Das Folgende ist ein Gedächtnisprotokoll der Ereignisse, die sich heute morgen im Zug auf meinem Weg zur Arbeit zugetragen haben.

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Den Namen der Zugbegleiterin, die in den Schilderungen eine Rolle viagra tabs spielt, kann ich (aus später erläuterten Gründen) an dieser Stelle nicht nennen, werde dies aber nachholen, falls ich an entsprechende Informationen gelange.

Am Morgen des 25.03.2011 stieg ich in Recklinghausen in den Regionalexpress RE2 von Düsseldorf nach Münster, der um 8:05 Uhr abfuhr. Bei mir waren ein Bekannter, der zusammen mit mir einstieg, und mein Fahrrad. Wir betraten den hintersten Wagen, ich stellte dort mein Fahrrad ab, und wir setzten uns daneben auf die Klappsitze.

In der Nähe von Haltern am See erschien ein Zugbegleiter (etwas älter und grauhaarig) und kontrollierte unsere Fahrkarten. Ich zeigte ihm mein Ticket2000 des VRR und meine Monatskarte des VGM, die von Haltern bis Bösensell gilt. Er sagte nur kurz so etwas wie „okay“ und verschwand wieder. Ich setzte die Unterhaltung mit meinem Bekannten fort.

In der Nähe von Buldern – 2 Stationen vor Bösensell – näherte sich uns eine Zugbegleiterin (relativ jung, rothaarig und mit leicht molliger Figur) und verlangte ebenfalls unsere Fahrkarten. Ich stellte zunächst fest, dass wir bereits kontrolliert worden waren, doch sie bestand darauf, die Fahrkarten zu sehen. Also ließen wir sie einen Blick darauf werfen. Zu mir sagte sie, sie habe „zuerst nur mein Ticket2000 gesehen“, und ich sagte, dass nicht sie sondern ihr Kollege unsere Fahrkarten bereits gesehen hatte. Sie fragte, wem das Fahrrad neben uns gehörte, und ich gab mich als Besitzer zu erkennen. Daraufhin verlangte sie ein Fahrradticket, und ich erwiderte, dass mein Monatsticket bereits die Mitnahme von Fahrrädern erlaube. Sie reagierte leicht entrüstet und behauptete, so etwas sei im VGM generell nicht der Fall, und zur Mitnahme eines Fahrrads sei stets ein Fahrradticket nötig. Ich sagte – wahrheitsgemäß – sie sei die erste, die mir dies bei einer Kontrolle gesagt hätte und dass ich auf der Strecke schon des öfteren ein Fahrrad dabei gehabt hätte, worauf sie noch entrüsteter schien. Ich bot an, mit meinem Handy über mobiles Internet die entsprechende Stelle der Tarifbestimmungen herauszusuchen. Die junge Frau sagte daraufhin – in ziemlich genau diesem Wortlaut – „Sie sind ja sowieso immer im Recht“, und das in einem deutlich pampigen Ton. Sie meinte, sie könne ja schon einmal meine Daten aufnehmen, während ich noch Zeit hätte, ihre Aussagen zu widerlegen, was ich ja sowieso nicht könne (mit selbstgefälligem Gesichtsaudruck), und verlangte meinen Ausweis. Ich gab ihn ihr ohne groß zu zögern, und sie begann auf ihrem Gerät zu tippen, während ich mich bemühte möglichst schnell die Textpassage aus den Tarifbestimmungen zu finden. Da der PDF-Viewer meines Handys leider keine Suchfunktion hat, gelang mir das nicht bevor die Zugbegleiterin ihre Tipperei beendet hatte. Ich erwähnte, dass ich in Kürze aussteigen müsste, und sie entgegnete dass sie sich deshalb ja beeilen wolle. Außerdem wies sie darauf hin, es gäbe ja Fahrrad-Monatstickets, worauf ich – wiederum wahrheitsgemäß – erwiderte, dass ich die Fahrtstrecke zufällig gerade zum letzten mal mit Fahrrad im Gepäck zurücklegte. Meinen Ausweis erhielt ich zurück, und zusätzlich drückte sie mir ein Stück Papier in die Hand, auf dem sie mit ihrem Gerät etwas ausgedruckt hatte.

Die Situation war mir aus mehreren Episoden bekannt, die ich in meiner langen Bahnfahrer-Karriere bereits als Zeuge miterlebt hatte: Erhöhtes Beförderungsentgelt in Höhe von 40 Euro wegen Fahrens ohne bzw. mit ungültigem Fahrschein. Die Frau fragte mich, ob ich den Inhalt des Papiers erklärt haben wolle. Da ich nicht die Gelegenheit gehabt hatte, die fragliche Stelle in den Tarifbestimmungen zu präsentieren und nicht mehr viel Zeit bis zum Aussteigen blieb, erklärte ich dass ich die Sache mit ihr persönlich klären wollte und nicht schriftlich mit ihrer Dienststelle oder ihrem Vorgesetzten. Es ging mir im Grunde schon längst nicht mehr darum, Einspruch gegen die 40 Euro zu erheben, sondern mich über die mir gerade gegenüber stehende Zugbegleiterin und Ihren unfreundlichen Umgang mit mir zu beschweren. Daher bat ich sie, mir ihren Namen zu nennen. Sie deutete mit dem Finger auf eine Art Kennziffer, die oben auf dem Papier in meiner Hand abgedruckt war, und sagte diese würde sie als Mitarbeiterin der Deutschen Bahn identifizieren. Ich erwiderte, dass ich mit einer Nummer nichts anfangen könnte und ihren vollständigen Namen wissen wollte. Schließlich hatte sie bereits meinen Namen und meine Adresse (und ggf. noch weitere Informationen über mich) in ihr Gerät eingegeben. Sie weigerte sich und sagte „wir dürfen unsere Namen nicht nennen“. Ich reagierte wiederum mit Unverständnis, da es hier um eine persönliche Klärung zwischen der Frau und mir ging. Sie pochte weiterhin auf die „Regeln“, hielt mir ein aufgeschlagenes Heftchen unter die Nase mit dem Hinweis, dort würden diese schwarz auf weiß stehen und sie würde hier nur ihren Job tun, und sie fragte mich erneut, ob ich den Inhalt des Papiers erklärt haben wolle. Ich sagte laut und deutlich „Nein“, worauf sie sich mit einem „Gut“ umdrehte und wieder etwas in ihr Gerät tippte.

Ab diesem Punkt handelte ich nur noch impulsiv, da mich das Auftreten dieser Frau zur Weißglut gebracht hatte. Ich zerriss das Papier in meinen Händen in viele kleine Stücke und warf ihr diese entgegen mit den Worten „Bitte schön“. Sie sagte so etwas wie „Dann müssen Sie die 40 Euro auf jeden Fall bezahlen“. Für mich war es Zeit auszusteigen, da der Zug gerade Bösensell erreichte. Also nahm ich mein Fahrrad und schob es in Richtung Ausgang. Die Frau sprach weiter, es sei ja sowieso „alles gespeichert“. Mich überkam bei ihrem Anblick eine plötzliche Gewissheit, der ich mit lauten derben Worten Ausdruck verlieh: <R rated> „Wenn sie gerade schlecht gelaunt sind, weil sie vielleicht in der letzten Woche nicht gefickt wurden, dann ist das nicht mein Problem.“ Gefolgt von (etwas leiser) „Alte Fotze“. </R rated>

Ich sah, dass das Gesicht meines Bekannten (der noch bis Münster im Zug blieb) kurzzeitig einen leicht entsetzten Ausdruck annahm. Die Frau sagte in etwa „Eine Anzeige wollen Sie also auch noch“, während ich bereits im Begriff war den Zug zu verlassen. Ich ließ zunächst nur ein „Joaaa“ entweichen, schob aber beim Aussteigen (während sie weiter irgendwelche Dinge sagte) nach: „SIE haben Probleme“. Das letzte, was ich von ihr durch die noch offene Tür vernahm, war „Und SIE haben kein Fahrradticket“.

Ich möchte nochmals deutlich betonen, dass mich nicht die Tatsache in Rage versetzt hat, dass mir wegen eines fehlenden Fahrradtickets 40 Euro aufgebrummt werden sollten, sondern allein der Umgangston, mit dem mir dieses (womöglich Männer hassende) Weib begegnet ist! Ich bin mir – nebenbei bemerkt – überaus sicher, dass meine Begründung für die offenkundig schlechte Laune dieses Wesens, die ich mit zugegebenermaßen drastischen Worten zum Ausdruck gebracht habe, der Wahrheit entspricht.

Eine spätere kurze Recherche in den Tarifbestimmungen ergab übrigens, dass in der Tat die Mitnahme eines Fahrrads beim Besitz eines Monatstickets nur werktags ab 19 Uhr und am Wochenende erlaubt ist. Das deckt sich nicht mit der mir entgegen gebrachten Aussage, es sei generell immer ein Fahrradticket nötig.

Über das Wochenende werde ich hoffentlich die Zeit finden, einen Brief an die besagter Frau übergeordnete Organisationseinheit der Deutschen Bahn zu formulieren. Mein Endziel ist, den Namen dieser Person zu ermitteln, mein vorrangiges Ziel, ihre Dienststelle über ihr unangemessenes Verhalten in Kenntnis zu setzen.

Und ehrlich gesagt bereue ich weder mein eigenes Verhalten, noch schäme ich mich für meine Verbalattacke. Im Gegenteil: Ich bin sogar ein wenig stolz, nicht wie so oft klein beigegeben sondern statt dessen Entschlossenheit demonstriert zu haben.

Heute kann ich von einem Bahn-Erlebnis erzählen, bei dem die Bahn ausnahmsweise mal recht gut weg kommt. Es dreht sich dabei einmal mehr um das immer wieder beliebte Thema Fahrkartenautomaten.

Heute ist der 1. Februar, was bedeutet dass ein neues Monatsticket nötig wird. Üblicherweise habe ich mir solche immer bereits am letzten Werktag des Vormonats besorgt. Doch gestern vergaß ich das leider. Erst heute morgen im Zug nach Münster wurde mir bewusst, dass schon ein neuer Monat begonnen hatte und ich für diesen noch kein Ticket besaß. Kein Grund den Zug wieder zu verlassen, denn im Münsterland-Tarif gelten Monatstickets auch noch am ersten Werktag des nachfolgenden Monats! Ich rief mir sicherheitshalber auf dem Handy die Webseite mit der entsprechenden Information auf, falls der Kontrolleur die Tarifbestimmungen nicht im Detail mental gespeichert haben sollte. Doch auf der Fahrt wurde (leider) nicht kontrolliert.

In Bösensell angekommen, begab ich mich zum einzigen vorhandenen Fahrkartenautomaten. Genau genommen ist diese Aussage falsch, denn auf der gegenüber liegenden Seite steht durchaus auch ein solcher, allerdings ein älteres Modell, das keine Zahlungen mit EC- oder Kreditkarte erlaubt (was bei einem Ticketpreis von 126,40 € im Grunde die einzige sinnvolle Option darstellt). Wie gewohnt wählte ich den Verbundtarif und die Monatskarte aus, steckte meine EC-Karte in den Schlitz und gab die PIN ein. Nach ungewöhnlich langer Wartezeit erschien der Hinweis „Vorgang abgebrochen, bitte wiederholen“ auf dem kleinen Display. Das tat ich auch… vier mal. Jedes mal mit dem gleichen Ergebnis. Nach dem fünften Versuch brach der Automat den Ticketkauf dann ganz ab. Ich hatte wenig Lust noch länger bei bitterer Kälte den Metallkasten weiter zu bearbeiten. Also notierte ich mir die darauf angegebene Nummer sowie die Hotline für Störungsmeldungen.

Vom Büro aus rief ich dort an, landete erst einmal in einer Warteschleife, wurde aber nach ca. 1 Minute schon durchgestellt. Es meldete sich eine durchaus freundliche Männerstimme, der ich die Automatennummer und kurz das Problem übermittelte. Die Aussage „Wir kümmern uns darum“ nahm ich erst einmal misstrauisch auf, und der Hinweis ich solle meine Fahrt ganz normal fortsetzen, falls ich mich noch beim Automaten befände, war für mich ohnehin irrelevant.

Ob wirklich heute irgend ein Techniker oder ein SWAT-Team nach Bösensell gereist ist und sich mit dem Automaten beschäftigt hat, werde ich wohl nicht erfahren. Doch als ich am Abend einen neuen Versuch startete, mein Monatsticket zu kaufen, verlief dieser absolut problemlos. Schon 2 Sekunden nach der PIN-Eingabe wurde der Druck des Tickets und des Belegs in Gang gesetzt. Zufall oder tatsächlich Resultat eines funktionierenden Service?

Die Bahn und der Herbst

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Die letzte Woche war zwar durch den Feiertag etwas kürzer aber geprägt von sehr herbstlichem Klima und den damit verbundenen Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. Es gab praktisch keine von mir genutzte Bahnverbindung, die komplett planmäßig über die Bühne ging. Die Schienenstrecke zwischen Recklinghausen und Münster scheint im Herbst prinzipiell problematisch zu sein, doch interessanterweise setzte dieser Zustand genau pünktlich mit dem Monat November ein. In der vorher gehenden Woche hatte ich mich noch gefreut, offenbar eine Zugverbindung gefunden zu haben, die mich nach Feierabend regelmäßig pünktlich nach Recklinghausen bringen konnte.

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Doch diese Freude verließ mich schlagartig und drastisch, als ich die indirekten Auswirkungen des Herbsts auf den Zugbetrieb der Deutschen Bahn zu spüren bekam. Denn – wie ein Zugbegleiter es recht greifbar formulierte – sind bei nasskalter Witterung (und vermutlich auch bei Laubfall) die Triebfahrzeuge nicht in der Lage, „die volle Schubkraft auf die Schienen zu bringen“. Man kann sich durchaus vorstellen, dass nasses Laub auf Metallschienen einen glitschigen Film bilden kann, der unter Umständen dazu führt, dass darauf liegende Räder durchdrehen, wenn ihnen zu viel Drehmoment zugeführt wird. Zwar kann ich mir kaum vorstellen, dass unter dem Gewicht einer typischen Lok für Personenzüge vorhandenes Laub nicht mehr oder weniger atomisiert wird und überhaupt irgend einen merklichen Effekt hat, doch offenbar ist es tatsächlich so. Zumindest ist das die einzige Erklärung, die ich mir unmittelbar aus den Worten des Zugbegleiters zusammen reimen kann.

Also nehmen wir es einfach mal als gegeben hin, dass bei nassem Herbstwetter Züge nicht mit voller Kraft beschleunigen können und somit für die Überwindung der selben Strecken insgesamt mehr Zeit benötigen als bei anderem Wetter. Dies ist ein Problem, das der Deutschen Bahn offenbar bekannt ist. Welche indirekten Auswirkungen ergeben sich nun daraus? Bei vielen A-B-Verbindungen ist es gängige Praxis, die eingesetzten Züge immer zwischen den Punkten A und B hin und her pendeln zu lassen. Das heißt, von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss werden an einem Tag stets die selben Züge eingesetzt, um eine bestimmte Fahrtsrecke abzudecken. Die Fahrpläne sind dabei so gestaltet, dass an den jeweiligen Endpunkten einer Verbindung Standzeiten eingeplant sind, die eventuelle Verspätungen kompensieren sollen. Übersteigt die Verspätung eines Zuges die vorgesehene Standzeit am Endpunkt seiner Strecke, kann er dort nur mit Verspätung wieder in die entgegen gesetzte Richtung zurück fahren.

Meine Vermutung ist die folgende: Zum Betriebsbeginn am Morgen fahren die Züge an den Endpunkten der Strecke (im konkreten Fall Münster und Mönchengladbach) pünktlich ab. Aufgrund der soeben beschriebenen Auswirkungen verlängern sich die Fahrtzeiten für die gesamte Strecke allerdings um mehr als die vorgesehen Standzeiten an den jeweiligen Endpunkten. Somit ist jeder Zug ggf. bereits bei seiner zweiten Fahrt an einem Tag von Beginn an verspätet. Und jede ab diesem Zeitpunkt zusätzlich auftretende Verzögerung addiert sich – sofern sie die vorgesehene Standzeit am jeweils nächsten Endpunkt übersteigt – unmittelbar zur Gesamtverspätung des Zuges hinzu. Und genau dieses Phänomen, dass die Fahrtzeit für die gesamte Strecke zwischen Münster und Mönchengladbach stets länger war als die fahrplanmäßige Dauer plus Standzeit am jeweiligen Endpunkt, führte vermutlich an zwei Tagen in der letzten Woche dazu, dass die Züge am Abend bereits eine Verspätung von ca. 30 Minuten „angesammelt“ hatten.

Was ich nicht begreife, ist dass die Deutsche Bahn – im Bewusstsein dieser Problematik – die Verspätungen ihrer Züge im Verlauf des Tages einfach weiter anwachsen lässt. Statt zusätzliche Züge zur Entlastung und Einhaltung der Fahrpläne einzusetzen, übt man sich in Hilflosigkeit und begründet alle Verspätungen lediglich mit deren ursprünglicher witterungsbezogenen Ursache bzw. der dadurch wiederum bedingten „verspäteten Bereitstellung“. Dass keine zusätzlichen Entlastungszüge zur Verfügung stehen, kann ich mir nicht vorstellen. Der Knackpunkt wird eher sein, dass die Bahn nicht bereit ist zusätzliches Personal zu stellen, um diese Züge zum Einsatz zu bringen. Hier wird also mal wieder ganz bewusst auf Kosten der Fahrgäste gespart. Diese verlieren – wie mehrfach in der letzten Woche geschehen – 30 Minuten Zeit (bzw. wenn sie dadurch einen Anschluss verpassen sogar wesentlich mehr). Wie viele Züge waren an einem dieser Tage 30 Minuten verspätet? Wie viele Personen befanden sich insgesamt in diesen Zügen? Setzen wir hierfür mal den Wert X ein. Rechtfertigen X mal 30 Minuten verlorene Zeit tatsächlich die Einsparung der Personalkosten für die Bereitstellung und den Betrieb eines zusätzlichen Zuges? Da ich weder die Höhe dieser Kosten noch den Wert X kenne, fühle ich mich nicht in der Lage diese Frage zu beantworten. Ich wünschte aber, dass jemand der beides kennt oder zumindest abschätzen kann sich einmal mit ihr beschäftigen würde.

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Diesen Monat bin ich mit einem Fahrkarten-Problem konfrontiert. Da ich drei Wochen in Urlaub war und deshalb nicht täglich zur Arbeit gelangen musste, wäre der Kauf eines VGM-Monatstickets zwischen Haltern am See und Senden-Bösensell für rund 125 Euro verschwendetes Geld gewesen. Deshalb hatte ich mich schon im August schlau gemacht, wie ich an den wenigen Arbeitstagen im September günstiger zur Arbeit gelangen könnte. Da es sich um zufällig genau 12 Bahnfahrten handelte, die ich zurücklegen musste, boten sich drei 4er-Tickets an. Es interessierte mich nun allerdings auch, ob sich bei der Fahrtstrecke selbst noch Sparpotenzial verbarg. Also prüfte ich online ein Paar Kombinationen von Start- und Zielorten durch und verglich die jeweiligen Ticketpreise. Dabei stieß ich auf ein irgendwie unlogisches System von Preisstufen, das ich auch vorher schon ansatzweise beim so genannten Münsterland-Tarif beobachtet hatte.

Um die Ungereimtheiten zu verstehen, muss man erst einmal die Abfolge der Stationen auf der Strecke Haltern – Münster gesehen haben. Dazu ist unten eine Grafik angehängt (die von der VGM stammt und für diesen Zweck etwas bereinigt wurde). Meine gewohnte Strecke im Bereich des Münsterland-Tarifs von Haltern nach Bösensell hat die Preisstufe 5 und kostete mich bisher 124 Euro pro Monat (mittlerweile erhöht auf 126,40). Würde ich nur eine Station weiter bis Münster-Albachten fahren, wäre dies bereits Preisstufe 7 und würde 196,20 Euro kosten. Vermutlich erhöht schon das bloße Überfahren der Stadtgrenze von Münster den Fahrpreis um zwei Stufen. Ähnliches habe ich in anderen Verkehrsverbünden allerdings auch schon beobachtet. Eine Station weniger – also von Haltern bis Nottuln-Appelhülsen – würde den Preis nicht verändern. Bei noch einer Station weniger – bis Buldern – landet man dann bei Preisstufe 4. Jetzt kommt das Interessante: Verändert man den Start-Bahnhof von Haltern auf Sythen, landet man bei Preisstufe 3! Das ist schon merkwürdig, da Sythen ein Ortsteil von Haltern ist. Für mich war es praktisch, da mein VRR-Ticket bis Sythen gilt. Mit drei 4er-Tickets der Preisstufe 3 konnte ich nochmal fast 50 Prozent sparen im Vergleich zur Stufe 5 und musste dafür die 16 km von Buldern zur Arbeit und zurück mit dem Roller fahren statt der 7 km von Bösensell aus.

Übrigens funktioniert dieser Preisstufen-Trick wiederum nicht bei der Kombination Sythen – Appelhülsen. Hierfür zahlt man nicht etwa Stufe 4, sondern genauso wie von Haltern aus Stufe 5. Das gleiche gilt natürlich auch für Sythen – Bösensell.

Noch wirrer wurde es, als ich vor dem Problem stand, dass ich für den Oktober wieder eine Monatsfahrkarte zwischen den Stationen Haltern und Bösensell benötige. Ich war davon ausgegangen, dass ich eine solche an jedem beliebigen Ticket-Automaten im VGM-Bereich bekommen könnte. Aber nein, wie könnte es auch anders sein – für Fahrkarten des Münsterland-Tarifs lässt sich an den Automaten der Startpunkt nicht ändern. Das heißt man kann dort nur Tickets erhalten, die ab der Station gültig sind, an der sich der Automat befindet. Was wiederum bedeutet, dass ich mein benötigtes Ticket ausschließlich an den Bahnhöfen Haltern und Bösensell kaufen kann. Für die Bahn ist diese Tatsache wahrscheinlich vollkommen logisch, für mich als Bahn-Kunde irgendwie nicht. Somit musste ich heute morgen auf dem Weg von Buldern zur Arbeit einen kleinen Umweg über den Bahnhof Bösensell machen, um an mein Ticket zu kommen.

Und weiter gehts mit den Ungereimtheiten. Da morgen der 1. Oktober ist und mein neues Monatsticket dann schon gilt, könnte ich morgens wieder bis Bösensell fahren. Aber was ist mit meinem Roller, den ich dann brauche um den restlichen Weg zur Arbeit zu kommen? Es würde mir nichts bringen, wenn er noch in Buldern steht. Also versuchte ich herauszufinden, wie ich heute mit irgend einer Ticket-Kombination die Strecke von Bösensell nach Sythen abdecken könnte, um nicht noch zweimal die 16 km von/nach Buldern mit dem Roller fahren zu müssen. Mein 4er-Ticket der Preisstufe 3 reichte noch für genau eine Fahrt, zum Beispiel von Buldern bis Sythen, wie in den letzten Tagen schon. Ein erneuter Blick in die Tarifauskunft der VGM führte zu Tage, dass auch die Verbindung Bösensell – Buldern in die Stufe 3 fällt. Ich möchte diese Logik noch einmal rekapitulieren.
Sythen – Buldern: Stufe 3
Buldern – Bösensell: Stufe 3
Sythen – Bösensell: Stufe 5
Macht total Sinn, oder?? Drei plus drei ergibt bekanntlich fünf. Hinzu kommt das Problem, dass ich in Bösensell kein Ticket kaufen kann, das erst ab Buldern gilt. Würde ich mein 4er-Ticket in Bösensell entwerten, wäre es bis Buldern gültig. Um weiter fahren zu können, müsste ich dort aussteigen und ein neues Ticket bis Sythen kaufen. Da dies kaum innerhalb der Zeit zu bewältigen ist, die der Zug in Buldern hält, müsste ich ca. eine halbe Stunde auf den nächsten Zug warten.

Erstes Fazit: Ich fuhr heute wieder 16 km mit dem Roller bis Buldern und werde morgen früh noch ein letztes mal 16 km von dort bis zur Arbeit fahren. Übers Wochenende kann mein Roller dann zum Glück wieder sicher eingeschlossen in Bösensell stehen.
Zweites Fazit: Ich habe wieder ein bisschen was über den Münsterland-Tarif und die Deutsche Bahn dazu gelernt und bin noch verärgerter als vorher.

Noch ein kleiner Nachtrag… Was die scheinbar unlogischen Preisstufen für die oben aufgegriffenen Fahrtstrecken angeht, würde folgendes Schema passen:
Preisstufe = Anzahl Stationen der Strecke inkl. Startort
Es scheint aber nur zufällig bei den genannten Kombinationen aus Start- und Zielorten zuzutreffen.

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1999 – ach jaaa, das war noch was, damals… Ich war gerade mal 18 und das allererste mal in Berlin. Es war eine relativ spontane Aktion. Sie passte irgendwie in die späten 90er Jahre und ins späte Teenager-Alter. Einmalig, unwiederholbar und absolut prägend.

Wir hatten von dieser bekannten Veranstaltung namens Loveparade gehört, die jeden Sommer irgendwo in Berlin stattfand. Und was wussten wir von Berlin? Hauptstadt halt, irgendwie ziemlich groß, ziemlich weit weg „so da oben rechts“, aber viel mehr dann auch nicht. Immerhin – es waren Sommerferien, das Wetter war gut, es gab keine Verpflichtungen denen wir nachkommen mussten und niemanden der uns aufhalten konnte. Die Deutsche Bahn hatte noch „Guten-Abend-“ und „Schönes-Wochenende-Tickets“ im Angebot, die erschwingliche Fahrten kreuz und quer durch die Republik ermöglichten. Wir waren zu zweit – mein Cousin und ich – und hatten uns vorgenommen mal nach Berlin auf die Loveparade zu gehen.

Zur Fortbewegung die Bahntickets, zum Schlafen ein geliehenes Zelt – an mehr dachten wir tatsächlich damals nicht. Und es funktionierte! Einmal vom Westerwald nach Berlin und zurück, ohne großen Plan, einfach so. Probleme entstehen eben meistens nur dann wenn man Zweifel hat. Wir kamen erst tief in der Nacht in Berlin an, am Bahnhof Zoo natürlich. Der war uns ein Begriff, und deshalb war es aufregend plötzlich mittendrin zu stehen. Wir brauchten die „Bändchen“, so viel wussten wir. Mit denen konnte man das ganze Wochenende über alle öffentlichen Verkehrsmittel im Bereich der BVG nutzen. Und wir wollten auf keinen Fall die restliche Nacht in diesem berüchtigten Bahnhof verbringen. Vor dem Ausgang wuselten aber einige mobile Verkäufer herum, bei denen man die begehrten Bändchen und diverse Fressalien bekommen konnte.

Der Rest ist Geschichte, und die werde ich niemals vergessen. Morgens wildes Campen am Rand der Metropole, ab mittags 1 Million Menschen im Tiergarten, strahlender Sonnenschein, Durst, am Abend ganz vorne stehen direkt unterhalb der kleinen DJ-Kapsel, Bewegung, Licht, Bässe, zum Schluss an- und abschwellendes weißes Rauschen. Das war die Loveparade, das war Berlin, das waren wir.

Auf die beschwerliche Rückreise will ich jetzt nicht eingehen, wohl aber auf den gescheiterten Versuch die Erfahrung zu wiederholen. Es müsste 2002 gewesen sein, wir waren diesmal zu dritt – mein Bruder war mit von der Partie. Wir traten im Partnerlook auf: Rote Klamotten und rot gefärbte Haare, die irgendwie nach oben gestylt waren, nach Nuller-Jahre-Manier. Das erwartete Feeling wollte sich aber nicht so recht einstellen. Für die Hin- und Rückfahrt hatten wir Plätze in einem speziell gecharterten Reisebus gebucht. Die meisten Insassen waren jünger und schienen eine andere Partykultur zu haben als wir. Die Fahrten/Übernachtungen im Bus waren langatmig und nervig, Berlin war für uns nix Neues mehr, es waren viel zu wenige Leute da, und irgendwie war auch das Wetter nicht so toll. Selbst die geschossenen Fotos waren nur noch was für die Tonne, da die (analoge) Kamera wohl vorher schon was abbekommen hatte. Alles in allem bot die Loveparade in jenem Jahr nichts was bei mir intensive Erinnerungen hinterlassen hat.

Irgendwann kam das Aus für Berlin… Und dann war auf einmal die Rede vom Ruhrgebiet. Ich hatte das Thema Loveparade für mich schon abgehakt und nicht weiter verfolgt. Deshalb erreichten mich 2007 die Informationen über das Revival in Essen erst ziemlich spät. Ich war jobmäßig gerade neu in Düsseldorf angekommen, und mein damaliger Vorgesetzter hatte in unserem Büro ein Plakat angebracht, das ich zwar nebenbei registriert aber nicht näher studiert hatte. Irgendwann fiel mein Blick dann doch einmal etwas länger darauf, und eine kurze Recherche im Internet führte zu Tage dass der Termin für die Loveparade 2007 am darauf folgenden Samstag war und das ganze in Essen stattfinden würde. Ähnlich spontan wie beim ersten mal entschied ich, mir die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Durch die geografische Nähe war außerdem keine wirkliche Planung nötig.

Diesmal war ich allein unterwegs. Mit dem Zug nach Essen zu kommen war kein großes Problem, und es war mein erster Besuch in dieser Stadt. Tatsächlich war wieder ein Quäntchen des 99er-Gefühls zu spüren, weil sich ein paar Dinge wiederholten. Das Wetter war in etwa das gleiche, die Besucherzahl wurde sogar noch übertroffen, und es kam sogar ein wenig Rave-Atmosphäre auf. Ich hatte erwartet dass die Veranstaltung einen völlig anderen (vor allem kommerzielleren) Charakter haben würde als seinerzeit in Berlin, wurde jedoch angenehm überrascht. Natürlich war das Bühnengebilde übertrieben und irgendwie größenwahnsinnig, aber nicht weniger beeindruckend. Die Musik, die zur „Abschlusskundgebung“ über den Berliner Platz schallte (Nomen est Omen!), hatte nicht viel kommerzielles und erinnerte an die alten Elektro-Zeiten. Leider konnte ich nicht bis zum Ende bleiben. Aber ich erfuhr am eigenen Leib, warum eine Berliner Veranstaltung sich nicht mal eben so an einen anderen Ort verlagern lässt. Die Platzverhältnisse sind einfach zu unterschiedlich. Mangels Alternativen nutzten fast alle Besucher den Essener Hauptbahnhof zur An- und Abreise. Dieser war für das Menschenaufkommen an diesem Tag rein architektonisch alles andere als geeignet. Man hatte das Gefühl in einem großen Fleischwolf zu sein. Von einer Seite strömte alles trichterförmig in einen engen Tunnel hinein und aus mehreren noch engeren Öffnungen in mehr oder weniger zerdrücktem Zustand wieder hinaus. Ich war heilfroh wieder in einem Zug zu sitzen, der mich an einen anderen Ort bringen konnte, auch wenn ich wahrscheinlich den besten Teil der Veranstaltung verpasst hatte.

Ein Jahr darauf war Dortmund dran, ein Besuch der dortigen Loveparade war von mir fest eingeplant, und ich hatte sogar wieder einen Mitstreiter. Im Vorfeld war zu lesen gewesen dass man die Verkehrssituation diesmal systematisch entschärfen wollte, indem Bahnreisende je nach Abfahrtsort über verschiedene Bahnhöfe geschleust werden sollten. Wir wollten besonders schlau sein und stellten das Auto im nahe gelegenen Hagen ab, um von dort aus per Bahn in den Hexenkessel zu fahren. Die Züge aus Hagen landeten aber ausgerechnet im Dortmunder Hauptbahnhof, wo natürlich die Hölle los war. Entsprechend überlastet waren die Bahnstrecken, so dass man zeitweise im völlig überfüllten Zug festsaß, während dieser darauf wartete weiterfahren zu dürfen. Das Wetter war leider sehr wechselhaft. Als wir gerade vor den Westfalenhallen angekommen waren gab es einen Wolkenbruch sondergleichen, der den ohnehin nicht richtig aufkommen wollenden Spaß komplett vernichtete. Die B1 als geplantes Äquivalent zur Straße des 17. Juni konnte nicht überzeugen. Man fühlte sich permanent gefangen, weil es praktisch keine Ausweichmöglichkeiten gab und die Bundesstraße bis auf wenige Zugänge hermetisch abgeschirmt war. Auf dem Messegelände verlief sich die Menge ein wenig, aber das ganze Areal war sehr unübersichtlich. Reichlich gefrustet machten wir uns schon am Nachmittag wieder auf den Heimweg. Wir hatten Glück gerade einen passenden Zug zu erwischen und einer vorübergehenden Komplettsperrung des Hauptbahnhofs zu entgehen. Die Abschlusskundgebung konnten wir noch teilweise am Fernseher verfolgen. Die Show war für meinen Geschmack nicht übel. Ein Bekannter, der sie bis zum Ende vor Ort verfolgt hatte, erzählte mir später dass die Stimmung noch richtig gut geworden war.

Tja, und nach dem Bochumer Aussetzer in 2009 steht nun die Duisburger Version der Loveparade unmittelbar bevor. PR-mäßig ist sie schon vorher ein Erfolg gewesen. Lange genug stand sie offiziell auf der Kippe, um dann schließlich doch mit Hilfe der „Community“ gerettet zu werden. Man fragte sich indessen, wo um alles in der Welt man in Duisburg den Platz für eine solche Riesenveranstaltung schaffen wollte, nachdem sich die beiden Vorgänger im Ruhrpott glimpflich geschlagen hatten. Mein erster spontaner Einfall war eine gesperrte A59 für die „Floats“ und eine Abschlusskundgebung im Innenhafen oder dergleichen. Denkbar, aber offenbar nicht realisierbar. Irgendwann geisterte die Meldung durch die Medien, ein Gelände in der Nähe des Hauptbahnhofs sei nun für das Event vorgesehen. Aha, Hauptbahnhof also. Macht logistisch betrachtet Sinn, weil die Massen dann nicht durch die halbe Innenstadt geschleust werden und dafür etliche Straßen und Wege gesichert werden müssen. Macht wirtschaftlich betrachtet Sinn, weil das Duisburger Stadtzentrum mit seiner Königstraße quasi sauber von der Großveranstaltung getrennt und der normale Shoppingbetrieb munter weiter gehen kann, während die Raver in ein abgeriegeltes Gelände gepresst werden. Sozusagen in einen Fleischwolf ohne Lochscheibe. Wenn man sich das bildlich vorstellt, möchte man sich gar nicht vorstellen wie es sich anfühlt. Angesichts der Tatsache, dass laut offizieller Aussage des Veranstalters das Gelände maximal 500.000 Menschen fassen kann und bei gutem Wetter mindestens die doppelte Anzahl erwartet wird. Ach ja, und offenbar gibt es nur einen einzigen Ein- und Ausgang. Was wäre wenn es auf dem Gelände zu einem Vorfall käme, zum Beispiel gewalttätiger Art? Eine Massenpanik benötigt keinen großen Auslöser. Da die Organisatoren dies ja mit Sicherheit bedacht haben, kann man damit rechnen dass es entsprechend strenge Zugangskontrollen geben wird. Und wenn man schon mal dabei ist die Besucher auf Waffen und Ähnliches zu filzen kann man auch direkt sämtliche mitgebrachten Getränke aus dem Verkehr ziehen.

Womit die Loveparade schließlich zu einem von vielen Open-Air-Festivals mutiert ist. Keine Floatstrecke über breite Straßen mehr, kein Chillen im Grünen wenn man müde vom Tanzen ist. Stattdessen ein trostloses, mal eben auf die Schnelle mit grobem Schotter geplättetes ehemaliges Güterbahnhofsgelände abseits der City, auf das die feiernde Gemeinde abgeschoben wird. Vor ein paar Tagen konnte ich vom Zug aus einen kurzen Blick auf das Gelände werfen und möchte dazu nur sagen: Es sah provisorisch, armselig und vor allem viel zu klein aus. Es schien komplett von Bauzäunen umgeben zu sein und hatte schon rein optisch absolut gar nichts mit den Locations zu tun, an denen bisher die Loveparade stattgefunden hat.

Sollte ich morgen den Weg nach Duisburg finden und tatsächlich auf dem eben beschriebenen Gelände landen, werde ich zumindest davon garantiert enttäuscht sein. Was nicht heißen muss dass es den meisten Besuchern so gehen wird. Ich könnte mir gut vorstellen dass die heutige U-20-Generation Veranstaltungen wie die Original-Loveparade nie erlebt hat und an Festivals mit Absperrungen, Einlasskontrolle und Getränkeverbot gewöhnt ist. Und genau diese Generation wird vermutlich den größten Teil der Besucherschaft ausmachen.

Dass unser guter Herr Lenz (aka Westbam) bis zu diesem Jahr gewartet hat um sein Abschiedsständchen zu geben, ist mehr als unglücklich. Aber irgendwann muss er diesen Schritt schließlich gehen, und es kann eigentlich nur noch schlimmer werden für ihn. Die Generation, die ihn zu seinen besten Zeiten begeistert gefeiert hatte, sitzt heute größtenteils im Büro oder bei der Familie und ist zu Silbermond, Unheilig oder ähnlichem Seicht-Rock konvertiert. Eigentlich möchte ich mir Westbams Abschiedsfeier gar nicht live ansehen, allein schon aus Angst vorm Fremdschämen. Ein Techno-Veteran, der sich vor einem Publikum, das ihn womöglich gar nicht kennt, um Beachtung bemüht – das wollen wir nicht wirklich sehen. Ich hoffe für ihn, dass seine Euphorie über das ganze Brimborium um seine Person ihn das nicht bemerken lässt…

Ja ja, die Loveparade – wo ist sie hin? Ein Teil von ihr bleibt bestehen… in meinen Erinnerungen an den Sommer ’99.

Der Sommer ist da. Und zwar sowas von! Die Luft erreicht im Schatten und im Freien an manchen Tagen locker Temperaturen in den Mittdreißigern. In der Sonne und in geschlossenen, ungekühlten Räumen kann es noch deutlich mehr werden.

Wie geht das größte deutsche Verkehrsunternehmen damit um? Wie sich – zum Teil sogar mit öffentlicher Resonanz – herausgestellt hat, oftmals gar nicht. Der Fall der Schülergruppe, die nach dem Ausfall der Klimaanlage im ICE bei rund 50 Grad das Bewusstsein verlor, wurde von den Medien ausgiebig breit getreten und zieht zum Glück nun Ermittlungen der Bundespolizei sowie eine Untersuchung seitens der Bundesregierung nach sich. Mittlerweile stellte sich ja sogar heraus, dass sich seit dem Wochenende zig ähnliche Vorfälle ereignet haben und die verbauten Klimaanlagen systematisch bei hohen Temperaturen versagen. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun natürlich zunächst einmal auf Fernzüge, die bekannermaßen deutlich mehr Komfort und Service bieten als der öffentliche Nahverkehr und von den Fahrgästen mit entsprechenden Aufpreisen belohnt werden müssen. Ganz automatisch stellt sich die Frage, wie sich der Temperaturzustand wohl in den roten „Bummelzügen“ der Deutschen Bahn darstellt, wenn schon in InterCitys und ICEs massiv die Gesundheit der Fahrgäste gefährdet wird.

Ich nutze an den meisten Werktagen die RegionalBahn, um zur Arbeit und zurück zu gelangen, und verbringe daher an diesen Tagen in der Regel ca. 1 Stunde in Nahverkehrszügen. In diesem Sommer musste ich bisher glücklicherweise noch keinen Bahn-bedingten Hitzeschock erleiden. Was aber nicht bedeutet dass es in diesen Zügen kein Temperaturproblem gibt. Die auf meiner Stammstrecke eingesetzten Wagen sind allesamt von neuerem Baujahr und verfügen über Klimaanlagen. Das muss freilich nicht bedeuten dass diese auch immer eingeschaltet sind.

Es gibt 2 triviale Methoden, um in Zügen Luftzirkulation herbeizuführen: 1. die Nutzung der Kühlaggregate und 2. das Öffnen der Fenster. Letzteres sorgt logischerweise nicht für Abkühlung, ist aber bei nicht vorhandener oder abgeschalteter Klimaanlage eine willkommene (wenn auch minderwertige) Alternative. Bisher war ich der Meinung, dass in klimatisierbaren Zügen die Fenster – wenn überhaupt – nur mit Hilfe eines „Spezialwerkzeugs“ geöffnet werden können. Das macht natürlich irgendwo Sinn, da die gekühlte Luft durch offene Fenster entweichen und warme Luft von außen hereinströmen würde. In den letzten Tagen musste ich allerdings feststellen, dass in den von mir benutzten Regionalzügen einzelne Fenster geöffnet waren.

Auch gestern auf der Heimfahrt war das wieder der Fall, und im Zug war es ebenso drückend warm wie draußen. Ich fand die eintretende Luftströmung zwar ganz angenehm, fragte mich aber im selben Moment warum scheinbar bei einer Außentemperatur von über 30 Grad die Klimaanlage nicht lief. Doch halt – tat sie das wirklich nicht? Ein Probegriff an die Wandverkleidung über dem Fußboden ließ mich einen deutlich kühlen Hauch verspüren! Die Aggregate liefen also doch. Aber was sollen sie bringen, wenn bei Tempo 100 die ganze Zeit heiße Luft von außen durch die offenen Fenster herein gepresst wird? Diese Frage sollte die Deutsche Bahn am besten selbst beantworten, aber leider habe ich da meine Zweifel ob sie das kann. Es ist vielleicht wieder eine Ironie des Schicksals oder einfach nur Bahn-Logik: In den Fernzügen mit defekter Klimaanlage gibt es keine Fenster die sich öffnen lassen, während in Nahverkehrszügen in denen sie einwandfrei funktioniert die Fenster anscheinend von „dummen“ Fahrgästen jederzeit geöffnet werden können.

Bahn oh Bahn, wir sind von dir begeistert.

So wenig man sich im Grunde über die Bahnverbindung zwischen Recklinghausen und Münster beklagen kann, so schwerwiegend sind doch die Auswirkungen, wenn tatsächlich einmal etwas Außerplanmäßiges geschieht. So wie heute morgen…

Als ich wie gewohnt um kurz nach 7 am Recklinghäuser Hauptbahnhof den Bahnsteig betrat schien alles auf eine normale Fahrt zur Arbeit hinauszulaufen. Der schon reflexartige erste Blick auf die Anzeigetafel an Gleis 2 informierte mich über die planmäßige Abfahrt der RB42 nach Münster um 7:09. Um 7:09 erschien die verhasste Laufschrift am oberen Rand und verkündete 10 Minuten Verspätung. Eine Durchsage war nicht zu vernehmen, weder von der automatischen noch von einer realen Stimme. Im 5-Minuten-Takt erhöhte sich die Angabe auf der Tafel, bis sie bei 20 Minuten angelangt war. Kurz darauf wechselte die Anzeige auf den RE2 um 7:37. Wiederum ohne Durchsage. Man konnte nur vermuten, dass die Regionalbahn komplett gestrichen worden war. Irgendwann ertönte dann doch etwas aus den Lautsprechern, das allerdings aufgrund eines gerade durchfahrenden Güterzugs nicht zu verstehen war. Kurz darauf wurde es wiederholt, und die Wartenden erfuhren dass der RE2 nun auch 15 Minuten Verspätung hatte. Die Anzeige auf dem blauen Display wechselte zu meinem Erstaunen wieder auf die RB42 und gab für diese nun 30 Minuten an. Die Zahl erhöhte sich auf 40 und änderte sich dann nicht mehr, auch als 7:49 verstrichen war. Um kurz vor 8 rollte der Zug von Richtung Süden heran, und alle Anwesenden machten sich bereit zum Einsteigen. Umsonst, denn der Zug fuhr ungebremst weiter ohne anzuhalten. Das Display am vorderen Wagen zeigte „RB42 Münster“. Die Reaktion der Leute war insgesamt überraschend temperamentlos aber doch deutlich. Ich amüsierte mich ein wenig über eine Jugendliche, die sich telefonisch von ihrer Mutter die Erlaubnis einholte, nach einer Stunde Wartezeit am Bahnsteig die Schule zu schwänzen.

Zwischenzeitlich prangte auf der Anzeigetafel wieder der RE2 – jetzt mit 25 Minuten Verspätung. Es folgten noch 2 Durchsagen, die für die beiden nachfolgenden Züge nach Haltern bzw. Münster ebenfalls Verspätungen ankündigten. Die Angabe auf der Tafel wurde noch auf 30 Minuten erhöht, und tatsächlich fuhr der RE2 um ca. 8:07 ein. Damit hatte ich eine geschlagene Stunde auf eine Zugverbindung Richtung Münster gewartet, war ebenso viel später auf der Arbeit, musste auf die Hälfte meiner Mittagspause verzichten und eine halbe Stunde später Feierabend machen. Der Grund für all die Verspätungen waren (laut Anzeigetafel) „Verzögerungen im Betriebsablauf“. Besten Dank, Deutsche Bahn :-/

Auch wenn ich seit dem letzten Monat wieder per Bahn zur Arbeit pendle, lohnt es sich nicht wirklich einen täglichen Blog darüber zu pflegen.

http://familycareintl.org/blog/2015/01/04/viagra-cialis-online-order/

Denn die Strecke zwischen Recklinghausen und Münster ist tatsächlich kaum von Störungen betroffen. Außer am 15.04.2010… Und das nehme ich zum Anlass, mich hier erneut ausführlich zur Deutschen Bahn auszulassen.

Wie gewohnt stand ich um viertel nach fünf nachmittags am Bahnsteig in Senden-Bösensell, um die 17:20er Regionalbahn (RB42) zu nehmen, die von Münster nach Essen fährt. Der Zug kam pünktlich, was an sich gar nicht ungewöhnlich ist. Wie immer kramte ich am Sitzplatz meine Kopfhörer heraus, um mir mit Musik die Zeit zu verkürzen. Gleichzeitig wollte ich noch eine Email zu Ende schreiben und war dadurch etwas vertiefter als sonst.

Nach drei Stationen hielt der Zug in Dülmen. Bis hierher also alles noch normal. Es wunderte mich etwas, dass er nicht gleich weiter fuhr und dass vereinzelt Leute, die gerade eingestiegen waren, den Zug wieder verließen. Aber da ich noch eine gewisse Anzahl an Fahrgästen auf ihren Plätzen erblicken konnte, ging ich nur von einer „normalen“ Betriebsstörung aus, welche die Weiterfahrt etwas verzögern würde. Nach ca. 10 Minuten setzte sich der Zug dann auch wieder in Bewegung… allerdings zu meinem Entsetzen in die Richtung, aus der er gekommen war! Nun wurde ich doch etwas unruhig und stieg natürlich bei der nächsten Station (Buldern) aus. An jenem Bahnhof ist es recht umständlich den Bahnsteig zu wechseln, doch ich hatte genug Zeit, zumal der nächste Zug Richtung Recklinghausen noch nicht nahte.

Die mobile Fahrplanauskunft des VRR zeigte für den RE2 nach Mönchengladbach eine Verspätung von 4 Minuten an, was sich so weit als relativ korrekt erwies. Jedoch war dort nicht zu erkennen, was kurz nach der Abfahrt in Buldern im Zug durchgesagt wurde: Auch diese Fahrt sollte in Dülmen enden und nach kurzem Aufenthalt wieder zurück nach Münster gehen. Als Grund wurde ein „Personenunfall“ zwischen Dülmen und Sythen genannt, und es wurde auf einen Schienenersatzverkehr bis Haltern hingewiesen. Der Bahnsteig in Dülmen war voller Menschen, die alle in einen schmalen Treppenaufgang strömten. Ich strömte erstmal mit und landete am Busbahnhof, wo sich aber just kein einziger Bus befand. Ein gestikulierender Uniformträger wies die Menschenmenge in Richtung einer Haltestelle, an der gleich der nächste Bus einfahren solle. Also positionierte ich mich schon einmal strategisch, um möglichst unter den ersten Einsteigenden zu sein. Einige Minuten später winkte der Uniformierte von einem Treppenabsatz aus herüber und lotste die Wartenden hinunter zu einem Parkplatz, wo sich tatsächlich ein Bus eingefunden hatte. Ich war bei den letzten, für die noch Stehplätze zur Verfügung standen. Die restliche Menschenmasse wurde auf spätere Busse vertröstet. Die Türen schlossen sich, und wegen mangelnder Luftzufuhr wurde es sofort stickig.

Der Bus bewegte sich im Schneckentempo vorwärts und brauchte eine gefühlte Ewigkeit, um überhaupt die Stadt Dülmen hinter sich zu lassen. Da er auch den Bahnhof Sythen anfahren sollte, wählte der Fahrer kleine Nebenstraßen mit Kreisverkehren und Ampeln ohne Ende. Nachdem in Sythen ein einziger Passagier den Bus verlassen hatte, waren sich alle anderen einig dass sich der zeitraubende Umweg nicht gelohnt hatte. Eine junge Frau erzählte etwas von einer S-Bahn, die laut Fahrplan um 18:33 in Haltern abfahren sollte, und ich entschloss mich diese zu nehmen und bis Gelsenkirchen-Hassel zu fahren, wenn der Bus rechtzeitig ankäme. Das war nicht der Fall, und die Linie S9 fährt nur stündlich in Haltern ab.

Die Bahnsteige füllten sich mit den Menschen aus den Bussen, und alle standen mehr oder weniger ratlos herum. Ein älterer Mann, der gerade angekommen war, fragte ob es schon eine Durchsage gegeben hätte. Ich antwortete ihm: „Keine Einzige“.

Irgendwann rollte aus Süden ein Regionalexpress herein und hielt. Einige Fahrgäste stiegen aus, doch die meisten blieben sitzen. Die Aussteigenden wurden gefragt ob es im Zug eine Durchsage gegeben hätte, wohin die Fahrt weiter gehen sollte. Eine Passagierin, die leicht verwirrt schien, meinte der Zug solle wohl erst einmal etwa 15 Minuten warten, und bis dahin solle entschieden werden in welche Richtung er weiter geschickt würde. Es herrschte allgemeine Ratlosigkeit. Ich gesellte mich zu einer Gruppe, die sich um einen älteren Bahn-Mitarbeiter geschart hatte. Jener schien als Reaktion auf die Fragen der Leute ein wenig die Geduld zu verlieren, da er selbst genauso desinformiert war wie alle anderen Anwesenden. Einen Teil seines recht expressiven Statements konnte ich auf Video festhalten. Ich denke den Worten dieses Herrn ist nichts hinzuzufügen.
Video: Bahn-Mitarbeiter in Haltern

Für kurze Erheiterung sorgte eine automatische Lautsprecherdurchsage „Willkommen in Haltern“, die ohne jeden Zusammenhang ertönte. Ein paar Minuten darauf folgte eine weitere Durchsage – diesmal von einer realen Stimme -, die verkündete dass der Regionalexpress in Kürze wieder in Richtung Mönchengladbach abfahren würde. Hallelujah! Unmittelbar begann der Zug sich weitgehend zu entleeren, da dessen Insassen offenbar fast alle weiter in Richtung Münster wollten. Ich stieg zusammen mit den anderen Reisenden ein, deren Ziel weiter südlich lag. Der Zug setzte sich kurz darauf extrem langsam in Bewegung, blieb noch einmal stehen und fuhr dann in normalem Tempo los. Die zwei verbleibenden Stationen bis Recklinghausen wurden in der üblichen Zeit zurückgelegt.

Statt einer halben Stunde benötigte ich an diesem denkwürdigen Tag etwa mehr als zwei Stunden, um von Bösensell nach Recklinghausen zu gelangen. Ich will hoffen dass solche Tage in Zukunft die Ausnahme bleiben…

Zum Glück kommt es nicht mehr allzu oft vor, dass ich (außer für meinen Weg zur Arbeit) den öffentlichen Nahverkehr nutze. Nebenbei bemerkt: Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist für mich im Prinzip gar kein Thema mehr (da unrentabel)! Da ich aber nun doch nach längerer Abstinenz wieder ein Wochenende im Westerwald verbringen wollte, war es nötig die Dienste des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen in Anspruch zu nehmen. Nach wie vor bin ich im Besitz eines Ticket2000 des VRR (welches ich momentan nicht missen möchte). Für Fahrten nach oder über Köln – also auch nach Betzdorf – hatte ich mir bislang immer 4er-Tickets des VRS besorgt, die jeweils ab/bis Langenfeld gültig sind und mir in Verbindung mit dem VRR-Abo durchgehende Fahrten von/nach Düsseldorf ermöglichen. Ein Problem dabei war schon bisher immer gewesen, dass reine VRS-Tickets nur an Bahnhöfen des VRS-Verbundgebiets verfügbar sind. Aus diesem Grund hatte ich bereits mehrmals auf der Fahrt von Düsseldorf nach Betzdorf einen Zwischenstopp in Langenfeld eingelegt, um mir dort am Automaten ein 4er-Ticket zu kaufen.
So hatte ich es auch letzten Freitag wieder geplant und stieg nach Feierabend in die S6 ein, die auch in Langenfeld hält. Mein Ticket2000 ist an Werktagen erst ab 19 Uhr außerhalb von Düsseldorf gültig, allerdings sehe ich es nicht ein, für ca. 2 km Fahrtstrecke zwischen D-Hellerhof und Langenfeld-Berghausen ein Zusatzticket für €2,30 zu kaufen. Ich stieg allerdings gleich in Berghausen aus, um die geringe Wahrscheinlichkeit in eine Kontrolle zu geraten nicht mehr als nötig herauszufordern. Der Fahrkartenautomat am Bahnsteig irritierte mich schon beim ersten Anblick leicht, da er lediglich einen VRR- und keinen VRS-Aufkleber hatte. Das Display jedoch versprach auf dem Button oben rechts Tickets zum VRR- und VRS-Tarif. Nach Tippen darauf war aber wiederum kein Hinweis auf den VRS auszmachen. Ich hatte lediglich die Möglichkeit eine VRR-Preisstufe oder ein Fahrtziel auszuwählen. Also tippte ich auf Fahrtziel und danach auf B und E (für Betzdorf). Prompt erschienen ein paar Orte zur Auswahl, unter denen sich aber leider nicht Betzdorf befand! Auch ein erneuter Versuch führte zum gleichen Ergebnis. Leicht verwirrt kam ich zur Vermutung, dass Berghausen wohl noch außerhalb des VRS-Gebiets liegen müsse und ärgerte mich über mein zu frühes Aussteigen. Was blieb mir anderes als mich zu Fuß in Bewegung zu setzen und zum Bahnhof Langenfeld zu wandern. Das dauerte etwas über 20 Minuten, und die nächste S-Bahn war gerade abgefahren als ich angelangte. Die dortigen Automaten boten das exakt gleiche Bild, und ich begann mich zu fragen ob die Verbundgrenze heimlich verschoben worden war. Da ich keine Möglichkeit sah an mein gewünschtes Ticket nach Betzdorf zu kommen (einen Schalter gibt es am Langenfelder Bahnhof nicht), blieb mir nichts anderes übrig als erst einmal wieder mit der nächsten S-Bahn zurück nach Düsseldorf zu fahren.
Dort begab ich mich unmittelbar ins Reisezentrum am Hauptbahnhof, um zu versuchen etwas Klarheit zu gewinnen. Der Kundenberater verstand mein Anliegen, wusste aber nichts davon dass es in Langenfeld keine VRS-Fahrkarten gäbe. Er versicherte mir, dass dies definitiv in Solingen möglich sei. Ein Bahnticket nach Betzdorf hätte er mir für ca. den doppelten Preis des aktuellen VRS-Tarifs verkaufen können, was ich selbstverständlich ablehnte.
Mir fiel die ‚Schlaue Nummer‘ ein, die man jederzeit anrufen kann, wenn es um Fragen des Nahverkehrs in NRW geht. Also versuchte ich es dort einmal mit der konkreten Frage, ob es in Solingen VRS-Tickets an den Automaten gäbe. Das wurde von dem freundlichen Mann am anderen Ende heftig bejaht, also stellte ich die Frage noch einmal für Langenfeld… und bekam die gleiche Antwort. Er versicherte mir sogar, selbst in Düsseldorf sei das an bestimmten Automaten möglich. Eine wirkliche Hilfe war der Anruf im Nachhinein nicht, aber ich bedankte mich und schlug vor dass das Problem ja mal intern weiter kommuniziert werden könnte. Ich nahm mir kurz einen der beschriebenen Automaten vor, kam damit aber nicht weiter als mit allen anderen.
Also besorgte ich mir sicherheitshalber ein Zusatzticket sowie einen Fahrplan nach Betzdorf via Solingen am Automaten und stieg in die nächste S7 ein. Am Solinger Hauptbahnhof angekommen, suchte ich natürlich sofort einen Ticket-Automaten… und bekam dort wieder exakt das gleiche Bild präsentiert wie überall – kein Hinweis auf irgendwelche VRS-Tickets. Auch wenn Solingen nur einen kleinen Hauptbahnhof besitzt, gibt es dort zumindest einen Info-Schalter, der glücklicherweise auch besetzt war. Der Bahn-Mitarbeiter hörte ziemlich ungläubig meinen Erklärungen zu und stellte dann sogar die sarkastische Frage, ob ich mit Computern umgehen könne! Doch dann verließ er tatsächlich seine Kabine und geleitete mich zu einem der Automaten. Er tippte zunächst zielstrebig auf den VRR/VRS-Button und dann auf Fahrtziel. Beim Versuch Betzdorf auszuwählen hatte er natürlich ebenso wenig Glück wie ich bereits zuvor… und musste sich doch deutlich wundern. Warum denn Betzdorf nicht zur Auswahl stehe, obwohl es doch eindeutig im VRS-Gebiet liege. Er versuchte es mit Köln, aber das war natürlich die falsche Preisstufe. Ich schlug Siegen vor, aber auch das war nicht verfügbar. Es wurde aber Siegburg angeboten, und nach einem Tippen darauf erschien tatsächlich die Preisstufe 5, die ich für eine Fahrt nach Betzdorf benötigte! Und auch ein 4er-Ticket stand zur Auswahl! Der Bahn-Mensch schien ein wenig sprachlos, aber ich bedankte mich für seine Mithilfe beim Herausfinden dieses unlogischen ‚Tricks‘.
Was soll man nun davon halten? Ich hatte vorübergehend die Theorie, dass es mit dem ‚NRW-Tarif‘ zu tun haben könnte. Sprich: Die Bahn ließe bewusst bei den Verbund-Tickets Orte außen vor, die sich weiter weg befinden, um die Fahrgäste zu deutlich teureren Fahrpreisen zu ‚zwingen‘. Aber so weit ich mich erinnern kann sind Fahrkarten für Verbindungen innerhalb eines Verkehrsverbunds auch am Automaten prinzipiell nur zum Verbund-Tarif zu bekommen, selbst wenn man es über den überregionalen Bereich versucht. Das werde ich beizeiten nochmal überprüfen. Auf jeden Fall werde ich versuchen Kontakt zum VRS aufzunehmen und das Problem detailliert schildern. Bin gespannt was man dort als Begründung angibt, dass einige Orte im Verbundgebiet nicht in den Automaten auftauchen.

Edit:
Die folgende Email-Antwort erhielt ich auf meine Anfrage hin von der „Schlauen Nummer“ des VRS:

…wir haben eben von der DB RegioAG mitgeteilt bekommen, dass aufgrund einer neuen Zuordnung (Solingen = räumlich VRR) das Ziel Betzdorf an diesen Automaten als VRS-Zielort fehlt.
Aufgrund Ihrer Beschwerde – Danke für den Hinweis – wird sie eine neue Zwischenmaske entwickeln, um damit auch den kompletten VRS wieder abbilden zu können. Damit sind einige Ziele, die jetzt fehlen, wieder in der Auswahlliste der VRS-Zielorte. Leider benötigt Sie hierfür einen gewissen Zeitbedarf, bitte haben Sie etwas Geduld.
Mit freundlichen Grüßen…

Ach, um der alten Zeiten Willen nehme ich heute mal ein gewohntes Brauchtum auf, das bis vor siebeneinhalb Monaten Teil meines Alltags war: Abends im Zug sitzen und Blog schreiben. Die Zeiten haben sich geändert, und ich fahre nur noch vergleichsweise selten Bahn. Und so gut wie gar nicht mehr Intercity oder ICE. Jetzt bin ich auf dem Weg von Düsseldorf nach Betzdorf und sitze in einem Regionalexpress (‚Express‘ ist natürlich Teil der altbekannten Mehdornschen Ironie). Mit meinem VRR-Ticket2000 Preisstufe A2 darf ich abends bis zur Verbundgrenze – in dem Fall Langenfeld – fahren. Glücklicherweise lässt sich dieses Ticket mit Fahrscheinen des VRS kombinieren, die wiederum ab Langenfeld gültig sind. Und mir wurde von der Deutschen Bahn sowie vom VRS zugesichert, dass man VRS-4er-Tickets bereits in Düsseldorf entwerten kann (da Regionalzüge nun mal nicht in Langenfeld halten).
Irgendwie fühlt man sich wirklich dazu verleitet, ein solches 4er-Ticket öfter als 4x zu verwenden. Gerade eben war wieder Fahrkartenkontrolle, und schon wieder wurde nur ein kurzer Blick auf den kleinen Papierfetzen geworfen, der mich über 30 Tacken gekostet hat, ohne Prüfung der Entwertungsstempel. Ich frage mich ernsthaft wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Zugbegleiter es tatsächlich mal genauer nimmt. Vielleicht hat da jemand hilfreiche Erfahrungen…?
Heute kam es mal wieder zu einem typischen Köln-Zwischenfall. Ich hatte schon fast vergessen, wie neuralgisch der Bahnverkehr in dieser Stadt ist. Da ich weiß wie voll der Regionalexpress nach Siegen am Freitag Abend in Köln wird, steige ich lieber schon am Hauptbahnhof zu und nicht erst in Deutz… Auch wenn das bedeutet, zwei mal den Flaschenhals namens Hohenzollernbrücke überqueren zu müssen, wenn man von D.dorf kommt. In Deutz hatte mein Zug etwas über 5 Min Verspätung. Ich stand schon am Ausgang und war mit mir am ringen ob ich aussteigen oder noch bis zum Hbf weiter fahren sollte. Da es zeitlich zu klappen schien, blieb ich im Zug stehen und bangte, er möge die paar hundert Meter ohne weitere Verzögerungen zurück legen. Es sah auch gut aus. Bis auf die andere Seite der Brücke schaffte er es… und blieb dann unmittelbar vor dem Hbf über 5 Min lang stehen. Die Abfahrtszeit meines Anschlusszugs verstrich, und ich stellte mich schon auf eine Stunde sinnloses Herumlaufen um den Dom ein. Bei der Einfahrt in den Bahnhof sah ich den roten Doppeldecker nach Siegen aber noch auf seinem Gleis stehen. Also kämpfte ich mich nach dem Aussteigen ohne Rücksicht auf Verluste durch die Menschenmassen, schubste jeden der mir im Weg stand brutal zur Seite und rannte 4 Bahnsteige weiter, wo der Zug wundersamerweise noch stand! Und als ich auf den Knopf an einer der Türen drückte, ging diese auf!! Und als ich (wahrscheinlich als letzter) im Zug war, fand ich sogar einen Sitzplatz!!! Mein Pensum an Glück für den heutigen Tag dürfte nun aufgebraucht sein. Zum Glück ist er bald vorbei.
Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass der Zug vor 6 Min in Betzdorf sein sollte, und er ist eben erst in Wissen abgefahren. Naja egal – besser 10-15 Minuten zu spät als eine Stunde…

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