieder on the road. Anscheinend hatte sich in Schottland oder Nordirland irgend ein Getier am Auto zu schaffen gemacht, so dass dieses ständig Kühlwasser verliert. Es muss zwar akut nichts repariert werden, aber die Diagnose nahm ein wenig extra Zeit in Anspruch.

Die erste Etappe führte uns nach Galway. Dort blieben wir für eine Stunde, konnten aber in dieser Zeit keine echte Sehenswürdigkeit ausmachen. Das Interessanteste war ein Künstler in der Fußgängerzone, der mit Sprühlack und diversen Utensilien wie Zeitungpapier und Mülleimerdeckeln utopische Gemälde zauberte.

Weiter ging es nach Limerick. Dort suchten wir erstmal etwas zum Mittagessen, was leider viel zu lange dauerte. Nach mehr als einer Stunde erfolglosem Herumwandern durch die Innenstadt besorgten wir uns am Ende bloß eine Kleinigkeit bei Tesco und hatten unser Lunch auf einer Parkbank. Für echtes Sightseeing war dann keine Zeit mehr. Wir liefen noch ein wenig am Flussufer entlang und dann wieder zurück zum Auto.

Es folgte eine weitere Suche – diesmal nach einer Tankstelle für Autogas. Das ist in Irland in der Tat ein riesiges Problem. Ich hatte im Netz drei entsprechende Adressen in Limerick herausgesucht, die sich allesamt als Nieten erwiesen. Da der Tank noch nicht ganz leer war fuhren wir erstmal weiter runter nach Kerry. In Castleisland wagten wir einen neuen Versuch. Laut einer in weiser Voraussicht von Mischa vor dem Urlaub ausgedruckten Liste sollte es dort eine Gas-Tankstelle geben. Fehlanzeige. Also nahmen wir einen Umweg in Kauf und fuhren über Tralee. Dort wurden wir auch tatsächlich fündig. Allerdings war die Zapfanlage schon beinahe antik und außerdem abgeschaltet. Ein hilfsbereiter Mitarbeiter der Tanke, der sogar einigermaßen deutsch konnte, schaffte es aber sie zum Leben erwecken, so dass sie – wenn auch im Schneckentempo – unseren Gastank zu füllen vermochte.

Und was kam danach? Ach ja, noch eine Suche. Die Adresse unserer Unterkunft war dem Navi leider nicht bekannt, und im angegebenen Ort konnten wir kein Schild mit dem Namen „Kingdom View“ erspähen. Zum Glück entdeckten wir bei einem erneuten Blick auf die Buchungsbestätigung eine Koordinaten-Angabe in Längen- und Breitengraden, mit der wir das Navi fütterten. Wie sich herausstellte liegt unser Bed & Breakfast ziemlich abseits der Zivilisation ca. 15 Kilometer von Killarney entfernt und ist nur über eine ziemlich schmale Straße zu erreichen, die sich durch das Gelände windet. Wir wurden aber sehr nett empfangen.

Mittlerweile war es schon kurz vor 20 Uhr und wir hatten noch nicht zu Abend gegessen. Also fuhren wir nach Killarney, um uns dort eine ordentliche warme Mahlzeit zu gönnen. Die letzte Suche des Tages führte uns schließlich in eine ruhige Gaststätte, wo wir teure aber sehr leckere Steaks aßen. Mit vollem Bauch fuhren wir den ganzen Weg zurück und können jetzt noch ein wenig den erstaunlich guten Internetzugang nutzen.

Wir haben hier zwei Übernachtungen gebucht, bleiben also morgen in der Gegend. Wir haben dann die Wahl zwischen Dingle, dem Ring of Kerry und dem Gap of Dunloe. Mal sehen was davon wir schaffen…