Sollte ich heute mal ins Schwärmen verfallen – bitte nicht dran stören! Der gestrige Tag war in der Tat noch steigerungsfähig. Es fing etwas holprig an… Da es im Hotel weder einen Speiseraum noch einen Wasserkocher gab, mussten wir uns den Tee bzw. Kaffee am Automaten im Eingangsbereich besorgen. Dieser war von allerlei merkwürdigen Gestalten bevölkert, so dass wir uns schnell wieder auf unser Zimmer verzogen.

Nach dem improvisierten Frühstück machten wir uns direkt auf den Weg nach Edinburgh. Die Zeiten des bequemen Autobahnfahrens sind erstmal vorbei. Die schmalen Landstraßen, denen wir folgten, schlängelten sich zwischen den Hügeln hindurch nach Norden. Um die Mittagszeit näherten wir uns dem Ziel. Da es aber noch zu früh zum Einchecken im Hotel war, fuhren wir erstmal an die nahe gelegene Küste und gingen ein wenig am Strand spazieren. Das Wetter war wieder einmal traumhaft. Aber es war deutlich kälter als noch in Newcastle.

Zwecks Mittagessen steuerten wir einen großen Shopping-Park im amerikanischen Stil an, der aber leider nicht allzu viele Restaurants zu bieten hatte. Wir landeten bei einem asiatischen Imbiss, der aber immerhin ein paar Stühle und Tische aufgestellt hatte. Dann ging es endlich weiter zum Hotel, das offenbar ein ehemaliges Studentenwohnheim ist. Es befindet sich auf einem Uni-Campus direkt am Rand des Holyrood Park. Ich fühlte mich ein wenig in meine eigene Studi-Zeit zurück versetzt und bereue ernsthaft, dass ich kein Auslandssemester hier in Edinburgh absolvieren konnte.

Damit kommen wir zur Stadt an sich. Da wir noch ein paar Dinge einkaufen mussten (was sonntags hier kein Problem ist) und dafür relativ viel Zeit im Supermarkt benötigten, hatten wir keine Gelegenheit mehr uns ausgiebig die Innenstadt anzusehen. Das wird aber definitiv möglichst bald nachgeholt, und zwar mindestens ein komplettes Wochenende lang. Ausgehend von dem was ich heute von Edinburgh sehen konnte hat die Stadt eindeutig das Zeug dazu, in meiner persönlichen Top 5 der weltweit schönsten Metropolen zu landen. Vielleicht sogar auf Platz 3. Aber das wird sich beim nächsten intensiveren Besuch noch zeigen. Was ich schon sagen kann ist dass es hier so ziemlich alles gibt was ein Ort idealerweise braucht – das Meer in der Nähe, Berge zum Herumkraxeln, Einkaufsmöglichkeiten, eine außergewöhnliche Geografie und interessante Menschen. Diesmal konnten wir uns nur einen Teil der City anschauen. Die berühmte Burg wurde leider gerade geschlossen, und für ein Besteigen des Arthur’s Seat im Holyrood Park hätte die Zeit auch nicht mehr gereicht. Was den ersten Einruck ein klein wenig trübte war der selstsame Geruch nach verbrannteem Gummi oder ähnlichen, der auf dem gesamten Stadtgebiet zu herrschen schien.

Hier im Hotelzimmer ist die Geräuschkulisse gerade etwas unangenehm. Nebenan und/oder über uns findet wohl eine Party statt. Ich schätze mal dass das Schlafen diesmal nur mit Ohrenstöpseln möglich sein wird.

Morgen werden wir nach langer Fahrt den nördlichsten Punkt unserer Tour erreichen.

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