Ach, um der alten Zeiten Willen nehme ich heute mal ein gewohntes Brauchtum auf, das bis vor siebeneinhalb Monaten Teil meines Alltags war: Abends im Zug sitzen und Blog schreiben. Die Zeiten haben sich geändert, und ich fahre nur noch vergleichsweise selten Bahn. Und so gut wie gar nicht mehr Intercity oder ICE. Jetzt bin ich auf dem Weg von Düsseldorf nach Betzdorf und sitze in einem Regionalexpress (‘Express’ ist natürlich Teil der altbekannten Mehdornschen Ironie). Mit meinem VRR-Ticket2000 Preisstufe A2 darf ich abends bis zur Verbundgrenze – in dem Fall Langenfeld – fahren. Glücklicherweise lässt sich dieses Ticket mit Fahrscheinen des VRS kombinieren, die wiederum ab Langenfeld gültig sind. Und mir wurde von der Deutschen Bahn sowie vom VRS zugesichert, dass man VRS-4er-Tickets bereits in Düsseldorf entwerten kann (da Regionalzüge nun mal nicht in Langenfeld halten).
Irgendwie fühlt man sich wirklich dazu verleitet, ein solches 4er-Ticket öfter als 4x zu verwenden. Gerade eben war wieder Fahrkartenkontrolle, und schon wieder wurde nur ein kurzer Blick auf den kleinen Papierfetzen geworfen, der mich über 30 Tacken gekostet hat, ohne Prüfung der Entwertungsstempel. Ich frage mich ernsthaft wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Zugbegleiter es tatsächlich mal genauer nimmt. Vielleicht hat da jemand hilfreiche Erfahrungen…?
Heute kam es mal wieder zu einem typischen Köln-Zwischenfall. Ich hatte schon fast vergessen, wie neuralgisch der Bahnverkehr in dieser Stadt ist. Da ich weiß wie voll der Regionalexpress nach Siegen am Freitag Abend in Köln wird, steige ich lieber schon am Hauptbahnhof zu und nicht erst in Deutz… Auch wenn das bedeutet, zwei mal den Flaschenhals namens Hohenzollernbrücke überqueren zu müssen, wenn man von D.dorf kommt. In Deutz hatte mein Zug etwas über 5 Min Verspätung. Ich stand schon am Ausgang und war mit mir am ringen ob ich aussteigen oder noch bis zum Hbf weiter fahren sollte. Da es zeitlich zu klappen schien, blieb ich im Zug stehen und bangte, er möge die paar hundert Meter ohne weitere Verzögerungen zurück legen. Es sah auch gut aus. Bis auf die andere Seite der Brücke schaffte er es… und blieb dann unmittelbar vor dem Hbf über 5 Min lang stehen. Die Abfahrtszeit meines Anschlusszugs verstrich, und ich stellte mich schon auf eine Stunde sinnloses Herumlaufen um den Dom ein. Bei der Einfahrt in den Bahnhof sah ich den roten Doppeldecker nach Siegen aber noch auf seinem Gleis stehen. Also kämpfte ich mich nach dem Aussteigen ohne Rücksicht auf Verluste durch die Menschenmassen, schubste jeden der mir im Weg stand brutal zur Seite und rannte 4 Bahnsteige weiter, wo der Zug wundersamerweise noch stand! Und als ich auf den Knopf an einer der Türen drückte, ging diese auf!! Und als ich (wahrscheinlich als letzter) im Zug war, fand ich sogar einen Sitzplatz!!! Mein Pensum an Glück für den heutigen Tag dürfte nun aufgebraucht sein. Zum Glück ist er bald vorbei.
Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass der Zug vor 6 Min in Betzdorf sein sollte, und er ist eben erst in Wissen abgefahren. Naja egal – besser 10-15 Minuten zu spät als eine Stunde…
An dieser Stelle möchte ich noch einmal an meinen ersten Blog erinnern, in dem ich meine täglichen Erlebnisse mit der Deutschen Bahn auf dem Weg zur Arbeit und zurück schilderte. Mit meinem Umzug nach Düsseldorf wurde dieser Blog stillgelegt, da der Grund seines Bestehens damit weg gefallen war. Und das gerade zu einem Zeitpunkt als er anfing eine gewisse Beliebtheit zu gewinnen… Mir wurde vorgeschlagen, einen neuen Blog über den D.dorfer Stadtverkehr zu starten. Das hat sich allerdings bisher nie gelohnt, zumal ich mir auch ein Fahrrad zugelegt habe, mit dem sich die Strecke zur Arbeit und zurück in weniger Zeit zurück legen lässt als mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Seit Anfang des Monats bin ich allerdings stolzer Besitzer eines “Ticket2000″ des regionalen Verkehrsverbunds VRR. Da ich über meinen Arbeitgeber einen ordentlichen Rabatt auf die Abo-Gebühr bei der Rheinbahn (dem Betreiber in D.dorf und Umgebung) bekomme, wollte ich dieses Angebot nicht ausschlagen. Und gerade jetzt, wo die kalte Jahreszeit unwiderruflich begonnen hat, ist es auch eigentlich nicht verkehrt ein solches Ticket zu besitzen, um bei Bedarf in Bussen und Bahnen mitfahren zu können.
Seit ein paar Tagen nutze ich nun manchmal eine städtische Buslinie, um zur Arbeit zu gelangen. Laut Fahrplan soll die Fahrtzeit 21-22 Minuten betragen. Leider kann man mit dieser Angabe nicht kalkulieren. Morgens hat der Bus prinzipiell Verspätung und benötigt wegen des Berufsverkehrs wesentlich mehr Zeit. Einmal kam er bisher gar nicht, und ich musste 20 Minuten lang auf den nächsten warten. Als ich letzte Woche einmal eine andere Strecke mit dem Bus fahren wollte kam dieser 3 Minuten zu früh, weil der Fahrer Zeit gewinnen wollte um an einer späteren Haltestelle eine ausgedehnte Zigarettenpause einlegen zu können.
Heute brauchte ich fast eine ganze Stunde, um von der Arbeit nach Hause zu gelangen. Bevor ich Feierabend machte, checkte ich noch einmal kurz die Website des VRR, und dort wurde der Bus als pünktlich angezeigt. Also hetzte ich zur Haltestelle und stellte fest dass er dort nicht auf der Anzeigetafel zu sehen war. Was auch korrekt war, denn er kam nicht. Ich wartete ca. 10 Minuten auf die nächste Straßenbahnlinie in meinen Stadtteil. Die Bahn war auch nicht allzu voll und die Fahrt recht angenehm. Bis auf einmal die Anzeige wechselte und ein “E” erschien. Wer regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel in Städten benutzt, weiß dass dies ein schlechtes Zeichen ist… Und so endete die Fahrt vier Haltestellen vor dem eigentlichen Zielpunkt. Was blieb mir anderes als den restlichen Weg zu Fuß zu gehen? Zwar kam zwischendurch noch ein Bus an mir vorbei, der mich bis fast nach Hause hätte bringen können, doch natürlich befand ich mich in jenem Moment irgendwo zwischen zwei Haltestellen und konnte nicht einsteigen. Zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen.
Nach ein paar Tagen “Test” der Rheinbahn bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass sie einem nur wertvolle Zeit stiehlt. Ich werde also weiterhin wann immer möglich mein Fahrrad für die Fahrten zur Arbeit und zurück benutzen. Damit spare ich nicht nur Zeit, sondern bin flexibler und tue sogar was für die körperliche Fitness. Und die Rheinbahn kann mich mal dort lecken wo keine Sonne scheint!
Am vergangenen Wochenende bin ich viel unterwegs gewesen und habe dabei was für meine Kondition getan. Angesichts der anstehenden Reise durch Südwest-Afrika kann ein bisschen Training auch bestimmt nicht schaden. Nachdem die Gelbfieber-Impfung mich für ein paar Tage außer Gefecht gesetzt hatte, tat es außerdem ganz gut sich mal wieder ausgiebig zu bewegen.
Am Freitag wollte ich mir noch einige nützliche Gegenstände fürs Reisegepäck besorgen, an die man hier in Düsseldorf leider nur schwierig kommt. Aber Köln ist ja nicht weit, und dort gibt es den größten Outdoor-Fachmarkt der Nation. Da ich nun keine BahnCard 100 mehr besitze und sich die Anschaffung einer Monatskarte für den VRR momentan für mich nicht lohnt, hätte die einfache Fahrt in die Domstadt satte € 9,30 gekostet. Eine Anmerkung am Rande: Ab Langenfeld-Berghausen – nur einen Steinwurf von der Düsseldorfer Stadtgrenze entfernt – zahlt man bloß € 4,10 (nachzusehen beim VRS-Tarifberater)! Nach Feierabend fühlte ich mich jedenfalls noch fit genug um mir zumindest einen Teil der Ticketkosten zu sparen. Und radelte los in Richtung Köln.
Mein Navi versagte nach weniger als einer dreiviertel Stunde mangels Akkuleistung den Dienst. Aber es wollte mich sowieso sinnloserweise mit der Fähre über den Rhein schicken. Als Orientierung war der Fluss ganz nützlich und hätte das Navigationssystem eigentlich überflüssig gemacht. Es gibt viele Radwege hier in der Gegend, die relativ gut beschildert sind. Leider nicht immer präzise genug, und so nahm ich irgendwo bei Leverkusen einen falschen Weg und bescherte mir einen anstrengenden Umweg. Ein hartnäckiger Krampf in der rechten Wade tat das Übrige. Aber es hätte an der Stelle nur noch wenig Sinn gemacht den nächsten Bahnhof anzusteuern. Und so kämpfte ich mich bis in die Kölner Innenstadt. Auch wenn die letzten 10 km (zum Teil dank des Mistwetters) eher Quälerei waren, erreichte ich das Ziel ohne vorher komplett zusammen zu brechen. Den Weg zurück nach Hause musste ich zum Glück nicht auf die gleiche Art bewältigen. Ca. 40 km Rad fahren ohne Pausen reichten erst mal!
Am Sonntag war das Wetter erstaunlich gut und lud zu Outdoor-Aktivitäten ein. Was lag also für mich näher als wieder auf den Drahtesel zu steigen… Diesmal ohne Ziel und Navi, sondern nur mit einer groben Richtung: Weg von Düsseldorf nach Osten. Dort beginnt sofort das Bergische Land. Wie der Name schon sagt muss man sich dort auf Steigungen einstellen. Nach etwas Kurverei durch Wald und Wiesen erreichte ich Hochdahl und schaffte es erst mal nicht diesen Ort wieder zu verlassen, weil er irgendwie nicht aufhören wollte. Aber ich nahm mir vor zumindest noch Solingen zu erreichen und tat es schließlich auch.
Was für eine sonderbare Stadt! Ich versuchte kramphaft das “Zentrum” zu finden und landete immer wieder an einer Straße, die man ausschließlich mit KFZ befahren darf. Schließlich wurde es mir zu blöd und ich fuhr wieder zurück in den Stadtteil Ohligs, durch den ich vorher schon geradelt war. Es irritierte mich ein wenig dort den Hauptbahnhof vorzufinden, so weit entfernt vom Stadtzentrum. Aber Solingen scheint mir ohnehin eine “andere Sorte” Stadt zu sein als man gewohnt ist.
Zurück ging es über Hilden. Und schon wieder waren es alles in allem mehr als 40 km . Eine gute Strecke für eine Radtour. Eigentlich sollte ich sowas öfter machen. Mal sehen…
Google hat es mal wieder geschafft mich sehr misstrauisch zu machen. Es ist doch geradezu faszinierend auf welch dreiste Art der große “Datenkrake” die naiven User austrickst. Gestern wurde quasi aus heiterem Himmel der von Google entwickelte Internet-Browser Chrome unters Volk gebracht. Es ist schon beinahe ekelhaft zu beobachten wie ausgesprochen gut die Taktik des mächtigen Konzerns funktioniert. Die Meldungen über die Veröffentlichung des Programms gingen just am selben Tag durch die Medien, als es schon zum Download bereit gestellt wurde. Angeblich war es ein kleiner “Unfall”, und die Nachricht sollte eigentlich erst später verbreitet werden. Naja, wer’s glaubt… Immerhin stand Chrome sofort in einer durchaus lauffähigen Version und in etlichen Sprachen zur Verfügung. So unvorbereitet kann Google also nicht gewesen sein.
Und der plötzliche Mediendruck war und ist gigantisch. Ein neuer Browser aus dem Hause des weltbekannten Suchmaschinenbetreibers schafft es logischerweise in die Nachrichten sämtlicher Plattformen und TV-Sender zur Prime-Time. Google hat es nun wirklich nicht nötig Geld für die Bewerbung seines neuen Produkts auszugeben. Innerhalb von zwei Tagen dürfte so ziemlich jeder Mensch der Zugang zu Massenmedien hat den Namen “Chrome” gehört oder gesehen haben. Für die allermeisten dürfte das natürlich kein Grund gewesen sein, die Software gleich zu installieren (obwohl ich davon ausgehe dass sehr viele zumindest den Installer herunter geladen haben). Aber es gibt trotzdem genug experimentierfreudige (Möchtegern-)Freaks, die immer am liebsten das Allerneuste auf ihren Rechnern haben. Im Prinzip muss ich mich auch dazu zählen – Schande über mein Haupt.
So besorgte ich mir gestern Abend direkt mal die Installations-EXE für Windows. Mit gerade mal 475 KB ist sie verdächtig klein… Aber wie in mittlerweile sehr vielen Fällen wird das eigentliche Installationspaket ja nach der Ausführung erst aus dem Netz geladen. Zu Chrome selbst will ich gar nicht viele Worte verlieren. Wirklich “neuartig” wirkt der Browser nicht. Er kann nur wenig was andere nicht können, bietet aber einiges nicht was andere bieten. Also eigentlich nicht der Rede wert.
Allerdings um so markanter ist ein anderes Progrämmchen, das quasi durch die Hintertür mit eingeschleust wird – GoogleUpdate.exe. Bereits seit einigen Monaten wird zusammen mit Google-Software immer ein “Google Updater” installiert, der sich aber immer über den ganz normalen Weg wieder entfernen ließ (also über die Systemsteuerung). Der neue Updater ist um einiges hartnäckiger. Mir fiel er zuerst dadurch auf, dass alle paar Minuten die Software-Firewall Zugriffsversuche auf die Internet-Zone meldete. Ein Blick in den Windows-Task-Manager zeigte, dass bis zu 4 Instanzen von GoogleUpdate.exe aktiv waren. Also wo kamen die her? Die Registry enthielt natürlich einen Eintrag im berühmten Pfad HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run. Lässt sich ohne weiteres löschen. Die Dienste zu checken (unter XP: Systemsteuerung > Verwaltung > Dienste) ist meist auch kein Fehler – und siehe da, auch dort war der Updater zu finden. Lässt sich natürlich deaktivieren oder direkt ganz löschen (sc delete gupdate……, der Name des Dienstes ist immer ein anderer). So tat ich das auch, und nach einem Neustart lief die GoogleUpdate.exe schon wieder! Zum Kotzen!! Also mal gegoogelt nach “uninstall googleupdate” und sofort fündig geworden. Es waren doch tatsächlich auch noch zwei Einträge im Windows-Taskplaner angelegt worden, die dafür sorgten dass der Updater bei jedem Systemstart und bei Leerlauf gestartet wurde. Der Gipfel der Dreistigkeit! Zum Glück lassen sich auch die Tasks problemlos löschen… Aber man muss ja erst mal darauf kommen dort überhaupt nachzusehen! Jetzt habe ich außerdem sämtliche Registry-Schlüssel gelöscht in denen GoogleUpdate.exe vorkam, sowie alle Ordner in denen sich die Datei befand (insgesamt vier an der Zahl), und hoffe dieses heimtückische Programm damit vom Rechner verbannt zu haben. Chrome ist nach wie vor drauf. Bin gespannt ob es weiterhin laufen wird ohne Meldungen auszuspucken, eine notwendige Komponente sei nicht vorhanden, oder am Ende sogar ungefragt den Updater wieder nachinstalliert!
Also mal ehrlich – wenn so krampfhaft versucht wird ein Programm am laufen zu halten, muss es dabei doch Hintergedanken geben. Und ich bezweifle dass es edle sind…
Schätze ich werde auch Chrome demnächst wieder möglichst komplett eliminieren. Bei meiner Suche nach einer Lösung für obiges Problem bin ich noch auf einen anderen Artikel gestoßen, der mein Misstrauen nur noch weiter geschürt hat. Bei der Installation stimmt man in der Tat einigen sehr dubiosen Bedingungen zu, die ich persönlich nicht befürworten möchte!
Mein eindringlicher Tipp an alle Neugierigen für den Moment: FINGER WEG VON CHROME!!!
UPDATE: Wie hier zu lesen ist, wurden die Nutzungsbedingungen von Chrome mittlerweile wieder ein wenig entschärft. Trotzdem finde ich allein den Versuch mit so etwas durchzukommen ziemlich dreist. Und alles mit dem Wunsch nach “Einfachheit” zu begründen kann auch nicht immer überzeugen…
Wo liegt die Grenze zwischen Privat- und Berufsleben? Gibt es da einen ethischen Richtwert? Muss es überhaupt eine solche Grenze geben?
Ich schätze, im Endeffekt kann das jeder für sich selbst entscheiden – und sollte das auch! Es scheint ein häufiges Phänomen der urbanen Gesellschaft zu sein, dass man den Kreis seiner Kollegen als Ersatzfamilie betrachtet. Dieser Begriff weist sicherlich in keine falsche Richtung, doch würde ich eher von Familienersatz sprechen. Wenn man weit mehr als vierzig Stunden in der Woche an seinem Arbeitsplatz verbringt, kommt man nicht umhin sich mit den anderen Menschen zu arrangieren, die sich zur gleichen Zeit dort aufhalten. Grundsätzlich ist der Mensch ein soziales Wesen. Wenn er nicht seine leibliche Familie um sich hat, interagiert er irgendwann immer mit anderen Individuen in seiner Umgebung. Und das ist gut so! Soziale Interaktion ist schließlich gut für den Charakter. Mit etwas Glück gerät man sogar an freundliche Menschen an dem Ort an dem man die meiste Zeit des Tages verbringt. Wenn dem so ist, hat man einen Grund sich gerne dort aufzuhalten.
Aber was ist nun mit dem Privatleben? Gehen wir von 50 Stunden aus, die man von Montag bis Freitag auf der Arbeit verbringt (inkl. Pausen). Eine Woche hat logischerweise weit mehr als 50 Stunden. Es sind 7 mal 24, also genau 168. Zieht man 8 pro Nacht zum Schlafen ab, kommt man auf 112. Minus die 50 “Arbeits”-Stunden: 62. 1 Stunde pro Tag um von der Wohnung zum Arbeitsplatz und wieder zurück zu gelangen. 57.
57! Das sind 7 mehr als 50!! Auf eine ganze Woche bezogen hat man nach diesem Beispiel also immer noch etwas mehr Zeit für sein Privatleben als für seinen Beruf. Allerdings entfallen davon 32 Stunden (oder ca. 56 Prozent) auf Samstag und Sonntag. Und das rechnerisch in zwei 16-Stunden-Blöcken. Die restlichen 25 Stunden bilden die Zeit zwischen Aufstehen und Arbeitsbeginn sowie die Zeit zwischen Feierabend und Schlafengehen ab. Für ausgiebige Aktivitäten (oder Hobbys) findet sich dort im Grunde keine Gelegenheit, da diese Zeiträume einerseits zu kurz sind um sich ernsthaft mit einer Sache zu befassen und man andererseits einen Großteil davon für notwendige Handlungen wie Nahrung zubereiten/einnehmen und Haushaltsführung benötigt.
Somit bieten in der Tat nur die Wochenenden Zeit für das “echte” Privatleben. Nun mag es Menschen geben die dies nicht brauchen. Man erkennt sie daran dass sie sich in ihrer Freizeit hauptsächlich in ihrer eigenen Wohnung aufhalten und gerne bereit sind berufliche Aufgaben mit nach Hause zu nehmen, um sich dort damit zu beschäftigen. Ich möchte dieses Verhalten hier keineswegs bewerten oder kritisieren! Allerdings zähle ich mich nicht zu der gerade beschriebenen Gruppe von Menschen. Man könnte zwar behaupten ich hätte keine “richtigen” Hobbys, jedoch bildet die Möglichkeit regelmäßig Abstand von meiner beruflichen Tätigkeit nehmen zu können bei mir eine essenzielle Grundlage allgemeiner Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Optimaler Ausgleich zum Berufsleben – und damit Erholung – ist genau dann gegeben wenn ich zwischen Freitag Feierabend und Montag Morgen keinen Augenblick an meine Arbeit denke.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal die lieben Kollegen ins Spiel bringen. Es ist nicht ungewöhnlich dass es unter solchen zu Freundschaften kommt, die sich üblicherweise nicht auf die Zeit beschränken, die man an seinem gemeinsamen Arbeitsplatz verbringt. Während man also mit seinen Kollegen privaten Kontakt pflegt, ist damit unwillkürlich eine Verbindung zum Berufsleben hergestellt. Um dazu dennoch ein angenehmes Maß an Ausgleich zu erlangen ist es wichtig dass gemeinsame Aktivitäten und Unterhaltungen thematisch niemals in Bezug zum Beruf stehen. Voraussetzung dafür ist dass man sich gegenseitig auf persönlicher Ebene gut kennt.
Wem ist nicht schon aufgefallen dass sich auf Betriebsausflügen und ähnlichem die meisten Gespräche mehr oder weniger um die Arbeit drehen? Was vollkommen verständlich ist, zumal sie die einzige Verbindung zwischen allen Teilnehmern ist. Finden organisierte Unternehmungen dieser Art (zumindest größtenteils) während der Zeit statt, die man normalerweise in der Firma verbracht hätte, ist dagegen nichts einzuwenden. Schließlich bleibt nach wie vor das Wochenende, um sich zu erholen. Problematisch wird es wenn eine betriebliche Unternehmung genau dann stattfindet. Zeit mit Kollegen zu verbringen, mit denen man außerhalb der Arbeitszeit keinen Kontakt pflegt, “fühlt” sich einfach nicht wie Privatleben an. Und man stellt nach einem solchen Wochenende unter Umständen fest, dass man sich mehr Ausgleich gewünscht hätte. Die darauf folgende Woche ist als Konsequenz eher von schlechter Laune geprägt.
Ich ziehe aus all dem den Schluss, dass für mich die Wochenenden “heilig” und ausschließlich für Dinge ohne Bezug zu meinem Beruf reserviert sind. Eine konkrete Auswirkung davon: Betriebsausflüge an Sams- oder Sonntagen sind tabu!
Will nur mal kurz was zum letzten Donnerstag Abend los werden. Wer in der Werbebranche arbeitet, dem dürften die legendären alljährlichen IP-Partys bekannt sein. Ich war dieses Jahr das erste mal dabei in Düsseldorf. Die Location war ziemlich speziell – die OceanDiva, ein niederländisches Party-Schiff, das am Rheinufer angelegt hatte. War echt ganz nett! Ordentlich Platz für die vielen Gäste, angenehmes Ambiente und 1A Essen. Vor allem das Lamm war gut!
Es war auch ein wenig RTL-Prominenz anwesend. Da ich aber kein großer Fan dieses Senders bin, brachte mir das nicht viel. Einzig und allein die Punkt-12-Tante Katja Burkart erkannte ich auf Anhieb. Sie war zeitweise in ein angeregtes Gespräch mit einer “Kollegin” verwickelt, und die beiden bewunderten gegenseitig ihr ausgefallenes Schuhwerk.
Aushalten konnte man es zu fortgeschrittener Stunde nur noch auf dem Oberdeck. Dort war es angenehm kühl und nicht so stickig wie unter Deck. Irgendwann wurde eine Performance am Ufer dargeboten, die mir allein schon wegen der Musik (Smack My Bitch Up von Prodigy) ganz gut gefallen hat.
Bin dann nur bis halb 12 geblieben und nachhause geradelt. Aber es war ein netter Abend.
Und der Festivalsommer geht weiter. Mittlerweile müsste es das 14. Mal gewesen sein, dass am Mainzer Landtag das alljährliche Open-Air-Musikspektakel stattfand. Und tatsächlich war ich mal wieder bis zum Schluss dabei. Das dürfte bis dato nur ein einziges mal vorgekommen sein, und das war vor 13 Jahren, als die Veranstaltung anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Landes Rheinland-Pfalz ihre Premiere feierte. Damals wurde ein 10-stündiger Konzert-Marathon mit vielen wirklich illustren Auftritten geboten. Das ganze stand unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten (und heutigen Parteivorsitzenden) Kurt Beck, der persönlich vor den Menschenmassen sprach, und wurde organisiert vom Südwestfunk. Dieser Tag gehört nach wie vor zu den prägendsten Ereignissen in meinem bisherigen Leben! Alles war so viel einfacher als heute… Das Wetter war bombastisch, das Gelände war nicht komplett abgesperrt, es gab keine Einlasskontrollen, wir waren von Beginn an dabei, brauchten nichts zu essen oder zu trinken und waren die vollen zehn Stunden auf den Beinen, ohne das Bewusstsein oder sonst etwas zu verlieren.
Wer stand damals auf der Bühne? Alle Namen kriege ich nicht mehr aus dem Gedächtnis zusammen, aber definitiv waren ‘N Sync, Scooter und Faithless darunter. Für einen Teen, der mit Begeisterung die Charts rauf und runter hörte, war es wie das Paradies auf Erden. Für mich war es das erste mal, dass ich einige meiner Stars live und “in echt” erleben konnte. Und dann auch noch gleich so viele kurz nach einander! Ebenfalls einen bleibenden Eindruck hat das gigantische Feuerwerk hinterlassen, das zum Abschluss synchron zu einer stark verlängerten Version von ‘Adiemus’ abgebrannt wurde.
Und wie ist es nun heute, 13 Jahre später? Ich bin auf jeden Fall schon mal doppelt so alt, habe in der Zwischenzeit vieles erlebt (darunter eine ganze Reihe guter Live-Konzerte), bin aber offenbar trotzdem noch in gewissem Maß begeisterungsfähig. Die Veranstaltung wird weiterhin vom Land Rheinland-Pfalz mit getragen, doch die Organisation ist irgendwann auf den Privatsender RPR1 übergegangen. Parallel zu dessen Programmqualität hat sich auch der regelmäßige Event gewandelt, leider nicht zum Besseren. Es war so offensichtlich, dass für die Veranstalter nicht mehr die Künstler im Vordergrund stehen sondern Werbung und die Einnahmen durch den Essens-/Getränkeverkauf. Eine größere Priorität als den musikalischen Darbietungen wurde in den Moderationen den ‘Stars’ und Aktionen des Radiosenders eingeräumt. Die allermeisten Besucher dürften sich aufgrund der Konzerte vor Ort eingefunden haben, und doch wurde auf der Bühne ein kaum zu ertragendes Maß an witzlosem Klamauk und Selbstbeweihräucherung zelebriert, das zwar ein wenig die Umbaupausen überbrücken konnte, aber kaum Unterhaltungswert bot.
Zum Glück gab es ja die Konzerte! Vielleicht war es eine gute Entscheidung sich diesmal nur die letzten drei davon anzusehen. Diese steigerten sich in etwa von passabel zu hammergeil. Was davor präsentiert worden war, müsste also nach diesem Schema eher grottig gewesen sein.
Egal… Die Berliner Soul-Sängerin mit ihren “südafrikanischen Wurzeln” gab eine routinemäßige Vorstellung ohne große Emotionen. Man drohte nicht einzuschlafen, aber hatte auch nicht das Bedürfnis in die Luft zu springen. Shaggy und seine Gang waren zwar auch routiniert, schafften es aber echtes amerikanisches bzw. karibisches Entertainment nach “Mäinss” zu transportieren. Eine nette Show, die zum Mitmachen animierte, auch wenn die Musik eigentlich eher im Hintergrund stand. Kaum zu glauben das Shaggy erst 40 ist…
Den wirklich krönenden Abschluss boten die Energiebündel der mittlerweile etwas betagten Hip-Hop-/Crossover-Combo “Die Fantastischen Vier”. Die Herren aus Stuttgart schienen tatsächlich einen Heidenspaß zu haben und ließen diese Stimmung auf das Publikum überschwappen. Es tat richtig gut sie bei dem zu beobachten und zu belauschen was sie schon seit sehr langer Zeit machen und entsprechend gut beherrschen. Die Show war einfach aus einem Guss, jeder Song wurde sinnvoll in den nächsten übergeleitet, und man konnte in der Tat eine Art Spannungskurve spüren. Bei einigen Liedern musste ich feststellen dass ich die Texte passagenweise auswendig mitrezitieren konnte. Mann, eine meiner ersten CDs war “4 gewinnt”, und die befindet sich auch jetzt noch in meiner bescheidenen Sammlung. Die Fantas haben auf keinen Fall enttäuscht, und alleine deshalb hat es sich gelohnt sich das dichte Getümmel wieder einmal anzutun.
Habe mir gerade den “neuen Akte X Film” im Kino angesehen. Was für ein Glück dass ich mich nicht durch all die Kritiken in den Medien entmutigen ließ! Ich hatte in der Tat vorher noch nie eine so geballte Ladung Negativ-Presse zu einem Film erlebt. Im Nachhinein muss ich vermuten dass die Verfasser jener Kritiken allesamt keine Fans der Serie sind. Genau für die ist der Film nun mal gemacht. Wer bloß die eine oder andere X-Akte (also Episode) kennt, sollte sich lieber Hancock oder Mamma Mia ansehen – dort ist das Geld mit Sicherheit besser angelegt. Wer allerdings behaupten kann, zumindest den größten Teil der X-Akten mit Eifer mitverfolgt zu haben und daher mit den Charakteren und der typischen Atmosphäre vertraut ist, dem kann ich die gerade angelaufene zweite Kino-Adaption der Kultserie wärmstens ans Herz legen.
Okay, am Anfang ist man evtl. etwas enttäuscht von dem etwas zu sehr gestrafften Handlungsablauf und dem platten Humor der Figuren, doch nach einer Weile gewinnt die Story an Fahrt und es baut sich eine angenehme Spannung auf. Ein paar eingestreute teils recht emotionale Dialoge entschleunigen das ganze zwischendurch wieder etwas. Doch ich würde behaupten dass sich der Gähnfaktor in Grenzen halten sollte, wenn man weiß wie die beiden Protagonisten Mulder und Scully zu einander stehen.
Zudem wird jeder, der sich bizarre UFO-/Alien-Szenen oder eine Fortsetzung des Verschwörungs-Szenarios erhofft hat, leider enttäuscht. Mag die Serie in den ersten paar Staffeln von ersteren, zum Ende hin von letzterem geprägt gewesen sein, hat der Film ein eher menschliches Grundgerüst. Er befasst sich intensiv mit den Persönlichkeiten der Hauptfiguren (insbesondere Dana Scully) und greift einige Themen auf, die Amerika in den letzten Jahren beschäftigt haben, wie z.B. die Präsidentschaft G.W. Bushs, Pädophilie unter Priestern und illegalen Organhandel.
“Alte Bekannte” tauchen, mit Ausnahme eines kurzen Auftritts von Walter Skinner, ebenfalls nicht auf. Die beiden FBI-Agents, die Mulder und Scully für einen speziellen Fall wieder aus der Versenkung holen, sind auch eher profillos. Insbesondere Rapper Xzibit ist nicht wirklich überzeugend in seiner Rolle als Agent Drummy und absolut keine Bereicherung…
In der deutschen Fassung des Films wird man sich zu Beginn etwas über die ungewohnte Synchronstimme von Fox Mulder ärgern. Doch sie passt zu ihm und kommt meiner Meinung nach sogar etwas näher an die Originalstimme von David Duchovny heran als das was man aus der Serie kennt.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass “I Want To Believe” (hierzulande blödsinnigerweise mit “Jenseits der Wahrheit” betitelt) die düstere Grundstimmung der TV-Serie meiner Meinung nach sehr gelungen wieder aufleben lässt und eine in sich geschlossene spannende Story erzählt, die – im Gegensatz zum Serienfinale – angenehmerweise ein Ende hat, mit dem man als Fan ausgesprochen gut leben kann.
Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Bitte nicht aufstehen und weg laufen, wenn der Abspann beginnt. Nach ein paar Minuten Geduld wird man mit einem *besonderen* Bild belohnt!

Ich habe eine ziemlich beschissene Woche hinter mir. Deshalb hat es sich nicht wirklich gelohnt hier irgend etwas zu posten. Auch wenn bei meinem zweiten Termin beim Kieferchirurgen letzte Woche wesentlich weniger herum geschnitten worden war als beim ersten, dauerte die Heilung diesmal wesentlich länger. Während das Loch wo der obere Weisheitszahn gesessen hatte überhaupt keine Probleme machte und kaum weh tat, ist am unteren Ende selbst jetzt noch kein absoluter Normalzustand eingekehrt. Es hat seit dem Eingriff bisher keinen Tag gegeben an dem ich komplett schmerzfrei war. Mittlerweile stört es nicht mehr – auch nicht beim Essen -, aber der größte Teil der Woche war von echter Quälerei bestimmt. Mit Schmerztabletten ließ sie sich teilweise in Grenzen halten… bis am Donnerstag mein Magen rebellierte. Ob das wirklich am Tablettenkonsum oder an etwas anderem lag werde ich wohl nie erfahren. Am Freitag wurde der Faden gezogen, mit dem die Wunde genäht worden war. Der Chirurg antwortete auf meine Frage ob es normal sei wenn es nach einer Woche noch immer so weh tat: “Normal ist anders – aber es darf es!”
Den Rest des Tages überstand ich irgendwie mit eineinhalb Laugenstangen, einer dreiviertel Tasse Tee und ohne Schmerzmittel.
Das Düsseldorfer Kirmes-Feuerwerk am Freitag Abend konnte ich nur aus der Ferne mit anhören, war aber viel zu erschöpft um es vor Ort mitzuverfolgen. Nach ausreichend Schlaf fühlte ich mich am nächsten Morgen unerwarteterweise fit genug um die Loveparade in Angriff zu nehmen!
In Dortmund änderte sich dieser Zustand nach ein paar Stunden leider wieder. Es war sicherlich ganz nett mal dort gewesen und das Spektakel gesehen zu haben… und vielleicht um sagen zu können dass ich einer von 1,6 Millionen (?!) Besuchern war. Aber irgendwie wollte nicht so recht die gewohnte Stimmung bei mir aufkommen. Das mag auch ein wenig am Wetter gelegen haben. Alle die keinen Regenschirm dabei hatten müssen zeitweise wirklich kurz vor dem Ertrinken gewesen sein. Abends zuhause vor dem Live-Stream bereute ich es dann doch wieder ein wenig nicht länger geblieben zu sein. Die Sets von Armin van Buuren und Paul van Dyk waren zum Teil ganz nett, und Underworld hätte ich mir liebend gerne mal live angesehen, zumal ich den Sound dieser britischen Kapelle sehr attraktiv finde. Und auch die Feuer- und Lasershow zum Abschluss dürfte vor Ort beeindruckender gewesen sein als am Bildschirm…
Der heutige Tag war auch wieder ziemlich kalt und durchwachsen. Immerhin bot sich eine letzte Gelegenheit die Kirmes auf den Rheinwiesen zu besuchen. Leider kam es auch dort wieder zu einem Wolkenbruch, und die Lust noch länger zu bleiben war ziemlich schnell verflogen.
Auf das nächste Wochenende blicke ich momentan noch mit etwas Argwohn, denn ob man es glaubt oder nicht – es findet offenbar gar keine große Veranstaltung in der Nähe statt, auf die es sich zu gehen lohnt. Bin das ja gar nicht mehr gewöhnt.
Naja, was fest steht ist dass am Donnerstag der neue X-Files Film im Kino anläuft, und den zu sehen ist absolute Pflicht. Somit steht zumindest schon mal eine Aktivität fürs kommende Wochenende fest!
Wie meinem vorherigen Post zu entnehmen ist, bin ich heute nicht im Büro gewesen. Was mich allerdings nicht davon abgehalten hat mein geschäftliches Email-Fach einmal zu checken. Das hat sich sogar richtig gelohnt – es waren eine ganze Reihe ungelesener Nachrichten drin. Okay, die meisten davon konnte ich sofort löschen oder nach kurzem drüber lesen als erledigt markieren und irgendwo einsortieren. Aber trotzdem war es ein kleines bisschen Arbeit, die der Firma zugute kam.
Das war doch eine passende Einleitung zu einer Thematik, mit der sich eine Umfrage beschäftigt hat, die vor eine paar Tagen vom Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (kurz: BITKOM) veröffentlicht wurde. Es wurde bei ca. 1000 Personen nachgehört, wie sie zur Erledigung von geschäftlichen Arbeiten in den eigenen vier Wänden stehen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Immerhin 17% der Befragten würden ihre berufliche Tätigkeit am liebsten komplett zuhause ausüben, und 50% könnten sich vorstellen nur noch teilweise in den Räumen des Arbeitgebers zu ackern.
Gerade bei Jobs die sich ausschließlich am Rechner abspielen ist es doch eigentlich vollkommen egal wo dieser steht. So lange er eine stabile Anbindung ans Internet hat, ist es möglich auf die elektronischen Daten des Unternehmens zuzugreifen und mit Kollegen, Kunden oder Geschäftspartnern zu kommunizieren. Heutzutage ist man ohne großen technischen Aufwand weltweit vernetzt, und das nicht nur zuhause sondern im Grunde sogar überall wo mobile Datenverbindungen möglich sind.
Wo liegen überhaupt noch echte Vorteile “zur Arbeit zu gehen” gegenüber der Möglichkeit sich seine Arbeit nachhause zu holen oder sie einfach an beliebige Orte mitzunehmen? Den einzigen Faktor den ich (an)erkenne sind die persönlichen Kontakte mit den damit verbundenen zwischenmenschlichen Vorgängen. Unternehmen wie Google, deren Geschäft sich praktisch nur um Online-Themen dreht, machen es vor: Die Mitarbeiter werden regelrecht zu “Buddy-Beziehungen” gezwungen, zu Kollegen gleichermaßen wie zu Business-Partnern. Vielleicht gerade weil es nahe läge solche Firmen mit einem großen Schwarm von Freelancern – also “freien” Mitarbeitern ohne feste Bindung an einen Arbeitsplatz – zu betreiben, macht man es gerade nicht so. Es wird sehr großer Wert darauf gelegt, dynamische aber funktionierende und harmonische Teams zu bilden, die eine Art kollektiven “Spirit” erzeugen und dadurch leistungsfähiger sind. So etwas ließe sich nie mit räumlich getrennten, zersplitterten oder quasi virtuellen Arbeitsplätzen erreichen.
So lange es bei einer Tätigkeit wirklich nur um den reinen Output geht, ist der Ort an dem sie ausgeführt wird theoretisch egal (siehe z.b. Programmierer oder Call Center Agents). Sobald aber zwischenmenschliche Aspekte und Teamgeist einen Teil des geschäftlichen Erfolgs ausmachen, wird es nicht möglich sein alle Mitarbeiter ausschließlich im Home-Office zu beschäftigen.
Meine persönliche Idealvorstellung wäre eine Hybridlösung. In meinem Job ließen sich auf jeden Fall die rein ergebnisorientierten und die teambezogenen Aufgaben zeitlich trennen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen einen Teil meiner täglichen Arbeit zuhause zu erledigen und hätte hier eine ruhigere Atmosphäre als im Büro, was mir in vielen Fällen vermutlich sogar den Kopf freier halten und damit zu besserer Leistung führen würde. Wenn es allerdings um Meetings und notwendige Absprachen mit Kollegen geht, bevorzuge ich eindeutig das persönliche Gespräch im Vergleich zu Telefon, Chat oder Videokonferenz.
Hier der Link zur Presseinfo der BITKOM: http://www.bitkom.de/53136_53131.aspx
Und hier eine nette Grafik dazu:




