Google hat es mal wieder geschafft mich sehr misstrauisch zu machen. Es ist doch geradezu faszinierend auf welch dreiste Art der große „Datenkrake“ die naiven User austrickst. Gestern wurde quasi aus heiterem Himmel der von Google entwickelte Internet-Browser Chrome unters Volk gebracht. Es ist schon beinahe ekelhaft zu beobachten wie ausgesprochen gut die Taktik des mächtigen Konzerns funktioniert. Die Meldungen über die Veröffentlichung des Programms gingen just am selben Tag durch die Medien, als es schon zum Download bereit gestellt wurde. Angeblich war es ein kleiner „Unfall“, und die Nachricht sollte eigentlich erst später verbreitet werden. Naja, wer’s glaubt… Immerhin stand Chrome sofort in einer durchaus lauffähigen Version und in etlichen Sprachen zur Verfügung. So unvorbereitet kann Google also nicht gewesen sein.
Und der plötzliche Mediendruck war und ist gigantisch. Ein neuer Browser aus dem Hause des weltbekannten Suchmaschinenbetreibers schafft es logischerweise in die Nachrichten sämtlicher Plattformen und TV-Sender zur Prime-Time. Google hat es nun wirklich nicht nötig Geld für die Bewerbung seines neuen Produkts auszugeben. Innerhalb von zwei Tagen dürfte so ziemlich jeder Mensch der Zugang zu Massenmedien hat den Namen „Chrome“ gehört oder gesehen haben. Für die allermeisten dürfte das natürlich kein Grund gewesen sein, die Software gleich zu installieren (obwohl ich davon ausgehe dass sehr viele zumindest den Installer herunter geladen haben). Aber es gibt trotzdem genug experimentierfreudige (Möchtegern-)Freaks, die immer am liebsten das Allerneuste auf ihren Rechnern haben. Im Prinzip muss ich mich auch dazu zählen – Schande über mein Haupt.

So besorgte ich mir gestern Abend direkt mal die Installations-EXE für Windows. Mit gerade mal 475 KB ist sie verdächtig klein… Aber wie in mittlerweile sehr vielen Fällen wird das eigentliche Installationspaket ja nach der Ausführung erst aus dem Netz geladen. Zu Chrome selbst will ich gar nicht viele Worte verlieren. Wirklich „neuartig“ wirkt der Browser nicht. Er kann nur wenig was andere nicht können, bietet aber einiges nicht was andere bieten. Also eigentlich nicht der Rede wert.

Allerdings um so markanter ist ein anderes Progrämmchen, das quasi durch die Hintertür mit eingeschleust wird – GoogleUpdate.exe. Bereits seit einigen Monaten wird zusammen mit Google-Software immer ein „Google Updater“ installiert, der sich aber immer über den ganz normalen Weg wieder entfernen ließ (also über die Systemsteuerung). Der neue Updater ist um einiges hartnäckiger. Mir fiel er zuerst dadurch auf, dass alle paar Minuten die Software-Firewall Zugriffsversuche auf die Internet-Zone meldete. Ein Blick in den Windows-Task-Manager zeigte, dass bis zu 4 Instanzen von GoogleUpdate.exe aktiv waren. Also wo kamen die her? Die Registry enthielt natürlich einen Eintrag im berühmten Pfad HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run. Lässt sich ohne weiteres löschen. Die Dienste zu checken (unter XP: Systemsteuerung > Verwaltung > Dienste) ist meist auch kein Fehler – und siehe da, auch dort war der Updater zu finden. Lässt sich natürlich deaktivieren oder direkt ganz löschen (sc delete gupdate……, der Name des Dienstes ist immer ein anderer). So tat ich das auch, und nach einem Neustart lief die GoogleUpdate.exe schon wieder! Zum Kotzen!! Also mal gegoogelt nach „uninstall googleupdate“ und sofort fündig geworden. Es waren doch tatsächlich auch noch zwei Einträge im Windows-Taskplaner angelegt worden, die dafür sorgten dass der Updater bei jedem Systemstart und bei Leerlauf gestartet wurde. Der Gipfel der Dreistigkeit! Zum Glück lassen sich auch die Tasks problemlos löschen… Aber man muss ja erst mal darauf kommen dort überhaupt nachzusehen! Jetzt habe ich außerdem sämtliche Registry-Schlüssel gelöscht in denen GoogleUpdate.exe vorkam, sowie alle Ordner in denen sich die Datei befand (insgesamt vier an der Zahl), und hoffe dieses heimtückische Programm damit vom Rechner verbannt zu haben. Chrome ist nach wie vor drauf. Bin gespannt ob es weiterhin laufen wird ohne Meldungen auszuspucken, eine notwendige Komponente sei nicht vorhanden, oder am Ende sogar ungefragt den Updater wieder nachinstalliert!
Also mal ehrlich – wenn so krampfhaft versucht wird ein Programm am laufen zu halten, muss es dabei doch Hintergedanken geben. Und ich bezweifle dass es edle sind…

Schätze ich werde auch Chrome demnächst wieder möglichst komplett eliminieren. Bei meiner Suche nach einer Lösung für obiges Problem bin ich noch auf einen anderen Artikel gestoßen, der mein Misstrauen nur noch weiter geschürt hat. Bei der Installation stimmt man in der Tat einigen sehr dubiosen Bedingungen zu, die ich persönlich nicht befürworten möchte!

Mein eindringlicher Tipp an alle Neugierigen für den Moment: FINGER WEG VON CHROME!!!

UPDATE: Wie hier zu lesen ist, wurden die Nutzungsbedingungen von Chrome mittlerweile wieder ein wenig entschärft. Trotzdem finde ich allein den Versuch mit so etwas durchzukommen ziemlich dreist. Und alles mit dem Wunsch nach „Einfachheit“ zu begründen kann auch nicht immer überzeugen…

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3 Kommentare

  • 1. rob schrieb am 4th September 2008 um 10:16:36 :

    gib mal das (ohne hash) in die commandozeile ein 😉

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  • 2. niko schrieb am 4th September 2008 um 10:38:40 :

    @rob:
    Dass Google viele (mehr oder weniger nützliche) Gimmicks in seinem Browser versteckt hat, dürfte ja klar gewesen sein. Ein paar davon funzen immerhin auch im Firefox! 🙂

  • 3. Heiko schrieb am 17th März 2009 um 08:51:21 :

    Ich hab GCh ausprobiert, aber es hat mir nicht so gut gefallen. Mozilla ist Nummer Eins für mich (immer noch)!

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