Auch wenn ich seit dem letzten Monat wieder per Bahn zur Arbeit pendle, lohnt es sich nicht wirklich einen täglichen Blog darüber zu pflegen.

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Denn die Strecke zwischen Recklinghausen und Münster ist tatsächlich kaum von Störungen betroffen. Außer am 15.04.2010… Und das nehme ich zum Anlass, mich hier erneut ausführlich zur Deutschen Bahn auszulassen.

Wie gewohnt stand ich um viertel nach fünf nachmittags am Bahnsteig in Senden-Bösensell, um die 17:20er Regionalbahn (RB42) zu nehmen, die von Münster nach Essen fährt. Der Zug kam pünktlich, was an sich gar nicht ungewöhnlich ist. Wie immer kramte ich am Sitzplatz meine Kopfhörer heraus, um mir mit Musik die Zeit zu verkürzen. Gleichzeitig wollte ich noch eine Email zu Ende schreiben und war dadurch etwas vertiefter als sonst.

Nach drei Stationen hielt der Zug in Dülmen. Bis hierher also alles noch normal. Es wunderte mich etwas, dass er nicht gleich weiter fuhr und dass vereinzelt Leute, die gerade eingestiegen waren, den Zug wieder verließen. Aber da ich noch eine gewisse Anzahl an Fahrgästen auf ihren Plätzen erblicken konnte, ging ich nur von einer „normalen“ Betriebsstörung aus, welche die Weiterfahrt etwas verzögern würde. Nach ca. 10 Minuten setzte sich der Zug dann auch wieder in Bewegung… allerdings zu meinem Entsetzen in die Richtung, aus der er gekommen war! Nun wurde ich doch etwas unruhig und stieg natürlich bei der nächsten Station (Buldern) aus. An jenem Bahnhof ist es recht umständlich den Bahnsteig zu wechseln, doch ich hatte genug Zeit, zumal der nächste Zug Richtung Recklinghausen noch nicht nahte.

Die mobile Fahrplanauskunft des VRR zeigte für den RE2 nach Mönchengladbach eine Verspätung von 4 Minuten an, was sich so weit als relativ korrekt erwies. Jedoch war dort nicht zu erkennen, was kurz nach der Abfahrt in Buldern im Zug durchgesagt wurde: Auch diese Fahrt sollte in Dülmen enden und nach kurzem Aufenthalt wieder zurück nach Münster gehen. Als Grund wurde ein „Personenunfall“ zwischen Dülmen und Sythen genannt, und es wurde auf einen Schienenersatzverkehr bis Haltern hingewiesen. Der Bahnsteig in Dülmen war voller Menschen, die alle in einen schmalen Treppenaufgang strömten. Ich strömte erstmal mit und landete am Busbahnhof, wo sich aber just kein einziger Bus befand. Ein gestikulierender Uniformträger wies die Menschenmenge in Richtung einer Haltestelle, an der gleich der nächste Bus einfahren solle. Also positionierte ich mich schon einmal strategisch, um möglichst unter den ersten Einsteigenden zu sein. Einige Minuten später winkte der Uniformierte von einem Treppenabsatz aus herüber und lotste die Wartenden hinunter zu einem Parkplatz, wo sich tatsächlich ein Bus eingefunden hatte. Ich war bei den letzten, für die noch Stehplätze zur Verfügung standen. Die restliche Menschenmasse wurde auf spätere Busse vertröstet. Die Türen schlossen sich, und wegen mangelnder Luftzufuhr wurde es sofort stickig.

Der Bus bewegte sich im Schneckentempo vorwärts und brauchte eine gefühlte Ewigkeit, um überhaupt die Stadt Dülmen hinter sich zu lassen. Da er auch den Bahnhof Sythen anfahren sollte, wählte der Fahrer kleine Nebenstraßen mit Kreisverkehren und Ampeln ohne Ende. Nachdem in Sythen ein einziger Passagier den Bus verlassen hatte, waren sich alle anderen einig dass sich der zeitraubende Umweg nicht gelohnt hatte. Eine junge Frau erzählte etwas von einer S-Bahn, die laut Fahrplan um 18:33 in Haltern abfahren sollte, und ich entschloss mich diese zu nehmen und bis Gelsenkirchen-Hassel zu fahren, wenn der Bus rechtzeitig ankäme. Das war nicht der Fall, und die Linie S9 fährt nur stündlich in Haltern ab.

Die Bahnsteige füllten sich mit den Menschen aus den Bussen, und alle standen mehr oder weniger ratlos herum. Ein älterer Mann, der gerade angekommen war, fragte ob es schon eine Durchsage gegeben hätte. Ich antwortete ihm: „Keine Einzige“.

Irgendwann rollte aus Süden ein Regionalexpress herein und hielt. Einige Fahrgäste stiegen aus, doch die meisten blieben sitzen. Die Aussteigenden wurden gefragt ob es im Zug eine Durchsage gegeben hätte, wohin die Fahrt weiter gehen sollte. Eine Passagierin, die leicht verwirrt schien, meinte der Zug solle wohl erst einmal etwa 15 Minuten warten, und bis dahin solle entschieden werden in welche Richtung er weiter geschickt würde. Es herrschte allgemeine Ratlosigkeit. Ich gesellte mich zu einer Gruppe, die sich um einen älteren Bahn-Mitarbeiter geschart hatte. Jener schien als Reaktion auf die Fragen der Leute ein wenig die Geduld zu verlieren, da er selbst genauso desinformiert war wie alle anderen Anwesenden. Einen Teil seines recht expressiven Statements konnte ich auf Video festhalten. Ich denke den Worten dieses Herrn ist nichts hinzuzufügen.
Video: Bahn-Mitarbeiter in Haltern

Für kurze Erheiterung sorgte eine automatische Lautsprecherdurchsage „Willkommen in Haltern“, die ohne jeden Zusammenhang ertönte. Ein paar Minuten darauf folgte eine weitere Durchsage – diesmal von einer realen Stimme -, die verkündete dass der Regionalexpress in Kürze wieder in Richtung Mönchengladbach abfahren würde. Hallelujah! Unmittelbar begann der Zug sich weitgehend zu entleeren, da dessen Insassen offenbar fast alle weiter in Richtung Münster wollten. Ich stieg zusammen mit den anderen Reisenden ein, deren Ziel weiter südlich lag. Der Zug setzte sich kurz darauf extrem langsam in Bewegung, blieb noch einmal stehen und fuhr dann in normalem Tempo los. Die zwei verbleibenden Stationen bis Recklinghausen wurden in der üblichen Zeit zurückgelegt.

Statt einer halben Stunde benötigte ich an diesem denkwürdigen Tag etwa mehr als zwei Stunden, um von Bösensell nach Recklinghausen zu gelangen. Ich will hoffen dass solche Tage in Zukunft die Ausnahme bleiben…