Heute kann ich von einem Bahn-Erlebnis erzählen, bei dem die Bahn ausnahmsweise mal recht gut weg kommt. Es dreht sich dabei einmal mehr um das immer wieder beliebte Thema Fahrkartenautomaten.

Heute ist der 1. Februar, was bedeutet dass ein neues Monatsticket nötig wird. Üblicherweise habe ich mir solche immer bereits am letzten Werktag des Vormonats besorgt. Doch gestern vergaß ich das leider. Erst heute morgen im Zug nach Münster wurde mir bewusst, dass schon ein neuer Monat begonnen hatte und ich für diesen noch kein Ticket besaß. Kein Grund den Zug wieder zu verlassen, denn im Münsterland-Tarif gelten Monatstickets auch noch am ersten Werktag des nachfolgenden Monats! Ich rief mir sicherheitshalber auf dem Handy die Webseite mit der entsprechenden Information auf, falls der Kontrolleur die Tarifbestimmungen nicht im Detail mental gespeichert haben sollte. Doch auf der Fahrt wurde (leider) nicht kontrolliert.

In Bösensell angekommen, begab ich mich zum einzigen vorhandenen Fahrkartenautomaten. Genau genommen ist diese Aussage falsch, denn auf der gegenüber liegenden Seite steht durchaus auch ein solcher, allerdings ein älteres Modell, das keine Zahlungen mit EC- oder Kreditkarte erlaubt (was bei einem Ticketpreis von 126,40 € im Grunde die einzige sinnvolle Option darstellt). Wie gewohnt wählte ich den Verbundtarif und die Monatskarte aus, steckte meine EC-Karte in den Schlitz und gab die PIN ein. Nach ungewöhnlich langer Wartezeit erschien der Hinweis „Vorgang abgebrochen, bitte wiederholen“ auf dem kleinen Display. Das tat ich auch… vier mal. Jedes mal mit dem gleichen Ergebnis. Nach dem fünften Versuch brach der Automat den Ticketkauf dann ganz ab. Ich hatte wenig Lust noch länger bei bitterer Kälte den Metallkasten weiter zu bearbeiten. Also notierte ich mir die darauf angegebene Nummer sowie die Hotline für Störungsmeldungen.

Vom Büro aus rief ich dort an, landete erst einmal in einer Warteschleife, wurde aber nach ca. 1 Minute schon durchgestellt. Es meldete sich eine durchaus freundliche Männerstimme, der ich die Automatennummer und kurz das Problem übermittelte. Die Aussage „Wir kümmern uns darum“ nahm ich erst einmal misstrauisch auf, und der Hinweis ich solle meine Fahrt ganz normal fortsetzen, falls ich mich noch beim Automaten befände, war für mich ohnehin irrelevant.

Ob wirklich heute irgend ein Techniker oder ein SWAT-Team nach Bösensell gereist ist und sich mit dem Automaten beschäftigt hat, werde ich wohl nicht erfahren. Doch als ich am Abend einen neuen Versuch startete, mein Monatsticket zu kaufen, verlief dieser absolut problemlos. Schon 2 Sekunden nach der PIN-Eingabe wurde der Druck des Tickets und des Belegs in Gang gesetzt. Zufall oder tatsächlich Resultat eines funktionierenden Service?