Vor kurzem hatte ich die Idee, mein zuverlässiges Netbook (ein Lenovo IdeaPad S10e) durch ein neueres Modell zu ersetzen. Denn ein bestimmtes Feature hatte mir von Anfang an gefehlt: Ein eingebautes 3G-Modul, das mir erlauben würde, nur mit einer entsprechenden SIM-Karte bewaffnet immer und (fast) überall online gehen zu können. Beim Lenovo-Netbook hatte ich einen Workaround, da es einen Erweiterungsslot für ExpressCards hatte, in den ich bei Bedarf eine solche einschieben konnte, um mein mobiles Internet nutzen zu können.

Leider sind sowohl Geräte mit eingebautem 3G-Modem als auch solche mit ExpressCard-Slot momentan Mangelware.

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Denn es gibt ja diese ach so praktischen Surfsticks, mit denen die meisten Provider in Deutschland und Europa zur Zeit einen beachtlichen Reibach machen. An dieser Stelle oute ich mich als Surfstick-Hasser! Denn ich lasse mir kein überteuert verkauftes Stück Billighardware andrehen, das mich zudem noch zwingt eine hässliche und unter Umständen unpraktische Software des Providers zu verwenden, um unterwegs ins Netz zu kommen.

Somit begann ich nach einem geeigneten Netbook zu suchen, bei dem das Modem schon eingebaut ist und das möglichst auch aktuelle Technologie verwendet. Wie schon erwähnt ist der Markt für solche Geräte momentan ziemlich überschaubar. 3G-fähige Netbooks basieren größtenteils noch auf dem alten Atom N270, und ist ein neuerer Prozessor vorhanden fehlt wiederum das Modem.

Ein Lichtblick schien das brandneue Samsung N350 zu sein. Es besitzt nämlich nicht nur einen Dual Core Atom N550, sondern soll das erste Netbook mit 4G-Unterstützung nach dem LTE-Standard sein! Und als ich das Teil in ein paar Online-Shops für unter 400 € fand, war die Bestellung schon beschlossene Sache. Es kam dann auch zwei Tage später schon an.

Beim Öffnen des Kartons wurde ich misstrauisch. Keine Bedienungsanleitung, keine CDs oder DVDs mit Installationsmaterial. Nur das eigentliche Gerät mit Akku und Netzteil plus ein paar nutzlose Heftchen und Faltblätter mit Sicherheitshinweisen und einer Beschreibung des Anschaltvorgangs in mehreren Sprachen. Bei einer ersten kurzen Inspektion des Netbooks fand ich keinen Slot für eine SIM-Karte, und auch der Anschaltknopf war nicht gerade intuitiv platziert. Eine abnehmbare Abdeckung für den Arbeitsspeicher war vorhanden, nicht aber für die Festplatte oder sonstige interne Hardware. Bis auf den Speicher führt also offenbar jedes Hardware-Upgrade zum Erlöschen der Garantie. Ich ließ das Gerät hochfahren, und das vorinstallierte Windows 7 Starter begann mit der Einrichtung diversen Samsung-Schnickschnacks.

Parallel dazu nutzte ich mein Laptop, um mir eine Bedienungsanleitung von der Samsung-Website zu ziehen. In druckbarem PDF-Format schien es sie nicht zu geben. Lediglich als ausführbare Datei, die sofort einen Alarm in meiner Internet-Security-Software auslöste. Diese ignorierte ich erst einmal. Die Anleitung entpuppte sich als wenig aufschlussreich. Detaillierte Informationen zur Hardware und ggf. deren Austausch suchte ich vergeblich. Die technischen Daten waren so ungenau, wie ich es noch nie zuvor für irgend ein Gerät gesehen hatte. Selbst essentielle Komponenten wie die Festplatte wurden als „optional“ aufgelistet. Von Angaben zu einem Modem fehlte jede Spur. Dafür waren unter anderem ausführliche Beschreibungen zur korrekten Sitzhaltung und ähnlichem für die Benutzung von Netbooks völlig überflüssigem Kram enthalten. Also recherchierte ich im Netz weiter, was sich eher mühsam gestaltete. Das Netbook ist noch nicht lange auf dem Markt und die Informationen darüber noch entsprechend spärlich. Außer ein paar Ankündigungen, Testberichten und Videos war nicht viel zu finden. Immerhin stieß ich auf einen englischsprachigen Artikel, in dem genau der Zustand beschrieben wurde, in dem ich das neben mir liegende Netbook vorfand: Dort wo der Einschub für die SIM-Karte sein sollte befand sich bloß eine Kunststoff-Abdeckung. Wie der Artikel weiter ausführte, war auch kein internes Modem vorhanden. Lediglich ein freier Platz, an dem dieses in zukünftigenVersionen des Modells einmal sitzen könnte. Um nicht die Gewährleistung aufs Spiel zu setzen, baute ich das Gehäuse nicht auseinander um das genau zu überprüfen.

An diesem Punkt reagierte ich aber nun doch etwas verärgert. Wie kann Samsung auf seiner Website das N350 vollmundig als innovatives 4G-fähiges Netbook verkaufen und dann Geräte ausliefern, die diese Funktion überhaupt nicht besitzen? Bei genauerem Hinschauen entdeckt man bei Samsung immerhin den nicht näher definierten Sternchen-Hinweis „Werksoption“. Trotzdem ist mir die verwirrende Kommunikation dieses Herstellers unbegreiflich und zuwider. Wie kann man mit Desinformation in solchem Ausmaß versuchen treue Verwender für seine Produkte zu gewinnen? Und welcher (potenzielle) Käufer lässt sich von einem solchen Eiertanz überzeugen?

Nach dieser Erfahrung werde ich mir so schnell bestimmt kein Samsung-Gerät mehr zulegen.

Die Bahn und der Herbst

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Die letzte Woche war zwar durch den Feiertag etwas kürzer aber geprägt von sehr herbstlichem Klima und den damit verbundenen Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. Es gab praktisch keine von mir genutzte Bahnverbindung, die komplett planmäßig über die Bühne ging. Die Schienenstrecke zwischen Recklinghausen und Münster scheint im Herbst prinzipiell problematisch zu sein, doch interessanterweise setzte dieser Zustand genau pünktlich mit dem Monat November ein. In der vorher gehenden Woche hatte ich mich noch gefreut, offenbar eine Zugverbindung gefunden zu haben, die mich nach Feierabend regelmäßig pünktlich nach Recklinghausen bringen konnte.

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Doch diese Freude verließ mich schlagartig und drastisch, als ich die indirekten Auswirkungen des Herbsts auf den Zugbetrieb der Deutschen Bahn zu spüren bekam. Denn – wie ein Zugbegleiter es recht greifbar formulierte – sind bei nasskalter Witterung (und vermutlich auch bei Laubfall) die Triebfahrzeuge nicht in der Lage, „die volle Schubkraft auf die Schienen zu bringen“. Man kann sich durchaus vorstellen, dass nasses Laub auf Metallschienen einen glitschigen Film bilden kann, der unter Umständen dazu führt, dass darauf liegende Räder durchdrehen, wenn ihnen zu viel Drehmoment zugeführt wird. Zwar kann ich mir kaum vorstellen, dass unter dem Gewicht einer typischen Lok für Personenzüge vorhandenes Laub nicht mehr oder weniger atomisiert wird und überhaupt irgend einen merklichen Effekt hat, doch offenbar ist es tatsächlich so. Zumindest ist das die einzige Erklärung, die ich mir unmittelbar aus den Worten des Zugbegleiters zusammen reimen kann.

Also nehmen wir es einfach mal als gegeben hin, dass bei nassem Herbstwetter Züge nicht mit voller Kraft beschleunigen können und somit für die Überwindung der selben Strecken insgesamt mehr Zeit benötigen als bei anderem Wetter. Dies ist ein Problem, das der Deutschen Bahn offenbar bekannt ist. Welche indirekten Auswirkungen ergeben sich nun daraus? Bei vielen A-B-Verbindungen ist es gängige Praxis, die eingesetzten Züge immer zwischen den Punkten A und B hin und her pendeln zu lassen. Das heißt, von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss werden an einem Tag stets die selben Züge eingesetzt, um eine bestimmte Fahrtsrecke abzudecken. Die Fahrpläne sind dabei so gestaltet, dass an den jeweiligen Endpunkten einer Verbindung Standzeiten eingeplant sind, die eventuelle Verspätungen kompensieren sollen. Übersteigt die Verspätung eines Zuges die vorgesehene Standzeit am Endpunkt seiner Strecke, kann er dort nur mit Verspätung wieder in die entgegen gesetzte Richtung zurück fahren.

Meine Vermutung ist die folgende: Zum Betriebsbeginn am Morgen fahren die Züge an den Endpunkten der Strecke (im konkreten Fall Münster und Mönchengladbach) pünktlich ab. Aufgrund der soeben beschriebenen Auswirkungen verlängern sich die Fahrtzeiten für die gesamte Strecke allerdings um mehr als die vorgesehen Standzeiten an den jeweiligen Endpunkten. Somit ist jeder Zug ggf. bereits bei seiner zweiten Fahrt an einem Tag von Beginn an verspätet. Und jede ab diesem Zeitpunkt zusätzlich auftretende Verzögerung addiert sich – sofern sie die vorgesehene Standzeit am jeweils nächsten Endpunkt übersteigt – unmittelbar zur Gesamtverspätung des Zuges hinzu. Und genau dieses Phänomen, dass die Fahrtzeit für die gesamte Strecke zwischen Münster und Mönchengladbach stets länger war als die fahrplanmäßige Dauer plus Standzeit am jeweiligen Endpunkt, führte vermutlich an zwei Tagen in der letzten Woche dazu, dass die Züge am Abend bereits eine Verspätung von ca. 30 Minuten „angesammelt“ hatten.

Was ich nicht begreife, ist dass die Deutsche Bahn – im Bewusstsein dieser Problematik – die Verspätungen ihrer Züge im Verlauf des Tages einfach weiter anwachsen lässt. Statt zusätzliche Züge zur Entlastung und Einhaltung der Fahrpläne einzusetzen, übt man sich in Hilflosigkeit und begründet alle Verspätungen lediglich mit deren ursprünglicher witterungsbezogenen Ursache bzw. der dadurch wiederum bedingten „verspäteten Bereitstellung“. Dass keine zusätzlichen Entlastungszüge zur Verfügung stehen, kann ich mir nicht vorstellen. Der Knackpunkt wird eher sein, dass die Bahn nicht bereit ist zusätzliches Personal zu stellen, um diese Züge zum Einsatz zu bringen. Hier wird also mal wieder ganz bewusst auf Kosten der Fahrgäste gespart. Diese verlieren – wie mehrfach in der letzten Woche geschehen – 30 Minuten Zeit (bzw. wenn sie dadurch einen Anschluss verpassen sogar wesentlich mehr). Wie viele Züge waren an einem dieser Tage 30 Minuten verspätet? Wie viele Personen befanden sich insgesamt in diesen Zügen? Setzen wir hierfür mal den Wert X ein. Rechtfertigen X mal 30 Minuten verlorene Zeit tatsächlich die Einsparung der Personalkosten für die Bereitstellung und den Betrieb eines zusätzlichen Zuges? Da ich weder die Höhe dieser Kosten noch den Wert X kenne, fühle ich mich nicht in der Lage diese Frage zu beantworten. Ich wünschte aber, dass jemand der beides kennt oder zumindest abschätzen kann sich einmal mit ihr beschäftigen würde.

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