Heute war ein Paradebeispiel für einen dieser Tage, die schlecht beginnen und dann immer besser werden. Über Nacht war es viel zu warm im Zimmer gewesen, so dass wir beim Aufstehen nicht sonderlich erholt waren. Draußen regnete es zeitweise in Strömen, und wir wollten Manchester und dem eher schäbigen Hotel schnellstmöglich den Rücken kehren.

Also machten wir uns auf den Weg und kämpften uns durch den Regen weiter nach Nordosten. Zwischenzeitlich veränderte sich die Landschaft in mondähnliche Hügel mit einigen Kühen und Schafen. Als wir an Leeds vorbei waren, kehrten aber die gewohnten Felder und Wälder zurück, und auch das Wetter besserte sich.

Gegen 13 Uhr näherten wir uns unserem nächsten Zielort Newcastle, machten aber noch einen kleinen Umweg über die Küste. Wir steuerten zuerst einen kleinen Leuchtturm an und spazierten ein bisschen um ihn herum. Dann wechselten wir ans Nordufer des Tyne und parkten das Auto in der Nähe einer hübschen Burgruine direkt am Meer. Obwohl ich immer noch leichte Bauchschmerzen hatte, wollte ich die Gelegenheit nicht verpassen mal wieder richtige Fish & Chips zu essen. Es gab einen gut besuchten Fisch-Imbiss in der Nähe, wo wir uns das (späte) Mittagessen besorgten. Es war köstlich! Nur ein einziges mal habe ich bessere Fish & Chips gegessen, und das ist über 6 Jahre her…

Wir wanderten noch das ziemlich lange Pier bis zum Ende und wieder zurück und fuhren dann zum Hotel in der Nähe des Flughafens. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Formule 1 mit entsprechend einfacher aber zweckmäßiger Ausstattung. Nach dem Einchecken fuhren wir nochmal für knapp zwei Stunden ins Zentrum von Newcastle und liefen dort etwas herum. Die Stadt gefällt uns beiden ziemlich gut. Sie scheint sehr alt zu sein und hat eine irgendwie interessante „Geografie“ auf verschiedenen Ebenen. Das am Südufer gelegene Gateshead hat außer dem „Sage“ (ein Gebäude das wie eine verkrüppelte Raupe aussieht) offenbar nicht allzu viel zu bieten.

Wir fanden es erschreckend, dass abends nach 19 Uhr fast keine nüchterne Person mehr in der City von Newcastle anzutreffen war. Man konnte die Alkohol-Ausdünstungen tatsächlich in der Luft riechen. Der Eldon Square war komplett bevölkert von jungen Leuten, die offenbar nichts besseres mit sich anzufangen wussten als ein großes Massenbesäufnis unter freiem Himmel zu betreiben.

Trotzdem werde ich insgesamt wohl einen positiven Eindruck von dieser Station mitnehmen, bevor wir morgen England verlassen und uns in schottische Gefilde begeben.