Dortmund – du bist ja einwohnermäßig die größte Stadt des Ruhrgebiets, zählst dich aber eigentlich lieber zu Westfalen… Ob das die bessere Wahl ist? Naja, ich lasse es einfach mal so stehen. Eine Metropole bist du jedenfalls, mit allem was dazu gehört.

Wann genau ich dich zum ersten mal besucht habe, weiß ich schon gar nicht mehr. Ebenso wenig den Anlass. Es dürfte wohl irgendwann 2007 oder 2008 gewesen sein. Daran wird schon irgendwie deutlich, dass du mir nichts Eindeutiges oder Markantes bieten konntest, das mir im Gedächtnis hängen geblieben ist. Generell habe ich den Eindruck, dass man mit dir erst einmal „warm werden“ muss, um dich zu mögen. Doch da ich mittlerweile schon häufig bei dir zu Gast war, kann ich dir das eine oder andere abgewinnen.

Dein eigentliches Stadtzentrum (also der Bereich innerhalb des Wallrings) ist – so leid es mir tut das zu sagen – im Vergleich zu deiner Gesamtgröße mickrig. Die Fußgängerzone besteht größtenteils aus einer einzigen Straße, dem Westen- bzw. Ostenhellweg. Von diesem zweigen zwar noch ein paar andere Gassen ab, die aber meiner Meinung nach nicht wirklich interessant sind – mit Ausnahme der Brückstraße. Geht man diese nordwärts, kommt man an ein paar interessanten Läden vorbei. Gerade Piercing-, Tattoo- und Gothic- und Cannabis-Freunde werden in dieser Ecke ihren Spaß haben. Ach ja, und im Ostenhellweg gibt es einen kleinen Juwelierladen, wo schnell und unkompliziert Ohrlöcher geschossen werden… für 3 Euro pro Loch – günstiger gehts wohl nicht. In der Adventszeit steht auf dem Hansaplatz alljährlich der höchste „Christbaum“ der Nation – ein relativ hässliches funkelndes Gebilde, das den für meinen Geschmack nicht besonders schön angelegten Weihnachtsmarkt passend komplettiert.

Dortmund Brückstraße

Dein Rathaus finde ich imposant, den kleinen Stadtgarten daneben ganz gemütlich. Die zentralen Stadtviertel zwischen Südwall und B1 scheinen mir auch ganz interessant zu sein. Man hört immer wieder von dem berühmten
Kreuzviertel, deinem beliebtesten Wohngebiet. Ich bin mal durch gelaufen, fand es ganz nett, würde aber nicht dort hin ziehen. Das Gebiet nördlich des Hauptbahnhofs – die Nordstadt – ist nicht der Rede wert, da hässlich und mit ziemlich asozialer Einwohnerschaft.

Doch generell mag ich deine Bevölkerung ja und muss sogar sagen, dass in dir die bestaussehendsten Menschen des Ruhrpotts herum laufen… also für meinen Geschmack. Keine Möchtegern-High-Society-Sternchen wie in Düsseldorf, aber doch Menschen mit einem gewissen Urban Style. Es macht Spaß, einfach mal eine Weile in deiner Fußgängerzone zu sitzen und die Passanten zu beobachten. Davon gibt es eh jede Menge… Deine City scheint irgendwie immer voller Leute zu sein, egal ob werktags, feiertags oder wochenends, am Tag und in der Nacht. Und das macht dich wirklich zur Metropole!

Dortmunder U

Die Liste deiner Stadtteile ist lang. Die meisten habe ich nie gesehen. Besonders erwähnen möchte ich Hörde, wo mit dem Phoenix-See ein neues Gewässer und innerstädtisches Naherholungsgebiet entsteht. Ich kann mir zwar vorstellen, dass mir bei den dortigen Immobilien- und Mietpreisen schwindlig werden würde, aber dieses neu entstehende Stadtviertel wäre für mich in der Tat momentan der einzige Anreiz, in dir leben zu wollen.
Westlich der Innenstadt bist du vom Hafengebiet geprägt. Da man häufig von dieser Richtung in dein Zentrum gelangt, erhält man als Erstbesucher keinen besonders guten optischen Eindruck und erblickt lediglich ein großes Wirrwarr aus Mauern, Brücken, Schornsteinen und Brachflächen. Je weiter man in deine Außenbezirke gelangt, umso ländlicher wird die Atmosphäre. Stadtteile wie Mengede oder Wickede haben eher dörflichen Charakter und liegen wirklich fernab der City. Ein besonderes Juwel ist der ganz am südlichen Rand gelegene Stadtteil Hohensyburg. Dort findet man nicht nur ein Casino, in dem deine High Society ihr im Überfluss vorhandenes Geld verspielt, sondern eine beeindruckende Festung mit Aussichtsterrasse, von der man eine super Aussicht auf das Ruhrtal bzw. den Hengsteysee hat.

Dortmunder Kreuzviertel

Es gäbe mit Sicherheit noch jede Menge mehr über dich zu erzählen, doch das überlasse ich mal denen, die dich besser kennen. Nur eines noch: Dein neu gestaltetes „U“ gefällt mir sehr. Die an dessen Fassade aufleuchtenden bunten bewegten Bilder haben irgendwie etwas Ansprechendes. Hätte es sie bei meinem ersten Besuch bei dir schon gegeben, wäre dadurch sicher ein bleibender Eindruck entstanden.

Dortmund Hansaplatz