So wenig man sich im Grunde über die Bahnverbindung zwischen Recklinghausen und Münster beklagen kann, so schwerwiegend sind doch die Auswirkungen, wenn tatsächlich einmal etwas Außerplanmäßiges geschieht. So wie heute morgen…

Als ich wie gewohnt um kurz nach 7 am Recklinghäuser Hauptbahnhof den Bahnsteig betrat schien alles auf eine normale Fahrt zur Arbeit hinauszulaufen. Der schon reflexartige erste Blick auf die Anzeigetafel an Gleis 2 informierte mich über die planmäßige Abfahrt der RB42 nach Münster um 7:09. Um 7:09 erschien die verhasste Laufschrift am oberen Rand und verkündete 10 Minuten Verspätung. Eine Durchsage war nicht zu vernehmen, weder von der automatischen noch von einer realen Stimme. Im 5-Minuten-Takt erhöhte sich die Angabe auf der Tafel, bis sie bei 20 Minuten angelangt war. Kurz darauf wechselte die Anzeige auf den RE2 um 7:37. Wiederum ohne Durchsage. Man konnte nur vermuten, dass die Regionalbahn komplett gestrichen worden war. Irgendwann ertönte dann doch etwas aus den Lautsprechern, das allerdings aufgrund eines gerade durchfahrenden Güterzugs nicht zu verstehen war. Kurz darauf wurde es wiederholt, und die Wartenden erfuhren dass der RE2 nun auch 15 Minuten Verspätung hatte. Die Anzeige auf dem blauen Display wechselte zu meinem Erstaunen wieder auf die RB42 und gab für diese nun 30 Minuten an. Die Zahl erhöhte sich auf 40 und änderte sich dann nicht mehr, auch als 7:49 verstrichen war. Um kurz vor 8 rollte der Zug von Richtung Süden heran, und alle Anwesenden machten sich bereit zum Einsteigen. Umsonst, denn der Zug fuhr ungebremst weiter ohne anzuhalten. Das Display am vorderen Wagen zeigte „RB42 Münster“. Die Reaktion der Leute war insgesamt überraschend temperamentlos aber doch deutlich. Ich amüsierte mich ein wenig über eine Jugendliche, die sich telefonisch von ihrer Mutter die Erlaubnis einholte, nach einer Stunde Wartezeit am Bahnsteig die Schule zu schwänzen.

Zwischenzeitlich prangte auf der Anzeigetafel wieder der RE2 – jetzt mit 25 Minuten Verspätung. Es folgten noch 2 Durchsagen, die für die beiden nachfolgenden Züge nach Haltern bzw. Münster ebenfalls Verspätungen ankündigten. Die Angabe auf der Tafel wurde noch auf 30 Minuten erhöht, und tatsächlich fuhr der RE2 um ca. 8:07 ein. Damit hatte ich eine geschlagene Stunde auf eine Zugverbindung Richtung Münster gewartet, war ebenso viel später auf der Arbeit, musste auf die Hälfte meiner Mittagspause verzichten und eine halbe Stunde später Feierabend machen. Der Grund für all die Verspätungen waren (laut Anzeigetafel) „Verzögerungen im Betriebsablauf“. Besten Dank, Deutsche Bahn :-/

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