Ach ja, die Tradition lässt mich nicht los… Der nikoblog entwickelt sich so langsam doch wieder zu einem reinen Bahn-Blog.

Heute war es aber wirklich wieder ungewöhnlich – in mehreren Beziehungen. Einerseits bin ich an diesem Tag wesentlich mehr Bahn gefahren als im Durchschnitt, andererseits kam es dabei (wie könnte es anders sein) zu Vorkommnissen.

Eigentlich ist es bei dem frühlingshaften Wetter eine Schande mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu fahren, wenn man ein Fahrrad besitzt. Doch da meines derzeit vorübergehend außer Betrieb ist, blieb mir heute nichts anderes übrig. Ich wollte etwas früher als sonst auf der Arbeit sein und war extra deshalb zeitiger aufgestanden. Um 8:14 sollte eine S-Bahn zum Hauptbahnhof fahren, also begab ich mich rechtzeitig dafür zum Bahnhof. Dort stand bereits ein Zug der Linie S11 (die ich nehmen wollte) auf dem Gleis, also beeilte ich mich etwas. Als ich eingestiegen war, schlossen sich kurz darauf alle Türen und es ertönte eine Durchsage, dieser Zug würde erst um 8:34 abfahren. Da ich wusste, dass es vorher noch zwei weitere Fahrtmöglichkeiten geben würde, wollte ich wieder aussteigen. Jedoch ließ sich die Tür an der ich stand nicht öffnen… Und auch die nächste nicht. Die wenigen anderen Menschen im Zug schien das alles nicht sonderlich zu interessieren. Ich habe allerdings ein massives Problem damit, gegen meinen Willen eingesperrt zu sein. Also probierte ich nach einander alle anderen Türen, bis ich am anderen Ende des Wagens angekommen war. Doch dort befand sich kein Zugführer, zumal der Zug noch einen vorderen Teil besaß. Scheiß Situation. Doch mir fiel eine Sprechanlage neben einer der Türen auf. Nach kurzem Zögern drückte ich den Knopf, worauf ein ‚Warten‘-Lämpchen aufleuchtete… Und dann meldete sich tatsächlich die Stimme, die kurz zuvor die Durchsage gemacht hatte. Ich sagte das Folgende: ‚Hallo? Können Sie bitte hinten die Türen freigeben? Wir sind hier eingesperrt.‘ Die Antwort war ein leicht patziges ‚Kann ich machen.‘ Der Knopf an der Tür begann grün zu leuchten, und sie ließ sich öffnen. Wieder auf dem Bahnsteig ertönte prompt die Ansage, die S-Bahn um 8:24 habe 10 Minuten Verspätung. Was will man mehr… Zum Glück gab es noch die RegioBahn, die beinahe pünktlich war – also nur ca. 3 Minuten verspätet. Im Zug wurden Tageszeitungen und Schokohäschen verteilt, was meine Laune etwas verbesserte. Für den Anschluss am Hbf um 8:35 reichte es natürlich nicht mehr. Und da bekanntermaßen um 8:40 keine S-Bahn fährt, erreichte ich erst um ca. 8:50 das Firmengebäude. Somit hatte der Weg zur Arbeit rekordverdächtige 40 Minuten gedauert. Die gut 15 Minuten, die ich mit dem Fahrrad dafür benötige, sollte man sich an dieser Stelle wieder einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Nachmittags lief es etwas besser. Ich musste kurz nach Hause, um eine Paketlieferung anzunehmen. Als der Fahrer anrief, wollte er eine halbe Stunde später da sein. Mir kam diese Zeitvorgabe recht knapp vor, doch ich gelangte relativ schnell zum Hauptbahnhof und erwischte dort noch eine verspätete RegioBahn, was einiges an Zeit sparte. Auf dem Rückweg hatte ich ähnliches Glück, da gerade sämtliche S-Bahnen verspätet waren, und ich sie sonst verpasst hätte. Die ganze Aktion dauerte so inklusive Wartezeiten und Fußweg vom Hbf zurück zur Arbeit mit kurzem Besuch in einer Apotheke nur etwa eineinviertel Stunden.

Das große Fiasko kam erst Abends. Ich wollte die gewohnte Verbindung nach Betzdorf nutzen (diesmal ohne Zwischenstopp in Langenfeld oder Solingen). Am Hbf wurden für den Regionalexpress nach Aachen 10 Minuten Verspätung durchgesagt, was kurz darauf auf 15 Minuten korrigiert wurde – Begründung: ‚Personen im Gleis im Raum Essen‘. Allerdings fuhr zwischendurch ein Intercity nach Köln ein, der kurzerhand für Nahverkehrstickets freigegeben wurde. Also stieg ich dort ein und freute mich, am Kölner Hbf genug Zeit zum Umsteigen zu haben. Zu früh gefreut! Auf der neuralgischen Hohenzollernbrücke – also unmittelbar vor dem Bahnhof – blieb der IC für mehrere Minuten stehen, aufgrund ‚kreuzender Züge‘. Es wurde durchgesagt, dass trotzdem alle Anschlüsse erreicht würden. Das beruhigte mich etwas, da es nun eigentlich zu spät fur den meinen war. Das Aussteigen war etwas langwierig, doch ich beeilte mich so gut es ging zu dem anderen Bahnsteig zu gelangen. Dort war mein Anschlusszug auf der Tafel nicht mehr aufgeführt, und ich konnte ihn nur noch gerade eben um die Kurve verschwinden sehen. Mir wurde sofort heiß und kalt, und ich hätte mal wieder am liebsten den ganzen verdammten Bahnhof in die Luft gesprengt. Nach etwas sinnlosem Herumirren versuchte ich noch die S-Bahn nach Au/Sieg zu erreichen, doch auch die fuhr mir vor der Nase weg. Wäre in jenem Moment irgend ein Zug wieder nach Düsseldorf gefahren, hätte ich ihn wohl genutzt. Aber auch das war nicht der Fall. So verließ ich den Bahnhof, setzte ich mich auf eine Bank auf der Domplatte und schrieb mir meinen Frust von der Seele. Der nächste Regionalexpress nach Gießen (über Betzdorf) stand schon sehr früh am Bahnsteig bereit, fuhr aber ca. 5 Minuten zu spät ab – wie sollte es auch sonst sein…? Die restliche Fahrt war nur mit lauter Musik zu erstragen. Um 22:40 war ich schließlich in Betzdorf.

In diesem Sinne… Frohe Ostern!

//

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar zu verfassen.