An dieser Stelle möchte ich noch einmal an meinen ersten Blog erinnern, in dem ich meine täglichen Erlebnisse mit der Deutschen Bahn auf dem Weg zur Arbeit und zurück schilderte. Mit meinem Umzug nach Düsseldorf wurde dieser Blog stillgelegt, da der Grund seines Bestehens damit weg gefallen war. Und das gerade zu einem Zeitpunkt als er anfing eine gewisse Beliebtheit zu gewinnen… Mir wurde vorgeschlagen, einen neuen Blog über den D.dorfer Stadtverkehr zu starten. Das hat sich allerdings bisher nie gelohnt, zumal ich mir auch ein Fahrrad zugelegt habe, mit dem sich die Strecke zur Arbeit und zurück in weniger Zeit zurück legen lässt als mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Seit Anfang des Monats bin ich allerdings stolzer Besitzer eines „Ticket2000“ des regionalen Verkehrsverbunds VRR. Da ich über meinen Arbeitgeber einen ordentlichen Rabatt auf die Abo-Gebühr bei der Rheinbahn (dem Betreiber in D.dorf und Umgebung) bekomme, wollte ich dieses Angebot nicht ausschlagen. Und gerade jetzt, wo die kalte Jahreszeit unwiderruflich begonnen hat, ist es auch eigentlich nicht verkehrt ein solches Ticket zu besitzen, um bei Bedarf in Bussen und Bahnen mitfahren zu können.

Seit ein paar Tagen nutze ich nun manchmal eine städtische Buslinie, um zur Arbeit zu gelangen. Laut Fahrplan soll die Fahrtzeit 21-22 Minuten betragen. Leider kann man mit dieser Angabe nicht kalkulieren. Morgens hat der Bus prinzipiell Verspätung und benötigt wegen des Berufsverkehrs wesentlich mehr Zeit. Einmal kam er bisher gar nicht, und ich musste 20 Minuten lang auf den nächsten warten. Als ich letzte Woche einmal eine andere Strecke mit dem Bus fahren wollte kam dieser 3 Minuten zu früh, weil der Fahrer Zeit gewinnen wollte um an einer späteren Haltestelle eine ausgedehnte Zigarettenpause einlegen zu können.

Heute brauchte ich fast eine ganze Stunde, um von der Arbeit nach Hause zu gelangen. Bevor ich Feierabend machte, checkte ich noch einmal kurz die Website des VRR, und dort wurde der Bus als pünktlich angezeigt. Also hetzte ich zur Haltestelle und stellte fest dass er dort nicht auf der Anzeigetafel zu sehen war. Was auch korrekt war, denn er kam nicht. Ich wartete ca. 10 Minuten auf die nächste Straßenbahnlinie in meinen Stadtteil. Die Bahn war auch nicht allzu voll und die Fahrt recht angenehm. Bis auf einmal die Anzeige wechselte und ein „E“ erschien. Wer regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel in Städten benutzt, weiß dass dies ein schlechtes Zeichen ist… Und so endete die Fahrt vier Haltestellen vor dem eigentlichen Zielpunkt. Was blieb mir anderes als den restlichen Weg zu Fuß zu gehen? Zwar kam zwischendurch noch ein Bus an mir vorbei, der mich bis fast nach Hause hätte bringen können, doch natürlich befand ich mich in jenem Moment irgendwo zwischen zwei Haltestellen und konnte nicht einsteigen. Zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen.

Nach ein paar Tagen „Test“ der Rheinbahn bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass sie einem nur wertvolle Zeit stiehlt. Ich werde also weiterhin wann immer möglich mein Fahrrad für die Fahrten zur Arbeit und zurück benutzen. Damit spare ich nicht nur Zeit, sondern bin flexibler und tue sogar was für die körperliche Fitness. Und die Rheinbahn kann mich mal dort lecken wo keine Sonne scheint!

Am vergangenen Wochenende bin ich viel unterwegs gewesen und habe dabei was für meine Kondition getan. Angesichts der anstehenden Reise durch Südwest-Afrika kann ein bisschen Training auch bestimmt nicht schaden. Nachdem die Gelbfieber-Impfung mich für ein paar Tage außer Gefecht gesetzt hatte, tat es außerdem ganz gut sich mal wieder ausgiebig zu bewegen.

Am Freitag wollte ich mir noch einige nützliche Gegenstände fürs Reisegepäck besorgen, an die man hier in Düsseldorf leider nur schwierig kommt. Aber Köln ist ja nicht weit, und dort gibt es den größten Outdoor-Fachmarkt der Nation. Da ich nun keine BahnCard 100 mehr besitze und sich die Anschaffung einer Monatskarte für den VRR momentan für mich nicht lohnt, hätte die einfache Fahrt in die Domstadt satte € 9,30 gekostet. Eine Anmerkung am Rande: Ab Langenfeld-Berghausen – nur einen Steinwurf von der Düsseldorfer Stadtgrenze entfernt – zahlt man bloß € 4,10 (nachzusehen beim VRS-Tarifberater)! Nach Feierabend fühlte ich mich jedenfalls noch fit genug um mir zumindest einen Teil der Ticketkosten zu sparen. Und radelte los in Richtung Köln.

Mein Navi versagte nach weniger als einer dreiviertel Stunde mangels Akkuleistung den Dienst. Aber es wollte mich sowieso sinnloserweise mit der Fähre über den Rhein schicken. Als Orientierung war der Fluss ganz nützlich und hätte das Navigationssystem eigentlich überflüssig gemacht. Es gibt viele Radwege hier in der Gegend, die relativ gut beschildert sind. Leider nicht immer präzise genug, und so nahm ich irgendwo bei Leverkusen einen falschen Weg und bescherte mir einen anstrengenden Umweg. Ein hartnäckiger Krampf in der rechten Wade tat das Übrige. Aber es hätte an der Stelle nur noch wenig Sinn gemacht den nächsten Bahnhof anzusteuern. Und so kämpfte ich mich bis in die Kölner Innenstadt. Auch wenn die letzten 10 km (zum Teil dank des Mistwetters) eher Quälerei waren, erreichte ich das Ziel ohne vorher komplett zusammen zu brechen. Den Weg zurück nach Hause musste ich zum Glück nicht auf die gleiche Art bewältigen. Ca. 40 km Rad fahren ohne Pausen reichten erst mal!

Am Sonntag war das Wetter erstaunlich gut und lud zu Outdoor-Aktivitäten ein. Was lag also für mich näher als wieder auf den Drahtesel zu steigen… Diesmal ohne Ziel und Navi, sondern nur mit einer groben Richtung: Weg von Düsseldorf nach Osten. Dort beginnt sofort das Bergische Land. Wie der Name schon sagt muss man sich dort auf Steigungen einstellen. Nach etwas Kurverei durch Wald und Wiesen erreichte ich Hochdahl und schaffte es erst mal nicht diesen Ort wieder zu verlassen, weil er irgendwie nicht aufhören wollte. Aber ich nahm mir vor zumindest noch Solingen zu erreichen und tat es schließlich auch.
Was für eine sonderbare Stadt! Ich versuchte kramphaft das „Zentrum“ zu finden und landete immer wieder an einer Straße, die man ausschließlich mit KFZ befahren darf. Schließlich wurde es mir zu blöd und ich fuhr wieder zurück in den Stadtteil Ohligs, durch den ich vorher schon geradelt war. Es irritierte mich ein wenig dort den Hauptbahnhof vorzufinden, so weit entfernt vom Stadtzentrum. Aber Solingen scheint mir ohnehin eine „andere Sorte“ Stadt zu sein als man gewohnt ist.
Zurück ging es über Hilden. Und schon wieder waren es alles in allem mehr als 40 km . Eine gute Strecke für eine Radtour. Eigentlich sollte ich sowas öfter machen. Mal sehen…

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