Wie meinem vorherigen Post zu entnehmen ist, bin ich heute nicht im Büro gewesen. Was mich allerdings nicht davon abgehalten hat mein geschäftliches Email-Fach einmal zu checken. Das hat sich sogar richtig gelohnt – es waren eine ganze Reihe ungelesener Nachrichten drin. Okay, die meisten davon konnte ich sofort löschen oder nach kurzem drüber lesen als erledigt markieren und irgendwo einsortieren. Aber trotzdem war es ein kleines bisschen Arbeit, die der Firma zugute kam.

Das war doch eine passende Einleitung zu einer Thematik, mit der sich eine Umfrage beschäftigt hat, die vor eine paar Tagen vom Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (kurz: BITKOM) veröffentlicht wurde. Es wurde bei ca. 1000 Personen nachgehört, wie sie zur Erledigung von geschäftlichen Arbeiten in den eigenen vier Wänden stehen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Immerhin 17% der Befragten würden ihre berufliche Tätigkeit am liebsten komplett zuhause ausüben, und 50% könnten sich vorstellen nur noch teilweise in den Räumen des Arbeitgebers zu ackern.

Gerade bei Jobs die sich ausschließlich am Rechner abspielen ist es doch eigentlich vollkommen egal wo dieser steht. So lange er eine stabile Anbindung ans Internet hat, ist es möglich auf die elektronischen Daten des Unternehmens zuzugreifen und mit Kollegen, Kunden oder Geschäftspartnern zu kommunizieren. Heutzutage ist man ohne großen technischen Aufwand weltweit vernetzt, und das nicht nur zuhause sondern im Grunde sogar überall wo mobile Datenverbindungen möglich sind.

Wo liegen überhaupt noch echte Vorteile „zur Arbeit zu gehen“ gegenüber der Möglichkeit sich seine Arbeit nachhause zu holen oder sie einfach an beliebige Orte mitzunehmen? Den einzigen Faktor den ich (an)erkenne sind die persönlichen Kontakte mit den damit verbundenen zwischenmenschlichen Vorgängen. Unternehmen wie Google, deren Geschäft sich praktisch nur um Online-Themen dreht, machen es vor: Die Mitarbeiter werden regelrecht zu „Buddy-Beziehungen“ gezwungen, zu Kollegen gleichermaßen wie zu Business-Partnern. Vielleicht gerade weil es nahe läge solche Firmen mit einem großen Schwarm von Freelancern – also „freien“ Mitarbeitern ohne feste Bindung an einen Arbeitsplatz – zu betreiben, macht man es gerade nicht so. Es wird sehr großer Wert darauf gelegt, dynamische aber funktionierende und harmonische Teams zu bilden, die eine Art kollektiven „Spirit“ erzeugen und dadurch leistungsfähiger sind. So etwas ließe sich nie mit räumlich getrennten, zersplitterten oder quasi virtuellen Arbeitsplätzen erreichen.
So lange es bei einer Tätigkeit wirklich nur um den reinen Output geht, ist der Ort an dem sie ausgeführt wird theoretisch egal (siehe z.b. Programmierer oder Call Center Agents). Sobald aber zwischenmenschliche Aspekte und Teamgeist einen Teil des geschäftlichen Erfolgs ausmachen, wird es nicht möglich sein alle Mitarbeiter ausschließlich im Home-Office zu beschäftigen.

Meine persönliche Idealvorstellung wäre eine Hybridlösung. In meinem Job ließen sich auf jeden Fall die rein ergebnisorientierten und die teambezogenen Aufgaben zeitlich trennen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen einen Teil meiner täglichen Arbeit zuhause zu erledigen und hätte hier eine ruhigere Atmosphäre als im Büro, was mir in vielen Fällen vermutlich sogar den Kopf freier halten und damit zu besserer Leistung führen würde. Wenn es allerdings um Meetings und notwendige Absprachen mit Kollegen geht, bevorzuge ich eindeutig das persönliche Gespräch im Vergleich zu Telefon, Chat oder Videokonferenz.

Hier der Link zur Presseinfo der BITKOM: http://www.bitkom.de/53136_53131.aspx

Und hier eine nette Grafik dazu:

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