Diagnose erhalten, aber wie geht es weiter?

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Vor ein paar Tagen habe ich einen fachärztlichen Bericht erhalten, in dem das Asperger-Syndrom bei mir diagnostiziert wird. Für alle, die damit noch nichts anfangen können: Es handelt sich dabei um eine Form des Autismus, die sich vor allem durch „merkwürdiges“ Verhalten gegenüber anderen Menschen bemerkbar macht. Dadurch werden zwischenmenschliche Beziehungen und Freundschaften sehr erschwert. Asperger-Autismus ist angeboren und nicht heilbar oder „wegtherapierbar“.

Auch wenn der Verdacht, dass ich von dieser Entwicklungsstörung betroffen bin, schon seit einigen Jahren bestand und immer wieder im Familien- und Bekanntenkreis geäußert wurde, bedeutet die offizielle Diagnose nun zweifellos einen wichtigen Schritt in meinem Leben. Welche Auswirkungen sie haben wird und wie sehr sie mein weiteres Leben verändern oder verbessern kann, ist für mich im Moment noch nicht einschätzbar.

Hier ein Auszug aus dem Arztbericht:

Er hat Schwierigkeiten, nonverbale Signale zur Kommunikation zu verwerten, hat große Schwierigkeiten, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzunehmen mit gemeinsamen Interessen, Aktivitäten und Gefühlen, hat einen deutlichen Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit, kann sein Verhalten nicht spontan modulieren entsprechend dem sozialen Kontext, hat einen deutlichen Mangel, spontan Freude an der Interaktion mit anderen zu teilen. […] Er ist kaum in der Lage, die Intention seines Gegenübers zu verstehen. […] Er ist sehr angewiesen auf gleiche Abläufe, hat ansonsten Probleme, sich erneut zu orientieren. […]

Die Störung bedeutet eine deutliche Einschränkung im sozialen und beruflichen Leben. Er ist auf eine reizarme Umgebung mit möglichst klar strukturierten Abläufen und eine eindeutige verbale Kommunikation angewiesen.

Was mir mit dieser Diagnose nun definitiv zusteht, ist ein Schwerbehindertenausweis – laut Aussage des Arztes sogar mit einem Grad der Behinderung von 50 Prozent. Darum werde ich mich in den nächsten Tagen kümmern. Außerdem gibt es Angebote von auf Autismus spezialisierten Beratungs- und Therapiezentren, die ich nun grundsätzlich nutzen darf. Auch ambulant betreutes Wohnen (sprich Alltags-Unterstützung im eigenen Wohnumfeld) und Hilfe bei der beruflichen Eingliederung dürfte ich in Anspruch nehmen.

Zu sehen, was nach der Diagnose plötzlich theoretisch alles möglich ist, hat mich positiv beeindruckt. Was davon sich tatsächlich in die Tat umsetzen lässt, wird sich noch zeigen. Für mich ist nun auf jeden Fall klar, dass ich in Bezug auf meine berufliche Planung ziemlich umdenken möchte. Natürlich würde ich mich nach wie vor gerne im Freiwilligendienst engagieren, sehe es aber als dringlicher an, mir zunächst einmal konstruktiven Rat zu holen und dadurch einen Überblick zu verschaffen, welche beruflichen Chancen ich als Aspie längerfristig überhaupt habe und welche Förderungsmöglichkeiten es gibt.

Allerdings sehe ich mich nun auch mit einem Dilemma konfrontiert. Zum einen befinden sich – so weit ich es ersehen kann – die Therapiezentren und Beratungsstellen, die mir nun theoretisch zur Verfügung stehen, in Städten. Mein Wunsch war und ist es aber weiterhin, mich beruflich und privat weitestgehend aus den Städten zurückzuziehen. Zum anderen stellt sich mir die Frage, an welchem Ort ich die entsprechenden Angebote künftig überhaupt nutzen soll. Diese sind – wie so vieles – an den Wohnort gebunden. Soll heißen: Sie richten sich logischerweise an Einwohner eines bestimmten Ortes und ggf. der direkten Umgebung und sind nur von ihnen nutzbar. Das Ziel der Beratung und Therapie soll schließlich die bessere Eingliederung an eben diesem Ort sein – auf beruflicher und sozialer Ebene und unter Einbeziehung der Mitmenschen, auf die es im Alltag ankommt.

Doch wo soll ich mich eingliedern? Wo will ich meinen Lebensunterhalt bestreiten und soziale Kontakte pflegen? Ein konkreter Ausgangspunkt würde mir bei dieser Entscheidung massiv helfen. An meinem derzeitigen Wohnort Essen sehe ich diesen Ausgangspunkt nicht. Ich hatte ihn vor ein paar Jahren als meine Wahlheimat auserkoren, weil ich das Ruhrgebiet und seine Menschen sympathisch fand. Aber er bietet mir leider keinen Familien- oder Freundeskreis in der unmittelbaren Umgebung, der mich auffangen kann. Er bietet mir zwar derzeit einen Job, in dem ich mich sicher und als der, der ich bin, akzeptiert fühle – aber nicht die Art von Job, die ich mir für mein weiteres Leben wünsche. Und zudem reicht mein momentan erzieltes Einkommen nur mit Ach und Krach für den Lebensunterhalt.

Eine berufliche und räumliche Veränderung erscheint mir weiterhin mittelfristig angemessen. Genau genommen bis Oktober, denn dann wird der Campingplatz schließen, auf dem mein Wohnwagen-Domizil momentan steht. Ich hoffe, dass sich bis dahin ein Ausgangspunkt in Form eines sicheren und für mich geeigneten Wohnorts gefunden hat, an dem ich mich eingliedern und die Weichen für mein weiteres Leben als Aspie stellen kann.

Auskommen ohne Einkommen – ein neuer Lebensentwurf

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Mein Prozess des Umdenkens ist ein bisschen ins Stocken geraten, weil mir zwecks Umsetzung ein Schritt bevorsteht, der mir nicht so leicht zu fallen scheint. Und dieser Umstand weist auf ein ziemlich grundsätzliches Problem hin. Aber eins nach dem anderen…

Der bereits formulierte Wunsch nach weitgehender Unabhängigkeit von Institutionen wirkt sich auf etliche Lebensbereiche aus und zieht Konsequenzen nach sich. Vieles hängt schließlich mit einander zusammen. Wer auf die Leistungen des Jobcenters in Deutschland verzichten möchte, müsste sich – naheliegenderweise – selbst ein Einkommen erwirtschaften, mit dem die eigene Lebenshaltung finanziert werden kann. Die Höhe richtet sich nach den regelmäßigen Ausgaben. Der mit Abstand größte Anteil entfällt hierbei auf die Kosten fürs Wohnen, gefolgt von Sozialversicherungen.

Ich bin zur Zeit alleiniger Mieter einer Einzimmerwohnung, für die monatlich 320 € Warmmiete anfallen (immerhin bis auf Weiteres um 15 % gemindert wegen eines nicht zur Verfügung stehenden Kellerraums). Den Anspruch, eine Wohnung nur für mich allein zur Verfügung zu haben, erhebe ich aber im Prinzip gar nicht! Jeden Monat verlässt ein hoher Geldbetrag mein Bankkonto, um ein Mietverhältnis aufrecht zu erhalten, das mich in meiner Freiheit und Flexibilität beschneidet. Aufgrund der gesetzlichen Kündigungsfrist muss immer dafür gesorgt sein, dass drei Monatsmieten auf dem Konto vorhanden sind oder es bald sein werden. Ich gehe also arbeiten, um nicht Gefahr zu laufen, womöglich die überübernächste Miete nicht mehr bezahlen zu können. Und das, obwohl ich die Wohnung vielleicht gar nicht benötige. Arbeiten möchte ich aber doch in erster Linie für mich selbst, nicht für andere! Also liegt es nahe, die Wohnung aufzugeben.

Es steht jedoch auch einiges an Hausrat in ihr herum. Beim letzten Umzug hatte ich zwar schon viel unnötigen Tinnef entsorgt, aber auch in 36 Quadratmeter Fläche passt noch mehr hinein, als so manch einer glauben mag. Von vielem werde ich mich wahrscheinlich trennen können, ohne mit der Wimper zu zucken. Doch es befinden sich auch Dinge in meinem Hausstand, die ich bisher zu meinem „Stolz“ gezählt habe – etwa mein großes Schlafsofa und meine Küche. Aber warum tue ich mich bei dem Gedanken, diese Dinge zu veräußern, so schwer?

Mir scheint, dass – wie bei so vielen Dingen – eine gesellschaftliche Prägung verantwortlich ist. Materieller Besitz genießt einen hohen Stellenwert in meinem Umfeld. Vielen Menschen scheint er ein Gefühl von Sicherheit zu suggerieren. Sie häufen Gegenstände um sich herum an und demonstrieren damit offenbar ihr „Revier“ für sich und für andere. Manche setzen dabei auf möglichst wertvolle Güter, manche auf schiere Masse, manche auf beides. Mir drängt sich dabei unweigerlich ein Bild vor meinem geistigen Auge auf, das einen fetten, unbeweglichen Pascha zeigt, der auf einem goldenen Haufen Krimskrams sitzt und sagt „Das hier ist mein Platz“. Anderen werden vielleicht eher die Worte „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ in den Sinn kommen. Es läuft aufs gleiche hinaus. Ein anderes (metaphorisches) Bild zeigt mir einen Bergsteiger, der direkt vor dem Gipfel ein (meinetwegen goldenes) Seil ergreift und feststellt, dass es oben nur mit einem dicken Streifen Klebeband befestigt ist. Was ich damit ausdrücken will: Materielles bietet eben letztlich keine Sicherheit! Oder nochmal platt ausgedrückt: Ein Sofa oder eine Einbauküche hat noch niemandem das Leben gerettet. Und ist damit nicht lebensnotwendig.

Im Grunde ist für mich damit das Sicherheits-Argument entkräftet. Denn es ist allenfalls in einer auf Geld aufbauenden Weltanschauung haltbar, in der alles monetär bewertet wird und materieller Besitz den Wert eines Menschen mitbestimmt. Eine solche Anschauung teile ich nicht. Also brauche ich mich nicht an Besitztümern festzuklammern. Leicht fällt es mir dennoch nicht, an dieser Stelle weiter zu denken, weil ein mögliches alternatives Szenario für mich ziemliches Neuland ist. Seit ich begonnen habe Geld zu verdienen, ist auch für mich das Anhäufen von Besitz ein selbstverständlicher Vorgang gewesen. Es geht mir aber nun um die Frage, ob ein Leben auch weitgehend ohne den materiellen Aspekt – und damit auch ohne eine feste Wohnunterkunft – möglich ist. Ich glaube nun einen Weg entdeckt zu haben, mit dem es mir zumindest vorübergehend realisierbar erscheint. Denn es werden rund um die Welt (seriöse) Chancen geboten, im Austausch für Arbeitsleistung eine Unterkunft und volle Verpflegung zu bekommen – ohne die Notwendigkeit irgend einer fachlichen Qualifikation und ohne zeitliche Verpflichtung… aber auch ohne monetäre Gegenleistung.

Mir kommt es wirklich gerade so vor, als ließe sich damit ein Großteil meiner derzeitigen Probleme auf einen Schlag lösen: Ich wäre vom Jobcenter unabhängig und müsste mich an kein Mietverhältnis binden, hätte aber dennoch einen Platz zum Wohnen und sinnvolle Aufgaben für den Alltag, die mir zudem meinen Lebensunterhalt (in Form von Verpflegung) sichern würden. Und so weit ich es mitbekommen habe, gibt es für Menschen, die „Freiwilligenarbeit“ machen, sehr günstige Versicherungen. Wenn das alles so stimmt und funktioniert, dann ist ein abgesichertes Leben – auch in „entwickelten“ Ländern – ohne monetäres Einkommen (und lediglich mit einer ausreichenden Geldrücklage für Reisekosten) möglich. Ich glaube zwar nicht, dass es vielen Menschen – mich selbst eingeschlossen – behagen würde, dauerhaft auf dieser Basis zu leben, aber für ein paar Jahre halte ich es für durchaus vorstellbar. Und es kann eine Basis für die weitere Lebensplanung sein.

Der Preis, den ich hierfür zahlen muss, ist der Verzicht auf die materiellen Besitztümer, die ich in den letzten Jahren angesammelt habe. Belohnt werde ich dann aber mit einer großen Unabhängigkeit. Wahrscheinlich werde ich mich nicht von allen Dingen trennen wollen. Aber zumindest müsste ich es schaffen, den Umfang meines Hausstands so weit zu minimieren, dass er sich irgendwo privat unterstellen lässt, ohne dass es jemanden stört. Mitnehmen an meine Einsatzorte werde ich nur Dinge, die für mich absolut essenzielle Bedeutung haben.

Meine Überlegungen werden Tag für Tag konkreter, und es wird immer wahrscheinlicher, dass sich meine Vorstellungen verwirklichen lassen!

Gedanken zu meinem Leben, meinem Umfeld und meinem Horizont

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Dieses Jahr werde ich 34. Das ist nach den Maßstäben unserer Gesellschaft kein hohes Alter. Aber jung bin ich damit auch nicht mehr, sondern „irgendwo mittendrin“ halt. Wenn ich cheap cialis 20mg mir andere Menschen in diesem Alter in meinem Umfeld betrachte, wirken diese auf mich sehr beschäftigt. Sie haben sich „etwas aufgebaut“ oder sind noch dabei es zu tun. Sie haben sich zu einem kleinen Teil von etwas größerem gemacht und agieren innerhalb ihres selbst geschaffenen Mikrokosmos, gut integriert in den übergeordneten Makrokosmos. Sie denken in einem großen zeitlichen Radius und streben keine signifikanten Veränderungen an. Sie arbeiten daran, mit Hilfe dessen was sie schon erreicht haben eine langfristige Stabilität und Gleichmäßigkeit zu erlangen beziehungsweise beizubehalten. Sie ziehen größere Veränderungen für sich selbst nur dann in Betracht, wenn äußere Umstände sie erforderlich machen – durch Krankheiten, Unfälle, Todesfälle, Insolvenzen oder Ähnliches. Doch sie treffen selbst für solche Umstände meist Vorsorge, um die eventuellen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Ihr Hauptanliegen ist ganz klar die Stabilität.

Wenn ich mir das bewusst mache, erscheint es mir als hätte ich irgendwann den Anschluss verpasst. Ich erinnere mich noch vage an Zeiträume, in denen auch ich nach Stabilität trachtete, aber letztlich ist dieses Ziel immer wieder aus meinem Fokus gerutscht. Und beim Nachdenken über das Warum erscheint es mir als wären die Wege nie die richtigen gewesen. Noch viel mehr erscheint es mir als wäre ein Weg für mich stets wichtiger als ein Ziel. Während ich mich auf das Beschreiten des Weges konzentriere, entgleitet mir das Ziel schon wieder. Aber möchte ich überhaupt irgendwo ankommen? Oder kann ein Weg mich so sehr ausfüllen, dass ich auch ohne Ziel die Motivation behalte, ihn weiter zu gehen?

In den letzten Jahren habe ich einige Wege eingeschlagen und dann nicht weiter verfolgt. Ein jeweiliges Ziel war schnell wieder verschwunden oder gar nicht erst vorhanden. Und die Wege als solche füllten mich nicht in einem Maß aus, das sie motivierend machte. Was motiviert mich denn? Ganz allgemein betrachtet sind es Dinge, die ich selbst tun kann, ohne auf andere Dinge angewiesen zu sein. Demotivierend ist es für mich hingegen, auf etwas warten zu müssen. Daraus lässt sich folgern, dass ein für mich sinnvoller und nachhaltiger Weg weitgehend nur durch meine eigenen Aktionen funktionieren müsste – und nicht durch die anderer Menschen oder durch äußere Umstände.

Mir fällt gerade massiv auf, dass mein Lebensalltag in hohem Maß von anderen (Menschen und Institutionen) bestimmt wird. Möglichkeiten zur Selbstbestimmung scheine ich zur Zeit fast gar nicht auszuschöpfen. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich durch eine „freiberufliche“ Tätigkeit – meine Arbeitszeiten bestimmen dennoch andere. Die finanzielle Lücke und die teure gesetzliche Krankenversicherung füllt das Jobcenter aus – und droht mit Sanktionen, wenn ich mich nicht um andere Arbeitsplätze bemühe. Ein vor zweieinhalb Jahren begonnenes Studium kann ich nicht nach meinen Vorstellungen abschließen – weil die Universität starre Regeln beibehält, die damit nicht vereinbar sind. Meine Familie und mein Partner leben zwischen 70 und 300 Kilometern von meinem derzeitigen Wohn- und Arbeitsort entfernt – und sind aufgrund ihrer eigenen Umstände nicht in der Lage mich zu besuchen. Meine kleine Mietwohnung ist seit meinem Einzug vor 10 Monaten in noch fast dem gleichen chaotischen Zustand – weil die Hausverwaltung mir keinen Kellerraum zur Verfügung stellen kann und mir aufgrund einiger schon genannter Punkte bisher die Motivation gefehlt hat, die Wohnung dennoch wohnlich herzurichten.

Der letzte Absatz klingt auch für mich nach Klagen auf hohem Niveau, wenn ich ihn noch einmal durchlese. Er beschreibt jedoch meinen realen Status quo. Dass ich mit diesem unzufrieden bin und er für mich keinen Weg ebnet, den ich auf längere Sicht weiter gehen möchte, dürfte nach allem hier bereits Gesagten den meisten Lesern einleuchten. Mein Gefühl deutet mir an, dass es mühseliger wäre zu versuchen den Status quo zu „reparieren“ – allein aufgrund der zahlreichen „Baustellen“ – als einen kompletten und ernsthaften Neuanfang zu wagen und dabei die Maxime der weitestgehenden Selbstbestimmung im Blick zu behalten.

Mir ist bewusst, dass es ohne eine Erweiterung des Horizonts kaum möglich erscheint, einen solchen Weg erfolgreich zu beschreiten. Ich bin mir sicher, dass viele Leser meine Gedanken schon jetzt für unrealistisch halten. Und ich sage noch einmal: Horizont! Realistisch ist, dass jeder Mensch Dinge zum Leben benötigt – und einen Lebensunterhalt, um diese Dinge erhalten zu können. Konstruktiv ist es nun für mich, einen Weg zu finden, mit dem ich meinen Lebensunterhalt bestreiten und mich zugleich von allen externen Faktoren unabhängig machen kann, die zur Zeit noch meinen Lebensalltag (mit)bestimmen. Ich lasse mir von niemandem einreden, dass dies nicht möglich wäre! Zugegebenermaßen bietet unsere eingangs erwähnte Gesellschaft mir tatsächlich kaum entsprechende Chancen. Wer ein Teil von ihr sein will, wird gezwungen ihr etwas zu geben, macht sich dadurch aber zu einem hohem Grad von ihr abhängig und kann nicht frei und selbstbestimmt agieren.

Mir fällt ad hoc nur eine einzige Berufsgruppe in der mittel- und westeuropäischen Gesellschaft ein, die diesen Regeln relativ wenig unterworfen ist und dennoch – mit etwas Glück – fähig ist ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Es handelt sich dabei um die freischaffenden Künstler, die keine Auftragsarbeiten machen. Wer es geschafft hat, sich „einen Namen zu machen“ und zuverlässige zahlende Abnehmer für die eigenen Werke zu haben, ohne Vorgaben von diesen Abnehmern zu erhalten, ist in der Lage relativ frei und selbstbestimmt den eigenen Lebensalltag zu gestalten. Ich stelle mir den Weg zu diesem Dasein allerdings mühselig vor. Zudem sind natürlich ein hohes Maß an Kreativität und Leidenschaft sowie gewisse Werkzeuge vonnöten, um überhaupt in der Lage zu sein künstlerische Werke zu erstellen.

Erst wenn ich mich gedanklich von meinem derzeitigen Lebensumfeld löse, fallen mir weitere „Berufe“ ein, über die sich selbstbestimmt ein Lebensunterhalt erwirtschaften lässt. Diese bewegen sich im Bereich der Agrarwirtschaft im kleinen Rahmen. Auch die Vorstellung der kompletten Selbstversorgung wabert hierbei als Extremform durch meinen Kopf. In unserer Gesellschaft scheint ein solcher Beruf aber nicht nach meinen Vorstellungen zu funktionieren. Agrarwirte sind in Europa und allgemein in Industrieländern nach meinem Wissen meist hochgradig abhängig, da sie ja praktisch ausschließlich Güter für andere erzeugen und diese Güter zudem staatlich reguliert sind. Selbst wer gar nicht den Anspruch hat, mit seinen Gütern im großen Stil zu handeln, muss sich wohl diesen Regularien unterwerfen und darf vieles nicht selbst bestimmen. Anders sieht es in Entwicklungsländern aus. Dort kann Landwirtschaft noch in kleinem Rahmen und unabhängig von staatlichen Institutionen funktionieren. Mir scheint, dass dort noch eine selbstbestimmte Existenz und ein Lebensunterhalt möglich sind, ohne zunächst viele Voraussetzungen schaffen zu müssen, wie es beim Künstler der Fall ist. Lediglich ein gewisses Maß an praktischem Wissen zum Anbau von Nutzpflanzen, zur Viehzucht oder Fischerei braucht man dazu – und natürlich die notwendigen Flächen.

Würde ich nun der Allgemeinheit mitteilen, dass ich plane Farmer in einem Entwicklungsland zu werden, wäre die harmloseste Reaktion wahrscheinlich ein großes ABER. Genauer gesagt Sätze, die etwa mit „Aber du brauchst doch…“ beginnen. Ja, ich brauche wie jeder Mensch gewisse Dinge zum Leben. Dabei handelt es sich grundsätzlich um Nahrung, einen Platz zum Schlafen, Kleidung, Licht und Wärme – und vielleicht ein kleines soziales Umfeld. Nicht lebensnotwendig sind in der Tat diverse Elektrogeräte sowie jegliche materiellen Güter oder „Accessoires“. Vermutlich halten so ziemlich alle Menschen in meinem momentanen Umfeld den Verzicht auf alles außer den absolut lebensnotwendigen Dingen für unmöglich – und sprechen auch mir die Fähigkeit oder Bereitschaft hierzu ab. Ich gebe zu, dass es mich große Überwindung kosten würde, langjährige Gewohnheiten aufzugeben. Doch es handelt sich dabei ja nicht um angeborene Bedürfnisse. Meine Umwelt und die Gesellschaft, in der ich aufgewachsen bin und mich heute bewege, haben diese Bedürfnisse überhaupt erst geweckt. Und ich bin fest überzeugt davon, mich von ihnen wieder distanzieren und schließlich auch lösen zu können. Gerade in einer Umgebung, in der gar nicht die Möglichkeit bestünde, viel mehr als die reinen menschlichen Grundbedürfnisse zu befriedigen, und damit auch keine Versuchung bestünde, sich mehr zu „gönnen“ als nötig.

Ich gehe so weit zu behaupten, dass selbst viele chronische Erkrankungen, unter denen Menschen aus „entwickelten“ Gesellschaften häufig leiden, durch die damit verbundene Lebensweise entstehen oder erst durch sie negative Auswirkungen haben. In meinem Fall ist es eine Refluxkrankheit, die sich nach Umstellung der Ernährung (zum Beispiel Trennkost und Verzicht auf hochgradig verarbeitete Lebensmittel) womöglich gar nicht mehr bemerkbar machen würde – ohne dass ich Medikamente einnehmen müsste. Meine Neigung zu Depressionen würde vielleicht zurück gehen, wenn der von außen kommende psychische Druck auf ein Minimum reduziert wäre. Meine Emetophobie würde mich nach Gewöhnung an eine naturverbundenere Lebensweise in einer nicht so „sterilen“ Umgebung sicherlich viel weniger belasten – ohne Durchführung einer weiteren Therapie. Und selbst das bei mir wahrscheinlich vorhandene, wenn auch noch nicht diagnostizierte, Asperger-Syndrom wäre in einem Alltag, der zum allergrößten Teil von mir selbst und nicht von anderen bestimmt wird, kaum relevant. Die Gesellschaft, in der ich mich gerade bewege, bietet mir zwar allerlei Mittel, die Auswirkungen all jener Erkrankungen zu reduzieren, jedoch zum Preis der Abhängigkeit von diesen Mitteln – und stets mit dem Ziel, mich wieder zu einem möglichst stabilen und produktiven Teil des Kollektivs zu machen. Genau das was – wie eingangs beschrieben – die meisten Menschen aus meinem derzeitigen Umfeld und meiner Altersgruppe anstreben. Ich aber nicht!

Hier schließt sich dann auch der Kreis meiner Gedanken. Mein Wunsch nach einem unabhängigen, maximal selbstbestimmten Leben ist präsent. Ich habe Ideen für mögliche Wege dorthin und keine Angst vor der Erweiterung meines Horizonts. Ich hoffe, bald aus dem Teufelskreis der Abhängigkeit auszubrechen und einen neuen Weg zu beschreiten. Einen Weg, der mich motiviert und zufrieden macht.

Die vier Elemente der Zufriedenheit

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In der letzten Zeit habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, was für mich zu einem zufriedenen Leben gehört. So etwas tut man natürlich in der Regel nur dann, wenn man gerade nicht so zufrieden ist… Aber generell ist es sicher für jedermann sinnvoll, einmal ganz unverbindlich über das zu reflektieren, was das persönliche „Glück“ ausmacht. Für mich haben sich vier Basis-Faktoren herauskristallisiert, auf die es wirklich ankommt. Nur wenn sie alle ab einem gewissen Grad mein Leben bestimmen bzw. ausfüllen, glaube ich mich wirklich zufrieden fühlen zu können. Wer nun utopisch hohe Ansprüche erwartet, der wird gleich merken, dass die vier Elemente der Zufriedenheit vollkommen realistisch, „normal“ und im Grunde für jeden erreichbar sind:

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1. HOME
2. JOB
3. PEERS
4. MILIEU

Ich verwende absichtlich internationale Begriffe, weil diese am besten die Bedeutungen der Elemente umreißen. Aber da die vier Wörter allein nicht sehr viel Aussagekraft besitzen, möchte ich sie nun ausführlich erläutern.

1. HOME

Das hier steht über allem! Jeder Mensch braucht einen Ort, an dem er sich zuhause fühlt, um vollkommen zu sein. Und ich spreche hierbei zunächst einmal von einem Zuhause im allerweitesten Sinn. Es muss sich nicht um einen konkreten Ort oder ein bestimmtes Gebäude handeln. Unter einem Zuhause verstehe ich ganz weit gefasst einen individuellen Mikrokosmos, den man sich selbst geschaffen hat. Mit anderen Worten: Einen Zufluchtsort, den ich mir selbst bieten kann, an dem ich „ankommen“ kann und der mich gewissermaßen „abbildet“.

Mein eigenes Haus oder meine Wohnung bietet mir nicht automatisch ein Zuhause – ich muss es mir dort zuerst bauen, so wie ein Vogel sein Nest. Ich kann mir mein Zuhause mitnehmen, z. B. im Inneren eines Wohnmobils. Und selbst als Obdachloser kann ich mich auf „meiner“ Platte ein wenig zuhause fühlen, weil ich mir (wenn auch immer nur für kurze Zeit) meinen eigenen Mikrokosmos geschaffen habe.

Das erste Element der Zufriedenheit ist für mich mein HOME – ein Zuhause, das mir das Gefühl gibt hier richtig zu sein.

2. JOB

Einen großen Teil unserer Lebenszeit verbringen wir mit Arbeiten. Und auch hier spreche ich von Arbeiten in einem weiteren Sinn. Treffendere Wörter wären Beschäftigung oder Aufgaben. Hierunter fasse ich alle klassischen Arbeitsverhältnisse mit geregelten Zeiten und Gehältern, alle selbständigen oder (gegen Entgelt) „freien“ Tätigkeiten, alle freiwilligen oder ehrenamtlichen Engagements, jegliche Schul-/Aus-/Weiterbildung bis hin zu Funktionen wie „Hausfrau und Mutter“. Denn all diese Beschäftigungen haben eines gemeinsam: Sie bieten mir die Möglichkeit, den Großteil meiner Zeit sinnvoll zu nutzen und etwas zu tun, das nicht nur für mich selbst gut ist.

Ganz wichtig ist hierbei die „Work-Life-Balance“. Wirklich zufrieden kann ich nur dann sein, wenn meine Arbeit mich genügend ausfüllt (das heißt ich mich gerne mit ihr befasse) oder sie mir genügend freie Zeit und Energie für private Aktivitäten lässt, die mir einen Ausgleich zur Arbeitszeit bieten können.

Das zweite Element der Zufriedenheit ist für mich mein JOB – eine oder mehrere Beschäftigungen oder Aufgaben, die mir das Gefühl geben etwas Richtiges zu tun.

3. PEERS

Niemand möchte dauerhaft allein sein. Unser Leben wird bestimmt durch die Interaktion mit anderen Menschen. Um mich selbst (ein)schätzen zu können, muss ich mich mit anderen Personen austauschen und mich an ihnen messen. Und zwar physisch und direkt! Die besten Begriffe, die mir hierfür in den Sinn kommen, sind Real-Freunde, Real-Bekannte bzw. Real-Community.

Viele Beziehungen zwischen Personen werden im Internet-Zeitalter ausschließlich über soziale Netzwerke, Messenger oder Sprach-/Videodienste gepflegt. Diese rein virtuellen Beziehungen lasse ich hierbei ausdrücklich außen vor! Denn um zufrieden sein zu können, benötige ich Menschen mit gewissen Qualitäten in meiner physischen Nähe.

Es kann sich hierbei um wirkliche Freunde handeln, mit denen ich sehr vieles teile (vor allem Zeit und persönliche Gedanken), um Bekannte, mit denen ich mich unregelmäßig treffe oder gemeinsam etwas unternehme, um Menschen, mit denen ich nur ganz spezifische Interessen teile und mich hierzu nur bei Bedarf mit ihnen austausche, ihnen helfe oder mir von ihnen helfen lasse, oder um Gruppen von Menschen, mit denen ich all dies tun oder teilen kann. Idealerweise gibt es einen ausgewogenen Mix aus allem, doch wichtiger ist mir dass ich diese Personen ohne großen Zeitaufwand real erreichen kann (bzw. sie mich).

Das dritte Element der Zufriedenheit sind für mich meine PEERS – Menschen in meiner Nähe, die mir das Gefühl geben in Gemeinschaft zu sein.

4. MILIEU

Der individuelle Alltag wird stark dadurch geprägt, in welcher Umgebung man sich befindet. Im Gegensatz zum ersten Element spreche ich nun vom Makrokosmos, in dem wir uns täglich bewegen. Hierzu zählen die Optik und Atmosphäre des Umkreises, in dem sich der persönliche Lebensmittelpunkt (HOME) befindet, die Menschen die innerhalb dieses Umkreises leben sowie die vorhandene Infrastruktur – sprich Verkehrsanbindung, Versorgung (Lebensmittel, Medizin usw.) und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Um zufrieden mit meiner Umgebung zu sein und mich in ihr wohl zu fühlen, muss sie zu mir passen. Sie sollte mir einen grundsätzlich angenehmen Rahmen für mein Zuhause bieten, und ich möchte mich gerne in ihr aufhalten oder in sie zurückkehren.

Das vierte Element der Zufriedenheit ist für mich mein MILIEU – eine Umgebung, die mir das Gefühl gibt hier heimisch und gut versorgt zu sein.

Ich glaube, dass eine Erfüllung diese vier Elemente ausreicht, um mir eine grundlegende Zufriedenheit zu geben. So mancher dürfte dabei nun wohl den Faktor Lebenspartner(in)/Familie vermissen. Deshalb will ich ihn mal nicht außen vor lassen. Auch aus einer Partnerschaft bzw. Ehe und familiären Beziehungen lässt sich Zufriedenheit gewinnen.

Ich stelle mir die Elemente bildlich als Säulen vor, die meine Plattform der Zufriedenheit tragen. Partner(in) und Familie können sehr gut als Ergänzung dienen, den Raum zwischen den Säulen ausfüllen und das Bild quasi perfekt machen. Allerdings glaube ich, dass sie allein keines meiner vier Elemente ersetzen und eine eigene Säule bilden könnten.

Ich freue mich schon sehr auf den Tag, an dem ich sagen kann:

Ja, meine vier Elemente sind da und im Gleichgewicht.
Ich bin zufrieden.

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Bewerbungen vs Ehrlichkeit

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Auch wenn ich dieses Thema schon in anderen Postings angeschnitten hatte, will ich dazu nochmal ganz gezielt ein paar Dinge loswerden. Vor zwei Tagen hatte ich eine relativ hitzige Diskussion mit meinem Bruder. Er berichtete von seinen Erfahrungen als Bewerber und dem damit verbundenen Frust. Viele Menschen kostet es große Überwindung, in Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen die Wahrheit zu verbiegen, um sich selbst in einem positiveren Licht erscheinen zu lassen. Doch leider wird von Bewerbern genau das erwartet.

Hat man einmal eine Arbeitsstelle ergattert, kann man beruhigt wieder weitgehend „man selbst“ sein, ohne den Job aufs Spiel zu setzen. Doch so lange man keine feste Zusage hat, gilt es den schönen Schein zu wahren. In vielen Fällen erreicht man das schon durch Übertreibung, dem Hervorheben positiver und dem Verschweigen negativer Dinge. So lange es nur dabei bleibt sehe ich kein Problem. Aber sobald echte Lügen nötig sind, um keinen „negativen“ Eindruck zu hinterlassen, ist meine Schmerzgrenze überschritten.

Gerade in Vorstellungsgesprächen wird in der Regel systematisch nach vermeintlichen Schwachpunkten beim Bewerber gesucht. Lücken oder Ungereimtheiten im Lebenslauf, unvollständige Unterlagen oder bestimmte Formulierungen in Zeugnissen geben immer wieder gerne Anlass zum Nachhaken. Und oft genug tritt die fachliche Qualifikation eines Kandidaten dabei plötzlich völlig in den Hintergrund. Wer keine astreinen und vollständigen Bewerbungsunterlagen vorweisen kann und deshalb keine Absagen riskieren will, der steht vor der Wahl:

  • Lebenslauf und/oder Zeugnisse zu „pimpen“ (sprich: Dokumente zu fälschen),
  • im Vorstellungsgespräch zu lügen,
  • im Vorstellungsgespräch heikle Punkte auszulassen oder Aussagen hierzu zu verweigern (und hoffen dass dies nicht als Schwachpunkt gewertet wird)
  • ehrlich zu bleiben (und hoffen dass der Entscheider im Unternehmen ein Herz für ehrliche Menschen hat)

Letztlich bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, welchen Weg er wählt. Für mich habe ich jedenfalls entschieden, mir nicht mittels Fälschung oder Lügen einen Job zu erschleichen, egal wie interessant er auch erscheinen mag. Selbst wenn nach einer Zusage alles egal ist was man davor gesagt hat und über Lügen im Nachhinien geflissentlich hinweg gesehen wird, weigere ich mich meinen persönlichen Ehrlichkeitskodex zu torpedieren.

Ob und wie sich das auf zukünftige Bewerbungen auswirkt, wird sich noch zeigen…

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Und schon wieder war ich offensichtlich zu voreilig! Wer keinen festen Arbeits-, Ausbildungs- oder Studienplatz hat, sollte nicht auf die Idee kommen den Wohnort zu wechseln. Und warum tue ich genau das trotzdem? Die Antwort hierauf liefern die voran gegangenen Postings in diesem Blog. Von mehreren Bekannten, die schon in ähnlichen Situationen waren, habe ich Horrorstorys mitbekommen, und die meisten rieten mir davon ab als Arbeitsloser einen Umzug zu wagen. All das brachte mich nicht von meinem Vorhaben ab…

Und bisher war eigentlich alles wie am Schnürchen gelaufen! Allen anderen Meinungen zum Trotz machte das Arbeitsamt überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil – man zeigte sich dort überaus verständnisvoll und kooperativ… und seitdem erhalte ich auch keine nervigen Einladungen zu sinnlosen Terminen mehr!

Die Kündigung der alten Wohnung war im Grunde Formsache. Auch meine Vermieter legten mir keine Steine in den Weg, kümmerten sich sogar selbstständig um die Suche nach einem Nachmieter, und es sieht sehr danach aus, dass die Wohnung schon ab dem nächsten Monat weiter vermietet werden kann und ich damit finanziell entlastet bin. Innerhalb von zwei Tagen nach Veröffentlichung der Wohnungsanzeige im Netz kamen schon um die zehn Interessenten zur Besichtigung vorbei! Sowohl die Lage als auch der Mietpreis sind nunmal ziemlich attraktiv.

Auch für die vorübergehende Einlagerung meines Hausrats (oder zumindest einem Großteil davon) fand sich schon beim zweiten Anlauf eine bezahlbare Lösung. Der erste Self-Storage-Anbieter, bei dem ich anfragte, wollte mir für ein 4,5 m² Kabuff insgesamt mehr als 100 € pro Monat abknöpfen. Doch dann fand ich einen kleineren regionalen Anbieter, bei dem ich für einen etwa gleich großen Raum nur ca. 60 € monatlich hinlegen muss. Das ist fair, und außerdem konnte ich über seinen Rahmenvertrag mit einem Autovermieter fast 50% bei der Reservierung eines Transporters sparen. Was will man mehr…?

Auch mit meinen Bewerbungen um einen neuen Job ist es bisher ganz gut gelaufen. Von den vier großen Unternehmen, die mit meinen Unterlagen versorgt sind, haben mich nach zwei Wochen schon zwei zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, eines hat abgesagt und von einem steht die Rückmeldung noch aus. Das lässt mich im Prinzip zuversichtlich sein, dass ich vor Ende des Jahres wieder in Lohn und Brot sein werde.

Die einzige Stelle, an der es wirklich hakt, ist eine Unterkunft für die nächsten Monate. Dabei sind gerade hier meine Ansprüche gar nicht so hoch. Ein kleines möbliertes Zimmer würde mir für den Übergang schon völlig genügen. Doch auch so etwas zu finden, stellt sich gerade als echtes Problem heraus. Und der einzige Grund hierfür scheint meine momentane Arbeitslosigkeit zu sein. Ich hatte mich zunächst mal bei zwei Immobilienverwaltungsfirmen ganz formal um ein möbliertes Apartment beworben und machte dabei natürlich wahrheitsgemäße Angaben zu meiner aktuellen beruflichen Situation. Beide Firmen meldeten sich nicht selbständig bei mir zurück. Auf mein telefonisches Nachhaken hin kam von beiden die selbe Reaktion: Man teilte mir mit, es seien gerade alle Wohneinheiten vergeben und vertröstete mich jeweils auf den nächsten Monat. In einem Fall wurde sogar ganz nebenbei noch einmal gefragt, ob ich zwischenzeitlich eine Jobzusage hätte. Warum man sich nicht traut, Klartext mit mir zu reden, ist mir schleierhaft. Denn der Sachverhalt erscheint mir vollkommen einleuchtend: Den Eigentümern der Immobilien sind Studenten ohne Einkommen als Mieter lieber als Arbeitslose, die monatlich vom Staat mehr Geld auf ihr Konto bekommen als so mancher Arbeitnehmer. Wer keine feste Beschäftigung hat, landet tatsächlich bei den meisten pauschal in der Schublade für den sozialen Abschaum – unabhängig vom Beruf oder den Gründen für die Arbeitslosigkeit.

Mein Plan B war, mir von einer Agentur eine Unterkunft auf Zeit vermitteln zu lassen. Doch dabei wurde mir fast sofort der Wind aus den Segeln genommen. Für zwei dieser Wohnungsvermittler hatte ich heute sorgfältig die Auftragsformulare ausgefüllt und die verlangten Ausweiskopien gefaxt. Schon wenige Minuten nach Übermittlung der Dokumente wurde ich von einer Mitarbeiterin einer dieser Agenturen angerufen, die mir mit sehr gequälter Stimme mitteilte, sie könne mir leider keine Unterkunft vermitteln, da generell nur Personen, die sich in einem festen Arbeitsverhältnis befänden, berücksichtigt würden. Überraschenderweise ließ sie sich meine Situation schildern und zeigte sogar aufrichtiges Verständnis, dass es durchaus Sinn machen kann, sich als Arbeitsuchender um eine Unterkunft an einem anderen Ort zu bemühen, auch wenn man dort noch keine feste Jobzusage hat. Doch natürlich half das nichts, Regeln sind Regeln, und ich befürchte dass diese auch bei allen anderen Wohnungsvermittlern gelten. Ein klein wenig diskriminierend finde ich das schon, bin mir aber bewusst dass Personen wie ich offenbar absolute Ausnahmefälle darstellen. Hieran wird wieder einmal deutlich, welche Nachteile man hat, wenn man nicht mit dem Strom schwimmt und nicht das tut was fast alle anderen tun.

Wer sich in meiner Situation befindet, ist letztlich auf die Unterstützung von Familie und/oder Freunden angewiesen. Der Rat, sich vorübergehend in ein Hotel einzumieten (den ich heute tatsächlich zu hören bekam), ist für einen Arbeitslosen mit begrenztem Budget ziemlich absurd. Ich werde mich nicht unterkriegen lassen und weiterhin nach Lösungen für dieses letzte Problem bei meinem Wohnortwechsel suchen. Und sollte sich keine Lösung finden… Naja, es gibt ja ein paar große Brücken in Mainz.

zp8497586rq

Es gibt Situationen, in denen es keinen Sinn macht arbeiten zu gehen, selbst wenn man es gerne würde. Eine Situation dieser Art kann zum Beispiel dann auftreten, wenn das Annehmen eines Jobs zu einem finanziellen Abstieg führen oder dessen Risiko erhöhen würde. Seit einiger Zeit befinde ich mich in einem solchen Dilemma.

Aufgrund einer Verkettung von Umständen ist meine aktuelle Lage offenbar speziell und ungewöhnlich. Die Kombination aus Wohnort und beruflicher Qualifikation ist in meinem Fall – gelinde gesprochen – nicht sehr glücklich. In dem Bereich, den ich seit meinem Einstieg ins Berufsleben beackert habe, werden generell hier in der Umgebung nur in sehr geringem Maß Mitarbeiter gesucht. Erst ab ca. 60 km Entfernung tummeln sich die Unternehmen, die Köpfe mit entsprechendem Know-how einsetzen können… und bereit sind Gehälter zahlen, die sich mindestens auf dem Level meiner letzten Anstellung befinden.

Und das führt dazu, dass sich Arbeitsamt, Jobvermittler und Zeitarbeitsfirmen an mir die Zähne ausbeißen! Denn die wenigen freien Stellen im näheren Umkreis meines Wohnorts, die von den Matching-Systemen ausgespuckt werden, passen immer nur teilweise zu meinen Kenntnissen und sind entsprechend mies bezahlt. Mein aktueller Sachbearbeiter beim Amt machte große Augen, als er den mir bewilligten Betrag für das Arbeitslosengeld erblickte und dadurch auf die Höhe meines letzten Gehalts schließen konnte. Entsprechend wenige Stellenvorschläge hatte er seitdem für mich parat…

Sofern die Bezahlung für eine Tätigkeit nur 100 bis 200 Euro über dem ALG-Betrag liegt, macht es allein angesichts der Fahrtkosten nicht den geringsten Sinn ein solches Stellenangebot anzunehmen. Und selbst wenn das Nettogehalt mehrere hundert Euro höher läge, würde ich im Fall des erneuten Arbeitsplatzverlusts deutlich weniger Arbeitslosengeld bekommen als jetzt. Ein Risiko, das man gerade während einer Probezeit nur ungern eingehen möchte.

Aus all dem resultiert eine wirklich nervige Zwickmühle:

  • Nehme ich einen Job in meiner näheren Umgebung an, bringt dieser mir nicht mehr Einkommen ein als ich durch das ALG eh schon habe.
  • Nehme ich einen Job an, der sich etwas weiter weg befindet und dessen Bezahlung zwischen meinem ALG und dem letzten Gehalt liegt, riskiere ich bei erneuter Arbeitslosigkeit mittelfristig ein noch geringeres Einkommen und habe außerdem täglich Stress und zusätzliche Kosten durch das Pendeln.
  • Nehme ich einen Job an, der sich noch weiter weg befindet aber ein gleich hohes oder besseres Gehalt als meine letzte Beschäftigung bietet, muss ich umziehen und meine Wahlheimat verlassen.
  • Nehme ich gar keinen Job an und versuche mich selbständig zu machen, muss ich mich langfristig verschulden, mich auf die mühsame Suche nach Kunden begeben und ein unregelmäßiges bzw. unberechenbares Einkommen riskieren.
  • Nehme ich gar keinen Job an und bleibe weiterhin arbeitslos, habe ich dank hoher monatlicher Fixkosten (Miete, Kredit, Versicherungen etc.) für die kommenden Monate nur sehr wenig Lebensunterhalt und werde im nächsten Jahr auf Hartz IV hinunter gestuft, was unter anderem definitiv einen Wohnungswechsel nach sich ziehen würde.

Gibt es einen Ausweg aus dieser Misere oder zumindest einen Kompromiss, der ohne größere persönliche Abstriche umsetzbar ist? Entweder gibt es ihn nicht, oder ich bin blind…

Jetzt ist es schon Juni, und noch immer hat sich für mich kein neuer Job gefunden. Der dritte Monat der Arbeitslosigkeit ist also angebrochen. Von den neuesten Bewerbungs-Erfahrungen möchte ich jetzt mal berichten, denn sie sind relativ vielfältig. Auf drei konkrete Anläufe möchte ich eingehen, denn sie stehen für ganz typische Erlebnisse, die man bei der Jobsuche haben kann.

 

1.

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Online-Marketing-Mitarbeiter bei einem Online-Shop für Handtaschen u.

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ä. in Düsseldorf

Nur zu gerne würde ich den Namen des Unternehmens an dieser Stelle nennen, doch das Risiko einer Anzeige wegen Rufschädigung möchte ich nicht eingehen. Wer Details wissen möchte, ist aber herzlich eingeladen mich anzumailen! 😉

Für die Besetzung der Stelle wurde eine Personalvermittlung beauftragt, mit der ich in der Vergangenheit schon zusammengearbeitet hatte. Während des gesamten Verlaufs der Bewerbung stand ich ausschließlich mit meiner Ansprechpartnerin bei der Vermittlungsagentur in Kontakt. Diese ließ mich schon zu Beginn wissen, dass die Kommunikation mit dem Unternehmen generell etwas problematisch sei. Nachdem ich ihr meine Unterlagen übermittelt hatte, herrschte erst einmal 2-3 Wochen Sendepause, und ich rechnete schon nicht mehr mit einer Rückmeldung. Doch zu dieser kam es dann doch, und ich erfuhr dass die Entscheider sich für mich „interessierten“ und um meine Kontaktdaten gebeten hatten, um sich zwecks eines Telefoninterviews persönlich bei mir zu melden. Ich gab meine Zustimmung, die Daten wurden übermittelt, und man wollte innerhalb der nächsten Tage den Kontakt suchen. Meine Ansprechpartnerin bat mich, sie auf dem Laufenden zu halten.

Nachdem sich bis zum Ende jener Woche niemand bei mir gemeldet hatte, teilte ich ihr dies mit, und sie versprach mir den Verantwortlichen noch einmal „auf die Finger zu klopfen“. Es folgten wieder einige Tage ohne Lebenszeichen, bis wiederum ein Anruf von der Personalvermittlung einging – diesmal mit der Zusage, dass sich noch am selben Tag eine Person aus dem Unternehmen telefonisch bei mir melden würde. Doch erneut passierte nichts, und ich gab diese Information wiederum weiter. Eine komplette weitere Woche ohne Lebenszeichen verstrich, bis schließlich meine Ansprechpartnerin anrief und mir mitteilte, sie habe erfahren dass die Stelle zwischenzeitlich bereits vom Unternehmen selbst besetzt worden sei. Ihr Unmut bezüglich der Praktiken ihres Kunden war nicht zu überhören, und sie sagte mir ganz offen, dass sie mit ihm nicht weiter zusammenarbeiten wolle.

Schon während des langwierigen Verlaufs dieser Bewerbung war mir das Unternehmen immer unsympathischer geworden. Denn etwas zu versprechen und es dann (sogar mehrfach) nicht einzuhalten ist eine Unart, die ich entschieden ablehne. Und dass am Ende heraus kam, dass ein falsches Spiel getrieben worden war, setzte dem Ganzen noch die Krone auf!

Etwas Ähnliches geschah übrigens kurz darauf noch bei einer anderen Bewerbung, die ebenfalls über eine Personalvermittlung lief. Auch hier wurde mir mitgeteilt, dass die entsprechende Stelle bereits durch das Unternehmen selbst besetzt worden war. Um welches es sich dabei handelte, habe ich allerdings nie erfahren.

 

2. Online-Marketing-Mitarbeiter bei einem Online-Shop für Werkzeuge und Elektrowaren in Dortmund

Zwischen meiner Bewerbung auf diese Stelle und der Reaktion seitens des Unternehmens vergingen mehr als zwei Monate. Ich hatte eigentlich schon gar nicht mehr mit einer Rückmeldung gerechnet und musste erst einmal kurz in meinem Gedächtnis kramen, als mich der Anruf erreichte, während ich gerade am Badesee in der Sonne lag. Auch an die Inhalte der Stellenausschreibung konnte ich mich nicht mehr erinnern, aber es wurde ein Vorstellungstermin vereinbart. Zuhause warf ich noch einmal einen Blick auf das Job-Profil und war sehr angetan davon, da es eher Social-Media-lastig war und nicht so sehr das klassische Kampagnenmanagement beinhaltete. Also eigentlich genau die Richtung, die ich einschlagen möchte!

Daher freute ich mich sehr auf das Gespräch mich dem Geschäftsführer. Als es so weit war und er mich nach dem gewohnten Monolog über meinen bisherigen Werdegang auf meine Wünsche in Bezug auf die Position ansprach, erläuterte ich natürlich sofort mein Ziel eines Richtungswechsels hin zu Social Media. Und erst dann eröffnete er mir, dass er in jenem Bereich überhaupt keinen Bedarf hätte, sondern ausschließlich jemanden für das Kampagnenmanagement (SEM/SEO) suchte. Ich fühlte mich in dem Moment ganz schön verarscht und wäre diesem Typen am liebsten an die Gurgel gesprungen, denn ich hatte mich auf etwas ganz anderes beworben! Und genau diese Stellenausschreibung ist übrigens auch zum jetzigen Zeitpunkt noch auf der Website des Unternehmens zu finden. Das Gespräch brachen wir natürlich sofort ab, und ich versuchte auch gar nicht erst noch irgend etwas zu retten.

Es ist doch außerordentlich dreist und unfair, einen Bewerber unter solchen Voraussetzungen einzuladen, ihm Hoffnung zu machen und ihm dann erst vor Ort mitzuteilen, dass die Position um die er sich beworben hat gar nicht vakant ist! Ich könnte echt kotzen und werde wohl ab jetzt noch mehr Misstrauen potenziellen Arbeitgebern gegenüber haben. Und als Lehre ziehe ich aus dieser Erfahrung, dass ich vor der Vereinbarung von Vorstellungsterminen noch einmal abkläre, welche Position überhaupt besetzt werden soll und ob sich diese mit der Stellenausschreibung, auf die ich mich beworben hatte, deckt.

 

3. Fachkraft zur Organisation von Kundentrainings bei einem Großkonzern in Mülheim/Ruhr

Diese Stelle wurde mir vom Arbeitsamt vorgeschlagen, und sie soll von einer Zeitarbeitsfirma im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung besetzt werden. Ich hatte mich eigentlich gar nicht darauf beworben, da die Job-Beschreibung auf den ersten Eindruck ziemlich weit von meinen Qualifikationen entfernt schien. Doch die Zeitarbeitsfirma lud mich proaktiv zu einem Gespräch nach Düsseldorf ein, und ich nahm den Termin heute wahr – auf gut Glück sozusagen. Allzu große Erwartungen hatte ich nicht, war aber angenehm überrascht als meine Ansprechpartnerin sich als sehr nett und verständnisvoll entpuppte. Sie nannte mir ein paar weitere Details zu der Position und dem Unternehmen und weckte damit dann doch mein Interesse. Auch wenn die Tätigkeit eine völlig andere als meine bisherigen darstellen würde, deckte sich die Liste der Anforderungen verblüffend gut mit meinen Kenntnissen. Doch als das Thema Gehalt zur Sprache kam, verflog mein Interesse ganz schnell wieder. Denn dieses soll nach einem Rahmenvertrag berechnet werden und ist so gering, dass es netto und abzüglich Fahrtkosten in etwa dem Betrag des mir bewilligsten Arbeitslosengelds entsprechen würde!

Die Mitarbeiterin notierte sich immerhin noch mein Wunschgehalt für diese Position sowie meine unterste Schmerzgrenze und versprach, sich noch einmal mit den Verantwortlichem in Verbindung zu setzen, um eine eventuelle Anpassung des Gehalts auszuloten. Aber allzu große Hoffnungen mache ich mir nicht, dass sie damit Erfolg haben wird. Und ebenso wenig, dass sie mir in absehbarer Zeit eine andere – angemessen bezahlte – Stelle anbieten kann.

 

Drei Stellen, drei Erfahrungen, drei dicke fette No-Gos bei Unternehmen, die Mitarbeiter suchen. Ich zähle diese No-Gos nochmal in aller Kürze auf:
1. Ein Personalvermittler wird beaufragt, aber parallel dazu wird ohne dies zu kommunizieren die Position selbständig besetzt.
2. Ein Bewerber wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen, und erst dort wird ihm mitgeteilt, dass er für eine andere als die in der Ausschreibung angegebene Position vorgesehen ist.
3. Ein Unternehmen schließt einen unflexiblen Rahmenvertrag mit einem Personalvermittler, unter Vereinbarung utopisch niedriger Gehälter.

Wie man sieht, wächst meine Liste von Negativ-Erfahrungen stetig an. Ich bin gespannt, wie es in der nächsten Zeit weiter geht und ob es zur Abwechslung auch mal zu einem positiven Erlebnis kommt!

Aus gegebenem Anlass möchte ich mich einmal mehr zur Einstellungspolitik bzw. zum Umgang mit Bewerbern und Mitarbeitern bei Unternehmen beklagen. Denn ich habe Grund zur Annahme, dass Ehrlichkeit prinzipiell keine Eigenschaft ist, mit der man bei Arbeitgebern punkten kann. Statt dessen scheint nicht nur erwartet zu werden, dass man negative Aspekte der eigenen Person oder des Unternehmens verschweigt, sondern im Zweifelsfall sogar lügt, nur um den schönen Schein zu wahren!

Es beginnt bereits bei den Bewerbungsunterlagen. Wer hier zu 100 Prozent bei der Wahrheit bleibt, der hat entweder tatsächlich einen astreinen Lebenslauf oder schlechte Karten, in die nächste Runde zu gelangen. Ergeben sich zeitliche Lücken oder Ungereimtheiten aus den eingereichten Unterlagen, ist das seitens der Unternehmen gerade im Fall zahlreicher Bewerber schon ein Grund, einen Kandidaten von vorn herein auszusortieren. Das Fatale dabei: Ein Bewerber erfährt in aller Regel nichts über die Gründe der Ablehnung und kann somit nicht aus seinen „Fehlern“ lernen. Entsprechende Nachfragen gelten als indiskret, weil man ja damit zu ehrlichen Aussagen gedrängt wird.
Ergo: Den Lebenslauf „aufzumöbeln“ und Zeugnisse zu fälschen mag zwar illegal sein, doch es wird in der Regel nicht auffallen und tatsächlich statt dessen sogar belohnt! Erhält man trotz wahrheitsgemäßer Angaben in den Unterlagen eine persönliche Einladung, ist vermutlich die Anzahl der Bewerber sehr gering oder der Entscheider ist aus irgendwelchen spezifischen Gründen neugierig und möchte sich einen persönlichen Eindruck verschaffen. Man kann allerdings davon ausgehen, dass die kritischen Punkte aus den Unterlagen im Gespräch dann ungeniert angesprochen werden.

Und damit sind wir beim nächsten Schritt – dem Vorstellungsgespräch. Leider gilt auch hier Ehrlichkeit nicht als Tugend! Beide Seiten wollen sich im Rahmen eines solchen Tête-à-Tête so positiv wie möglich verkaufen und ihr Gesicht wahren. Und hier gehört es dazu, negative Punkte zu umschiffen bzw. zu verschleiern… oder im Zweifelfall wiederum zu lügen, um nicht in irgend eine Bredouille zu geraten oder sich einen Fauxpas zu erlauben. Ein Vorstellungsgespräch ist bildlich betrachtet eine Art Tanz auf einem Drahtseil (wahlweise auch ein Kampf auf einem Podest über dem Abgrund), bei dem man sich nur durch gewissenloses Vorgehen vor Abstürzen bewahren kann. Und zu letzteren zählen leider auch ehrliche Antworten, die den „Wert“ des Bewerbers oder des Unternehmens herabsetzen können. Ein Teil der Taktik der Gesprächsteilnehmer (logischerweise hauptsächlich seitens des Unternehmens) ist, die andere Seite zum Absturz zu bringen und damit zu schwächen. Jedoch gilt es für die Vertreter des Unternehmens dabei durchaus als legitim, indiskrete Fragen zu stellen, um den Bewerber in die Ecke zu drängen, wohingegen dieser sich mit entsprechenden Fragen eher disqualifiziert und nur durch geschicktes Umgehen oder schamloses Lügen bei sensibleren Themen sein Gesicht und damit seine Chancen auf die Position wahren kann. Um es noch einmal ganz klar auf den Punkt zu bringen: Im Vorstellungsgespräch wird keineswegs Wert auf Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit oder Offenheit gelegt, sondern primär auf souveränes Auftreten. Und das auch, wenn dabei zu unmoralischen Mitteln gegriffen werden muss.

Ohne Frage ist ein Vorstellungsgespräch eine spezielle Situation, in der zum Teil andere – auch ethische – Regeln gelten als im allgemeinen (Berufs-)Leben. Doch für den Stellenwert der Ehrlichkeit trifft dies leider meist nicht zu. Denn auch im Arbeitsalltag wird nicht selten erwartet, die Wahrheit zu verschleiern oder im Sinne des Unternehmens zu verbiegen. Mit der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags verpflichtet sich ein Mitarbeiter, in Bezug auf seinen Arbeitgeber stets loyal zu sprechen, zu handeln und aufzutreten. Und ist es im Interesse des Unternehmens, dass bestimmte Stakeholder (also beispielsweise Kunden, Lieferanten oder Aktionäre) belogen werden, wird genau dies automatisch von allen Mitarbeitern erwartet! Ein ehrliches Auftreten oder eine Weigerung Unwahrheiten zu kommunizieren kann somit unter Umständen zu Maßnahmen wie Abmahnungen führen.

Spätestens an dieser Stelle gehen die Erwartungen in Bezug auf die berühmte „Identifikation mit dem Unternehmen“ meiner Meinung nach zu weit. Jemand, der tatsächlich persönlich für eine Firma haftet, darf in deren Namen gerne Lügen verbreiten, wenn er dies für vertretbar hält. Er trägt dann auch das volle Risiko. Doch Angestellte, die lediglich für ihre Arbeitskraft bezahlt werden, sollten niemals zu unmoralischem Verhalten gedrängt werden, weil die Führung des Unternehmens oder einer Abteilung es für vertretbar hält. Und in dem Moment, wo versucht wird eine Person vertraglich zu Unehrlichkeit zu verpflichten, ist ohnehin jegliche Seriosität passé.

Ohne in Propaganda verfallen zu wollen, möchte ich deutlich machen, dass es mir zuwider ist, wenn wirtschaftliche Interessen über die ethischen Werte von Individuen gestellt werden. Und gerade beim Thema Ehrlichkeit sind wir meinen Erfahrungen nach schon längst dort angekommen.

Prolog
Da ich mich gerade in einer Phase der beruflichen Neuorientierung befinde, bestanden in letzter Zeit für mich diverse Kontakte zu Unternehmen und Headhuntern, die mehr oder weniger interessante Positionen zu besetzen hatten (oder noch haben), sowie zur Agentur für Arbeit. Über die Art dieser Kontakte und den Umgang mit mir als Interessent bzw. Bewerber möchte ich mich nun einmal detailliert auslassen.

1. Marketing Manager SEM/SEO in Münster
Eine relativ langfristige Beziehung ergab sich schon Mitte des letzten Jahres mit amx-consulting aus Hagen bezüglich einer Stelle im Online-Marketing bei buch.de in Münster. Allein der Hartnäckigkeit des auf mich angesetzten Mitarbeiters bei der Personalberatung ist es geschuldet, dass es zu einem Vorstellungsgespräch vor Ort kam. Denn zunächst waren sämtliche vorgeschlagenen Termine für mich nicht wahrnehmbar, da sie entweder mitten in meiner Arbeitszeit oder während meines (vorher angekündigten) Urlaubs stattfinden sollten und damit nicht den Vereinbarungen entsprachen. Nach wiederholten Absagen meinerseits rechnete ich mit keiner Rückmeldung mehr, wurde aber tatsächlich mit einem akzeptablen Terminvorschlag überrascht, der mich während des Urlaubs erreichte. Mir wurde außerdem ein telefonisches „Vorbereitungsgespräch“ angeboten, das ich gern wahrnahm. Dabei ging es grob um die Struktur des Unternehmens und der Abteilung, weiterhin um die Erwartungen bezüglich der Position und ihre Einbindung in die Organisationsstruktur.

Das Gespräch bei buch.de fand Anfang November morgens um 8:30 mit dem Marketingleiter und einer jungen Teamleiterin aus dem Online-Ressort statt, dauerte ca. 1 Stunde und verlief aus meiner Sicht positiv. Allerdings zerpflückte ich die Stellenbeschreibung ein wenig und verlieh meiner Meinung Ausdruck, dass es sich dabei eigentlich um zwei separate Stellen (SEM-Manager, SEO-Manager) handelte.

Es wurde eine Rückmeldung innerhalb von vier Wochen für ein eventuelles Zweitgespräch und die weitere Kommunikation über amx-consulting vereinbart. Bezüglich der Stelle hat sich seitdem niemand mehr bei mir gemeldet, jedoch erreichte mich vor Kurzem eine E-Mail von besagter Personalberatung mit einer Liste diverser (eher uninteressanter) Stellen in nicht näher spezifizierten Unternehmen in NRW.

2. Mitarbeiter für Social-Media-Marketing und Kommunikation in Essen
Auf diese im Netz ausgeschriebene Stelle hatte ich mich Ende 2011 direkt beim Arbeitgeber – einer privaten Hochschule – per E-Mail beworben. Als Reaktion kam eine schriftliche Bestätigung per Schneckenpost mit der üblichen Formulierung, die Sichtung der Unterlagen würde noch eine gewisse Zeit beanspruchen und so weiter. Und das war das letzte Lebenszeichen zu dieser im Grunde recht interessanten Position.

3. Referent Online-Marketing in Dortmund
Das wäre ein richtig guter Job für mich gewesen! Nicht nur wegen des Arbeitgebers (RWE Effizienz GmbH), sondern auch wegen des gut erreichbaren Standorts mitten in der Dortmunder City. Die Bewerbung wickelte ich kurz vor Weihnachten bequem über das konzerneigene Karriere-Portal ab und erhielt schon in der ersten Januarwoche eine Rückmeldung per E-Mail. Deren Betreff war sehr direkt formuliert: „Absage nach Ausschreibung“. Auch wenn sich in diesem Fall kein neuer Job für mich ergeben hat, fand ich den Ablauf des Bewerbungsverfahrens (bis zum Zeitpunkt der Absage) optimal. Kurze Reaktionszeiten, klare An-/Absagen – so muss das sein!

4. Community Manager in Berlin
Auch das wäre mit Sicherheit ein geiler Job gewesen – vom Aufgabenbereich her so ziemlich genau das was mir vorschwebte und zudem bei einem Tochterunternehmen von eBay. Der Kontakt war Ende Januar über eine Berliner Personalvermittlung zustande gekommen, die sich quasi proaktiv mit mir in Verbindung gesetzt hatte. Nach einem sehr angenehmen Telefonat wurde mir die eben genannte Stelle angeboten und meine Unterlagen an die Personalabteilung von eBay Deutschland übermittelt. Es wurde mir zu diesem Zeitpunkt bereits mitgeteilt, dass vor Ende Februar vermutlich keine Vorstellungsgespräche stattfinden würden. Und so gingen ein paar Wochen ins Land, in denen Sendepause herrschte. Ich rechnete schon nicht mehr mit einer Rückmeldung. Doch Ende Februar wurde mir von der Personalvermittlung per Handy-Anruf mitgeteilt, dass die Stelle an einen anderen Bewerber vergeben worden war. Einerseits war das schade, doch andererseits wäre ein Umzug nach Berlin ohnehin zur Zeit nicht sehr in meinem Sinne. Wir verblieben dennoch mit der Vereinbarung, dass bei weiteren passenden Vakanzen der Kontakt wieder aufgenommen werden würde.

5. Mediaberater/Mediaplaner in Bochum
Hierbei handelte es sich um einen Stellenvorschlag der Agentur für Arbeit. Der Arbeitgeber – ein regionaler Fernsehsender – und der Standort mitten in Bochum wären gar nicht mal so uninteressant. Da man auf solche Vorschläge in der Regel eingehen muss, um keinen Ärger mit der Arbeitsagentur zu riskieren, habe ich unter Verwendung meines Zugangs zur Online-Jobbörse Mitte Februar eine Bewerbung erstellt. Seitdem ist sie dort erfasst und hat den Status „Beworben“. Ansonsten habe ich bisher keine Rückmeldung und auch keine weiteren Vorschläge erhalten.

6. Online Marketing Analyst SEO/SEM in Dortmund
Die merkwürdigste Bewerbungs-Erfahrung meiner bisherigen Laufbahn. Der Arbeitgeber lautet offiziell Deutsche dealgigant GmbH & Co. KG und ist ein gerade gelaunchter Anbieter für lokale Gutschein-Deals (mit anderen Worten: einer von vielen Groupon-Klonen). Inoffiziell handelt es sich um ein Unternehmensimperium aus ca. 65 mittelgroßen, kleineren und kleinsten Firmen, die allesamt einem Herrn Eckhard Schulz unterstehen und ihren Sitz meist in Köln, Düsseldorf oder Dortmund haben.

Zwischen meiner Bewerbung per E-Mail und der Rückmeldung (ebenfalls per E-Mail) mit Einladung zum Gespräch vergingen genau 7 Tage. Der Termin fand wiederum nur 5 Tage danach Mitte Februar in Dortmund statt. Und zwar nicht in den Räumen von dealgigant, sondern in einer zur Unternehmensgruppe gehörenden Bürofläche eines Online-Reisebüros. Das Gespräch führte ich mit dem CTO der Gruppe – einem Inder oder dergleichen. Es war mit etwa 25 Minuten erstaunlich kurz, und die Schilderung meiner beruflichen Laufbahn wurde einfach mittendrin unterbrochen, worauf einige scheinbar wahllose Fragen zu den erwarteten Kompetenzen folgten. Mein Gesprächspartner verabschiedete sich mit der Zusage, sich in der darauf folgenden Woche wieder bei mir zu melden. Jene Woche verging ohne weiteres Lebenszeichen, und am Montag danach hakte ich noch einmal mit einer E-Mail nach… ohne darauf eine Reaktion zu erhalten.

Und heute erreichte mich doch tatsächlich per E-Mail eine überaus kurze Absage von einer mir unbekannten Person, deren Name nicht mit der Absender-Adresse übereinstimmt und die offenbar für ein anderes (oder gar mehrere) der zahlreichen verbundenen Unternehmen tätig ist. Im Grunde sollte ich darüber nicht traurig sein, denn wer weiß was mir als Mitarbeiter in einem solch dubiosen Unternehmen widerfahren wäre…

7. (Online) Marketing Manager in Düsseldorf oder Berlin
Die Ausschreibung für diese Stelle entdeckte ich erst vor ein paar Tagen (sprich: Anfang März) bei einem weiteren Personalvermittler im Netz. Der Arbeitgeber ist ein Online-Ticketing-Anbieter aus den Niederlanden und UK, der gerade auf Expansionskurs in Europa ist. Auf meine Online-Bewerbung hin wurde ich schon am nächsten Tag vom Headhunter angerufen und durchlief ein Sondierungsgespräch. Dabei stellte sich heraus, dass die Position – anders als in der Ausschreibung angegeben – nun doch nur für den Standort Berlin vorgesehen war. Es kam witzigerweise zu einer kurzen Diskussion hinsichtlich der Pendelzeiten zwischen dem Ruhrgebiet und Düsseldorf. Dies sollte vermutlich zu der Aussage führen, dass ein Umzug ohnehin nötig wäre und es daher egal sei ob es nun an den Rhein oder an die Spree ginge. Ich deklarierte Berlin aber ausdrücklich als „Notlösung“, auch wenn mir die angebotene Stelle durchaus interessant erscheint. Mal abwarten, ob wie versprochen eine Rückmeldung innerhalb von 2-3 Wochen erfolgen wird.

Sonstige Bewerbungen
Nicht im Detail erwähnt habe ich zwei weitere Bewerbungen, die zur Zeit noch laufen: Als Social Media Manager bei einem Mobilfunkanbieter in Düsseldorf und als Social Media Referent bei einem Mischkonzern in Essen. Beide Bewerbungen konnte ich direkt online über die jeweiligen konzerneigenen Karriere-Portale abwickeln und habe noch keine Rückmeldungen erhalten.

Anmerkungen zum Stellenwert von Vakanzen bei Unternehmen
Eine gängige Praxis scheint heutzutage zu sein, Ausschreibungen „auf Halde“ zu generieren. Soll heißen: Sobald ein Bedarf an irgend einer Stelle im Unternehmen entsteht, wird erst einmal eine passende Stellenbeschreibung zusammen geschrieben, ohne darüber nachzudenken ob dieser Bedarf überhaupt längerfristig besteht, ob er ggf. mit bereits bestehenden Ressourcen gedeckt werden kann und wie die neue Stelle in die vorhandene Struktur eingebunden werden soll.

Dies führt dazu, dass manche ausgeschriebenen Positionen niemals besetzt werden, dass bei anderen die Beschreibungen bzw. Anforderungen sich wieder geändert haben, nachdem bereits Bewerbungen eingegangen sind, und in Extremfällen sogar dass erst nach der Besetzung einer Position der damit verbundene Aufgabenbereich definiert wird.

Bewerbern gegenüber finde ich diese Vorgehensweise der Unternehmen in hohem Maße unfair. Wer sich für eine ausgeschriebene Stelle interessiert, kann gar nicht mehr einschätzen, ob sich der Aufwand für eine Bewerbung noch lohnt, da die Stelle möglicherweise nie besetzt wird oder sich als völlig anders als ursprünglich beschrieben herausstellt. Unternehmen müssen hierdurch wiederum damit rechnen, dass die Qualität der eingehenden Bewerbungen abnimmt, da aufgrund der vagen Aussichten seitens der Interessenten nicht mehr viel Mühe investiert und tendenziell dazu übergegangen wird, eher auf Quantität zu setzen.

Anmerkungen zum Umgang von Arbeits- und Personalvermittlern mit potenziellen Bewerbern
Viele Headhunter lassen Kompetenz vermissen, wenn es um die Vermittlung von Fachkräften geht. Ich vermute, dass nur diejenigen, die sich ausschließlich auf Führungspositionen spezialisiert haben, noch die Fähigkeit und vor allem den Anreiz (!) besitzen, ein absolut sauberes Matching von Vakanzen und Kandidaten zu vollziehen. Die Kenntnis verschiedenster Berufszweige scheint bei Personalberatern keine Voraussetzung mehr zu sein, und eine zumindest grobe Einarbeitung in die spezifischen Tätigkeiten einer zu vermittelnden Stelle scheint in vielen Fällen nicht zu erfolgen.

Ich erhalte momentan viele E-Mails von Headhuntern. In manchen werden mir konkrete Positionen vorgeschlagen, manche listen eine Reihe von Stellen auf, die vermutlich ein automatisiertes Matching-System heraus gespuckt hat, wieder andere besitzen die Dreistigkeit mich lediglich auf die Website der jeweiligen Personalberatung hinzuweisen, auf der ich mir selbstständig Stellen heraus suchen und mich dann gegebenenfalls melden soll, falls etwas Passendes dabei wäre. Somit sind beinahe sämtliche dieser E-Mails für mich wertlos.

Die beschriebene Inkompetenz resultierte beispielsweise schon darin, dass mir als Online-Marketing-Manager (mein aktueller Job-Titel) unter der netten Bezeichnung „Online Projekt Manager (m/w)“ quasi ein Callcenter-Job angeboten wurde. Da muss man sich doch an den Kopf fassen und sich ernsthaft fragen, ob Lebensläufe überhaupt noch beachtet werden und ob bei Stellenbezeichnungen noch ein Zusammenhang zur Tätigkeit bestehen muss.

Das Thema Arbeitsagentur schneide ich jetzt bewusst nur sehr kurz an, da ich mich diesem lieber in einem separaten Beitrag noch einmal ausführlich widmen möchte. Dass den dortigen Mitarbeitern im Prinzip jegliches Einfühlungsvermögen fehlt, ist weithin bekannt. „Moderne“ Berufe wie meiner sind im System nicht berücksichtigt, weshalb eine passgenaue Zuordnung von Stellenvorschlägen eher Zufall als Normalität ist.

Epilog
Obwohl ich nach der Kündigung meiner jetzigen Stelle fast 3 Monate Vorlaufzeit hatte um einen neuen Job zu finden und dazu schon zahlreiche Kanäle angezapft habe, hat sich aufgrund der oben beschriebenen Punkte nach gut 2 Monaten noch nichts Konkretes ergeben, das mich vor der Arbeitslosigkeit bewahren könnte. Sollte innerhalb der kommenden 3 Wochen nicht noch eine positive Entscheidung seitens eines der Unternehmen fallen, kann ich Anfang April wieder in der Arbeitsagentur vorsprechen. Diesmal, um ALG zu beantragen.

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